Affenpfleger im Primatenhaus | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Affenpfleger im Primatenhaus

Der Zootierpfleger im Affenhaus kümmert sich um das Wohlbefinden der Affen, vom winzigen Maki bis hin zu den Menschenaffen.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Ein idealer Affenpfleger bringt außer seinem Idealismus eine abgeschlossenen Lehre als Tierpfleger mit.
Ein Affenpfleger ist ein Tierpfleger, Schwerpunkt Zoo, der Affen betreut. Es ist also kein eigenständiger Beruf und in der Regel kann man sich als Auszubildender nicht aussuchen, in welchen Revieren man eingesetzt wird.  In der Praxis sind vor allem Routinearbeiten zu erledigen. Dazu gehören die Reinigung der Gehege und Häuser, Instandhaltung, die Tiere füttern usw. Nur ein geringer Teil des Tages ist für den persönlichen Kontakt zu den Tieren da. Mit Gorillas in einer Gruppe leben, einem Schimpansen eine Symbolsprache beibringen, mit Orang-Utans turnen und zeichnen, das sind Tätigkeiten, die Zoologen und anderen Wissenschaftlern vorbehalten sind. Trotzdem sollte sich auch ein Affenpfleger besonders für dieses Gebiet interessieren. Nur wen das Seelenleben und die Intelligenz von (nichtmenschlichen) Primaten besonders fasziniert und der sich nicht vor harter Knochenarbeit scheut, sollte diesen Berufsweg einschlagen. Wer im Affenhaus arbeitet, darf nicht zimperlich sein, muss auch einmal Bisse einstecken können, über die normale Arbeitszeit hinaus dableiben und darf seinen Idealismus niemals verlieren. Auch sollte man sich ständig auf seinem Gebiet weiterbilden.

Ausbildung

Die Ausbildungsbeauftragten der Tiergärten erwarten von einem Lehrstellen-Bewerber in der Regel mindestens einen Hauptschulabschluss und ein bereits absolviertes mehrwöchiges Praktikum im Zoo, idealerweise im Affenhaus, wenn man sich für dieses Revier besonders interessiert. Manche Zoos, zum Beispiel die Berliner Tiergärten, entscheiden sich erst nach einem Eignungstest, welchen Bewerber sie als Auszubildenden aufnehmen. Im ersten Lehrjahr lernt der Auszubildende die verschiedenen Zoo-Reviere und handwerklichen Abteilungen kennen, beobachtet, pflegt, richtet Gehege ein, reinigt sie und bereitet Futter vor. Im zweiten Lehrjahr bekommt er auch das Ein- und Aussperren von Tieren, Tiertransport, Tierkrankenpflege und handwerkliche Arbeiten vermittelt. Im dritten Lehrjahr lernt er, selbstständig in den Revieren zu arbeiten. Ein Lehrling hat sechs Monate Probezeit und muss eine Zwischen- und Abschlussprüfung ablegen. Während der Ausbildung verdient der Lehrling zwischen 550 und 700 Euro brutto, danach 1200 bis 1.300 Euro netto.

Voraussetzungen

Ein idealer Affenpfleger bringt außer seinem Idealismus und einer abgeschlossenen Lehre als Tierpfleger, Schwerpunkt Zoo, Durchsetzungsvermögen, handwerkliches Geschick und gutes Einfühlungsvermögen für die Tiere mit. Um einen Job im Affenhaus zu bekommen, gehört allerdings jede Menge Glück dazu, denn es muss erst eine Stelle frei werden, und wer unbedingt dort arbeiten möchte, müsste möglicherweise den Wohnort wechseln. Alle größeren Zoos haben ein Affenrevier. Es gibt in Deutschland zirka 400 Stellen.

Besonderheiten

Gerade bei Affen ist es möglich, zu manchen von ihnen eine persönliche Beziehung aufzubauen und das Vertrauen einer Gruppe zu gewinnen. Das heißt aber auch, dass der Tierpfleger eine emotionale Bindung zum Tier eingeht und schließlich darunter leidet, wenn es stirbt oder in einen anderen Zoo abgegeben wird. Eine Kontaktaufnahme ist allerdings nur unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen möglich. Das Betreten der Primaten-Gehege ist äußerst gefährlich, auch - mit wenigen Ausnahmen - für die Pfleger. Vor dem Betreten des Geheges werden die Tiere daher zuvor durch einen Schieber in einen Nebenraum ausquartiert. Besonders die großen Affen sind uns körperlich weit überlegen und man hätte keine Chance gegen sie.

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