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Haustiere vor der Kamera

Wer ein Haustier hat, will natürlich auch schöne Fotos von seinem Liebling machen. Um interessante oder lustige Szenen einzufangen ist es am wichtigsten, stets aufnahmebereit zu sein. Weitere Tipps erfahren Sie hier.
 
© animals-digital.de
Eine hochwertige Kameraausrüstung ist zwar die beste Voraussetzung für technisch optimale Bilder. Die tollste Kamera hilft aber nichts, wenn sie nicht griffbereit ist, oder wenn man gar nicht genau weiß, wie man sie einstellen soll. Auch wenn Sie sich mit Ihrer Ausrüstung noch nicht so gut auskennen: Es gibt ein paar einfache Tricks, wie Sie mit jeder Kamera schönere Tierfotos schießen.

Regel Nummer eins: Stress vermeiden

Als Tierbesitzer haben Sie mehrere Vorteile. Egal ob Meerschweinchen , Katze, Hund oder Pferd: Ihr vierbeiniges Supermodel kennt sie und es vertraut Ihnen. Das sind die besten Voraussetzungen, um ganz nebenbei die Kamera herauszuholen und ein paar Bilder zu machen. Genau wie bei menschlichen Modellen gibt es riesengroße Unterschiede im Temperament. Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre beim Shooting. Ruhige und entspannte Vierbeiner lassen sich leichter fotografieren als nervöse und ängstliche Tiere. Das Abschalten der Kameratöne ist eine erste Maßnahme, um etwaigen Stress zu reduzieren. Eine andere Sache ist die eigene Aufregung. Wenn Sie sich vornehmen ein Haustier-Fotoshooting zu machen, und wenn dabei unbedingt ein super Foto herauskommen soll, entsteht eine innerliche Unruhe. Die ist umso größer, wenn Sie Ihre Ausrüstung noch nicht so gut beherrschen. Sie wissen selbst, welch feine Antennen Haustiere haben. Daher ist es wichtig, dass Sie sich selbst nicht unter Druck setzen. Fangen Sie mit einfachen Szenen an. Bauen Sie das Fotografieren in den Alltag ein und gewöhnen Sie sich und Ihren tierischen Begleiter ganz allmählich an die Situation mit der Kamera.

Welche Technik ist die beste?

Spiegelreflexkameras gelten immer noch als das beste Kamerasystem für alle Aufnahmesituationen. Professionelle Tierfotografen, die Tiere in freier Wildbahn fotografieren, werden solche Kameras noch lange brauchen. Für Aufnahmen von Haustieren können Sie einen Gang zurückschalten: Auch mit den kleineren spiegellosen Systemkameras oder mit sogenannten Superzoomkameras gelingen tolle Aufnahmen. Für Bilder, die professionell aussehen sollen, ist es wichtig, dass Sie die Belichtungszeit und Blende an Ihrer Kamera einstellen können.

Für Fotos von Hunden und Katzen genügt ein Standardobjektiv, dessen Zoombereich vom Weitwinkel (18 mm) bis etwa zur Normalbrennweite (55 mm) reicht. Damit können Sie aus geringem Abstand gut fotografieren. Ein leichtes bis mittleres Teleobjektiv bzw. Telezoom ist notwendig, wenn Sie Tiere in Aktion aufnehmen wollen. Auch normale Haustierporträts werden schöner, wenn Sie den Abstand zu Ihrem Motiv etwas vergrößern und ein wenig zoomen. Objektive, deren Brennweite von 18-135 mm reicht, oder sogenannte Reisezooms (18 – 200 mm), sind für alle Aufnahmesituationen geeignet. Beim Kauf eines neuen Objektivs sollten Sie stets darauf achten, dass es über einen Bildstabilisator verfügt. Diese Technologie reduziert Verwacklungen deutlich, ist aber kein Garant für allzeit scharfe Bilder.

Wenn Sie "nur" mit einem Smartphone oder mit einer einfachen Kompakten fotografieren, können Sie Ihre Bilder aufwerten, indem Sie im richtigen Moment auslösen und Ihre Bilder optimal gestalten.

Den Aufnahmemodus wählen

Für unerfahrene Fotografen gibt es spezielle Aufnahmeprogramme, die Sie entweder über das Modus-Wahlrad oder über das Kameramenü aktivieren können. Sport/Action oder Haustiere (oft versteckt im Best Shot oder Scene-Menü) sind meist günstiger als die Vollautomatik. Diese speziellen Modi arbeiten häufig automatisch mit der Serienbildschaltung. Wenn Sie Tiere in Aktion fotografieren und einen anderen Kameramodus verwenden, denken Sie daran, dass Sie die Serienbildfunktion ggf. von Hand aktivieren müssen. Erfahrene Fotografen verwenden am besten den Modus Tv/S, die Halbautomatik, bei der Sie die Belichtungszeit selbst festlegen. Mein Tipp für Einsteiger: Machen Sie sich mit den Zusammenhängen von Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert vertraut. Egal welches Haustier Sie haben: Dieses Grundwissen hilft Ihnen in allen fotografischen Lebenslagen weiter (siehe Kasten). Beginnen wir jedoch mit den Tricks, die Sie auch mit einfachen Kameras anwenden können.


Tierporträts optimal gestalten

Am einfachsten ist es, den vierbeinigen Hausgenossen zu fotografieren, wenn er sich ruhig hält. Im Vollautomatikmodus entscheidet die Kamera oft selbst über den Einsatz des eingebauten Kamerablitzes. So kommt es nicht nur zum gefürchteten "Rote-Augen-Effekt", der Blitz zerstört auch die Lichtstimmung. Arbeiten Sie lieber mit dem vorhandenen Licht und deaktivieren Sie den Blitz. Leider ist es in Innenräumen oft zu dunkel, darum sollten Sie Ihr Haustier-Fotoshooting draußen machen, oder an einem möglichst hellen Ort in der Wohnung.
 
  • Stellen Sie richtig scharf
    Setzen Sie den Fokus (Schärfepunkt) an die richtige Stelle: Vor allem die Augen sollten scharf sein.
     
  • Gestalten Sie den Hintergrund
    Achten Sie auf einen ruhigen Hintergrund. Alles was hell, extrem bunt oder sehr markant ist, lenkt die Aufmerksamkeit vom Hauptmotiv ab. Wagen Sie ruhig auch mal einen Anschnitt: Es muss nicht immer alles drauf sein.
     
  • Zoomen Sie
    Bei Kompaktkameras und Smartphones tendiert man dazu, nur den Weitwinkelmodus zu verwenden. Sie müssen sehr nah ans Motiv, damit es groß genug im Bild erscheint, gleichzeitig ist aber auch eine Menge vom Umfeld zu sehen. Das Weitwinkel hat den unangenehmen Nebeneffekt, dass es die Größenverhältnisse verzerrt.  Verändern Sie den Abstand und zoomen Sie etwas mehr. Dadurch wird der Hintergrund weicher, die Proportionen werden schöner.
     
  • Gehen Sie auf Augenhöhe
    Gehen Sie auf Augenhöhe mit Ihrem Modell, das bedeutet bei Hunden und Katzen, dass Sie eine tiefe Aufnahmeperspektive wählen sollten.
     
  • Planen Sie das Shooting
    Geht man in die Knie oder setzt man sich auf den Boden, hält das Modell dies gerne für eine Aufforderung zum Spielen. Eine zweite Person kann die Aufmerksamkeit des tierischen Modells auf sich ziehen. Bei Pferden ist ein Helfer unerlässlich.
     
  • Bleiben Sie locker
    Schlafende Tiere sehen niedlich aus, sie halten still und die Fotos gelingen fast immer. Bilder, auf denen die Tiere ruhig halten und gleichzeitig aufmerksam in die Kamera schauen, sind interessanter aber auch schwieriger. Hier kommt es einerseits auf den Gehorsam des Tieres an – und auf den Moment des Auslösens.  Sie müssen schnell sein, um den besten Moment zu erwischen, und gleichzeitig ruhig bleiben, um nicht zu verwackeln. Was heute nicht geklappt hat, funktioniert beim nächsten Mal: Bleiben Sie einfach dran.
     
Coole Bilder

Was beim klassischen (Tier)Porträt tabu ist, kann bewusst eingesetzt sehr cool aussehen: Untypische Perspektiven. Wenn Sie steil von oben nach unten mit dem Weitwinkel fotografieren, oder Ihren Hund aus der Froschperspektive ablichten, entstehen ungewöhnliche Bilder. Wenn Sie ein geduldiges Modell haben, können Sie auch mal ganz nahe ran gehen. Stellen Sie auf die Hundenase oder auf die Barthaare Ihrer Katze scharf. Dazu müssen Sie ggf. den Nahaufnahmemodus an der Kamera aktivieren. Detailaufnahmen von Pfoten, witzige Haarbüschel oder eine Katzenzunge, die Sahne aus einer Glasschüssel schlürft: Sie kennen Ihren Vierbeiner am besten und wissen, welchen Situationen fotografisches Potenzial innewohnt. Mit einer wasserdichten Kamera können Sie auch mal an einem Flussufer entlang waten und die Kamera für eine ungewöhnliche Ansicht knapp über oder unter der Wasseroberfläche Richtung Motiv halten.

Unschärfe gilt als Fehler, aber Sie können ganz bewusst damit experimentieren: Verwischte Bilder, Fotos, bei denen der Schärfepunkt an einer ungewohnten Stelle sitzt: Durchforsten Sie ruhig einmal Ihre Fehlschüsse nach kuriosen oder ungewöhnlichen Schnappschüssen.

Auf das Licht kommt es an

Der wesentliche Unterschied zwischen Anfängerfotos und professionell wirkenden Bildern besteht darin, dass der Profi peinlich genau auf den Hintergrund achtet, die Schärfe exakt steuert und ein Auge fürs Licht hat.

Unscharfe Fotos sind unvermeidlich, wenn Sie Ihr Haustier in der Wohnung oder im Schatten fotografieren. Was für das menschliche Auge hell aussieht, ist für die Kamera oft schon zu dunkel. Bei unbewegten Motiven können solche Bilder ohne Blitz gelingen, aber die meisten Tiere halten nicht lange genug still. Bereits eine leichte Drehung des Kopfes genügt und es entsteht Bewegungsunschärfe. Zu erkennen ist diese Art von Unschärfe daran, dass die Umgebung scharf abgebildet ist, aber das Tier ist verwischt.

Fotos in düsteren Reithallen sind selbst mit Profikameras eine Herausforderung. Bedenken Sie, dass professionelle Hallenturniere bei einer viel intensiveren Beleuchtung stattfinden, als dies bei einem kleinen Reitverein der Fall ist. Wenn Sie Ihre Fotos draußen machen können, sind die Erfolgsaussichten erheblich größer. An einem bewölkten Tag oder spätnachmittags kann es auch schon wieder so dunkel sein, dass Bewegungsunschärfe entsteht. Deshalb müssen Sie Ihre Kamera anders einstellen. Im Modus Tv/S legen Sie die Belichtungszeit fest. Hunde und Katzen, die irgendwo sitzen und sich umschauen, lassen sich mit 1/125 s relativ sicher fotografieren. Zeigt Ihre Kamera eine Zeit von 1/60 oder 1/30 s an, müssen Sie auslösen, solange sich das Tier absolut still hält.

 
Zeit – Blende – ISO - Blitz: Crashkurs
Bei wenig Licht verwendet die Kamera eine lange Belichtungszeit und öffnet die Blende sehr weit. Die Automatik erhöht den ISO-Wert, um die Lichtausbeute zu verbessern und schaltet ggf. das Blitzlicht automatisch zu. Ist es am Aufnahmeort sehr hell (direkte Sonne), verwendet die Kamera eine kurze Belichtungszeit, schließt die Blende weiter und der ISO-Wert bleibt auf einem niedrigeren Level. Diese drei Faktoren führen zu schärferen Bildern. Der Blitz wird nicht benötigt. Zeit, Blende und ISO-Wert sind wechselseitig voneinander abhängig, verändert man einen dieser drei Parameter, verändern sich auch die anderen beiden. Die Belichtungszeit hat den größten Einfluss darauf, ob (bewegte) Motive scharf abgebildet werden können. Ist die Belichtungszeit zu lang, verwackelt das Foto oder das bewegte Motiv verwischt. Um eine kurze Belichtungszeit verwenden zu können, muss es am Aufnahmeort ausreichend hell sein. Die Automatik nutzt den Spielraum der Möglichkeiten nur bedingt aus, ob ein Foto gelingt oder nicht, ist oft eine Frage des Zufalls.

Tiere in Bewegung Knackscharfe Bilder von spielenden Hunden oder von Pferden in Bewegung sind nur möglich, wenn Sie eine sehr kurze Belichtungszeit verwenden. Beginnen Sie mit 1/500 s oder kürzer (1/640 oder 1/1000 s). Je schneller die Bewegung, desto kürzer muss auch die Belichtungszeit sein, sonst klappt es nicht mit dem Einfrieren der Bewegung. Wenn es zu dunkel ist, können Sie zwar eine kurze Belichtungszeit einstellen, aber Ihr Foto wird unterbelichtet. Es gibt Situationen, in denen sich nichts erzwingen lässt.

Ein Motiv, das an Ihnen vorbei läuft, ist schwieriger zu fotografieren als eines, das sich auf die Kamera zubewegt. Hier ist die Autofokussteuerung sehr wichtig. Es gibt eine spezielle Autofokus-Betriebsart für bewegte Motive (AF-C, AF-F, AI-Servo). Sie berechnet innerhalb von Sekundenbruchteilen die Entfernung zwischen Motiv und Kamera. Während sich das Motiv nähert, wird die Geschwindigkeit ermittelt und die Scharfstellung nachkorrigiert. Wenn Sie die AF-Betriebsart für unbewegte Motive (AF-S oder One Shot) verwenden, ist vielleicht die Rute des Hundes scharf, aber nicht die Augen. Ebenfalls wichtig: Der Autofokuspunkt. Standardmäßig arbeitet die Kamera mit einer ganzen Reihe von Messfeldern, die womöglich auf etwas Unwichtiges im Hintergrund scharfstellen. Besser: Definieren Sie einen einzelnen Autofokuspunkt nahe am Motiv für mehr Treffgenauigkeit. Denken Sie ggf. an die Serienbildschaltung!

Noch ein Wort zur Schärfe: Bei Porträts von Hunden mit langen, spitzen Schnauzen kann es vorkommen, dass die Nasenspitze nicht mehr ganz scharf ist, wenn Sie auf die Augen fokussieren. Bei Kompaktkameras sieht man den Effekt nicht so deutlich wie bei Spiegelreflexkameras. Erfahrene Fotografen können in diesem Fall die Blende weiter schließen und z.B. den Modus Av/A anstelle von Tv/S verwenden.

Fotoshooting im Studio

Hunde kann man trainieren an einem bestimmten Platz zu verharren, bei Katzen klappt das nur selten. Was für Menschen gilt, gilt für Tiere erst recht: Modell stehen ist anstrengend, darum sollten Ihre Fotoshootings nur kurze Zeit dauern.

Dies gilt insbesondere für Situationen in einem professionellen Fotostudio. Der Stress, der durch die ungewohnte Umgebung entsteht, ist sehr hoch. Hinzu kommen fremde Geräusche, fremde Gerüche und vielleicht auch noch fremde Menschen. Wenn Sie planen, mit Ihrem Haustier ein Studio-Shooting zu machen, sollten Sie die nervliche Belastbarkeit Ihres Tiers gut einschätzen. Buchen Sie einen Fotografen, der sich in Haustierfotografie spezialisiert hat. Ein Outdoor-Shooting bietet sich immer als Alternative an. Das ist vielleicht nicht so schick wie ein Studiohintergrund, aber deutlich einfacher für das vierbeinige Modell.

Professionell fotografieren

In speziellen Workshops können Sie sich das nötige Knowhow für die Tier- oder Studiofotografie aneignen. Bei Workshops zur Pferdefotografie profitieren Sie davon, dass erfahrene Kursanbieter die Verhältnisse vor Ort genau kennen, und mit einem Team von Assistenten zum Beispiel dafür sorgen, dass die Pferde an einer fotografisch interessanten Location entlang galoppieren. Im Alltag hat man meist mit Zäunen, Gebäuden oder anderen störenden Elemente zu kämpfen. Weil man solche Aufnahmen in Eigenregie nicht so leicht inszenieren kann, kosten diese Veranstaltungen viel Geld. Häufig darf man die Fotos aus solchen Workshops nicht oder nur unter bestimmten Auflagen veröffentlichen.
Zum Trost sei gesagt, dass auch Profis viele Fotos machen, die nicht perfekt sind. Egal ob Sie Einsteiger, Amateur oder schon ein erfahrener Fotograf sind: Übung macht den Meister. Trainieren können Sie Ihre fotografischen Fähigkeiten immer und überall. Je öfter Sie fotografieren, desto schneller werden Sie auch überdurchschnittliche Tierfotos schießen.

Dieser Beitrag wurde von der Münchner Fotografin Jacqueline Esen im Auftrag von myposter verfasst.
 

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