Förster | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Förster

Als Waldhüter mit Hut und Hund ist er unermüdlich für die Natur im Einsatz. So stellt man sich einen Förster vor. Ganz verkehrt ist das auch nicht, nur dass man sich heute noch Notebook und Geländewagen, Funktelefon und Motorsäge dazudenken muss.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Beamte und Beamtinnen des gehobenen Forstdienstes verwalten, betreuen und bewirtschaften den forstlichen Grundbesitz des Landes.
Die Forsthaus-Falkenau-Idylle pur gibt's dagegen nur im Fernsehen. Die meisten Forstingenieure müssen sich neben ihrem Einsatz im Revier, wie andere Arbeitnehmer auch, mit Chefs, Bürokratie und Schreibtischarbeit auseinandersetzen. Vor der vermeintlichen Wald-Romantik liegen überdies ein umfangreiches Studium und ein schwieriges Auswahlverfahren, um eine der seltenen freien Stellen in einem Forstamt zu bekommen. Schon einen Studienplatz zu kriegen ist nicht einfach.

Selbständiger Förster

Neben dem Staatsdienst gibt es für Forstingenieure auch die Möglichkeit, sich selbständig zu machen, Privatwald zu betreuen, sowohl jagdlich als auch forstwirtschaftlich, mit allem, was dazugehört, vom Einschlag bis hin zum Holzexport. Ein solcher Pionier als selbstständiger Förster ist Michael Sommer aus Wenden im Sauerland. Innerhalb von vier Jahren konnte sich seine Firma so gut etablieren, dass sein "Forstkontor Sommer" inzwischen heimisches Fichtenholz bis nach Dubai und China liefert und er einen zweiten Forstingenieur sowie weitere Mitarbeiter einstellen wird. Die Forstämter können nur wenigen Forstingenieuren nach dem Studium eine Lebensstellung bieten. Privatwälder wiederum sind häufig nicht groß genug, dass es sich für den Besitzer lohnen würde, einen eigenen Förster dafür in Festanstellung zu nehmen. Viele junge Forstingenieure müssen sich daher neu orientieren und entweder in artverwandte Tätigkeitsfelder auszuweichen oder versuchen, sich als Unternehmer zu behaupten. Als Auftraggeber kommen zunächst die kleineren Waldbesitzer in Frage, wobei hier das Angebot erst die Nachfrage schafft. Das heißt: Wenn es die Möglichkeit gibt, die forstwirtschaftliche Betreuung des Waldes auch einem Unternehmer in Auftrag zu geben, werden dies mehr Waldbesitzer nutzen, die ansonsten ihren Wald selbst oder vom Forstamt bewirtschaften lassen würden. Das Forstkontor Sommer verlangt pro Jahr und Hektar entweder eine Pauschale oder einen Sockelbetrag plus Gewinnbeteiligung. Die dadurch entstehenden Mehrkosten für den Waldbesitzer werden durch Vermarktung des Holzes wieder ausgeglichen, unter Umständen sogar deutlich übertroffen.

"Berufsaussichten hochinteressant"


So sieht Michael Sommer die Berufsaussichten für Menschen, die als selbständige Forstingenieure wirklich erfolgreich sein wollen, als "sicherlich hochinteressant" an. Er rät Einsteigern dazu, sich vor der Gründung eines eigenen Unternehmens ausführlich beraten zu lassen und betriebswirtschaftlich kundig zu machen. "Die größten Schwierigkeiten für einen Neuling in der Branche sind mangelnde Erfahrungen im Unternehmertum, fehlende Kontakte, und Probleme, die eigene Marktposition zu erkennen und zu finden. "Wer noch nicht weiß, ob ihm Förster als Beruf zusagt, sollte unbedingt so viele Praktika machen wie möglich.

Ohne Jagdhund keine Aufträge

Ein Hund gehört selbstredend dazu, allein deshalb, weil Waldbesitzer, die ihren Wald von einem privaten Förster bewirtschaften lassen, das Revier auch jahrelang versorgt sehen wollen und vertraglich auch das Führen eines Jagdhunds verlangen. An der Jagd, so scheint es, führt kein Weg vorbei. Den Jagdschein kann ein Student schon an der Uni machen. Wie man aber einen Hund ausbildet, lernt man nur vor Ort von den Fachleuten, Züchtern und Jägern, wobei es auch hier Spezialisierung gibt. Der achtjährige "Anton" von Michael Sommer ist eine Alpenländische Dachsbracke. Er hat ihn selber zum Schweißhund ausgebildet, und das bedeutet, dass Herr und Hund im Gespann verletztes und krankes Wild aufspüren können und das bei Bedarf auch tun - und das im Übrigen ehrenamtlich.

Waldpolizist, Jäger, Holzfäller

Beamte und Beamtinnen des gehobenen Forstdienstes verwalten, betreuen und bewirtschaften den forstlichen Grundbesitz des Landes. Als Leiter eines Forstbetriebsbezirkes (Revierförsterei) sind sie für den Waldbau, die Arbeitsorganisation und Kapazitätsplanung, aber auch für die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung zuständig. Sie nehmen dabei auch Aufgaben des Naturschutzes und der Landschaftspflege wahr. Sie sind überwiegend in Forstämtern, Forstbehörden oder Ministerien für Umwelt, Raumordung und Landwirtschaft trägt.
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren