Fragen an den Deutschen Tierschutzbund

An dieser Stelle beantwortet der Deutsche Tierschutzbund Fragen unserer Leser.
 
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Werden unvermittelbare Tiere im Tierheim eingeschläfert?

Die Tierheimordnung des Deutschen Tierschutzbundes regelt ganz genau, wann Hunde und Katzen in Tierheimen eingeschläfert werden dürfen. Nur wenn der Tierarzt eine unheilbare, schwere Erkrankung feststellt, ist dies erlaubt. Ein weiterer Grund zur Tötung eines Tieres kann das Vorliegen von schweren Verhaltensstörungen sein, die für das Tier Leiden im Sinne des Tierschutzgesetzes bedeuten. In solchen Einzelfällen trifft eine Kommission aus Tierärzten und Tierheimmitarbeitern die Entscheidung. In allen anderen Fällen ist die Tötung von Tieren im Tierheim grundsätzlich abzulehnen, denn das Deutsche Tierschutzgesetz verbietet das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund.
(Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes)

Warum verlangt das Tierheim eine Schutzgebühr?

Jedes Tierheim freut sich, wenn es Schützlinge in ein neues, gutes Zuhause vermitteln kann. Die Abgabegebühr stellt eher einen gewissen Schutz der Tiere vor möglichem Missbrauch dar, damit die Tiere nicht unüberlegt aufgenommen werden. Tierheime erhalten meist nur sehr wenige oder gar keine öffentliche finanzielle Unterstützung, sie finanzieren sich hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Die Kosten für die Unterbringung, Verpflegung und medizinische Versorgung der aufgenommenen Tiere sind sehr hoch und sie werden durch die erhobenen Schutzgebühren bei der Vermittlung dieser Tiere meist nicht gedeckt. Jeder Verein entscheidet selbst über die Höhe der Schutzgebühr. Die dem Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime sind jedoch gemeinnützig anerkannt, das heißt sie verfolgen keine eigenwirtschaftlichen Interessen.
(Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes)

Wie erkennt man eine seriöse Organisation?

Ich möchte gerne für den Tierschutz spenden. Woran erkenne ich, ob eine Tierschutzorganisation auch wirklich seriös ist? Sie können sich von der betreffenden Organisation selbst eine Bescheinigung vom Finanzamt vorlegen lassen, die beweist, dass der Verein als gemeinnützig anerkannt ist. Außerdem können Sie sich beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen sowie beim Deutschen Spendenrat erkundigen.
(Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes)

Welchen Einfluss hat der Deutsche Tierschutzbund?

Bislang ist das Verbänden nicht erlaubt: Ein Tierhalter kann klagen, wenn ihm die Tierschutzauflagen nicht passen oder ein Forscher, wenn ihm die Behörde einen Versuch untersagen will. Wer "weniger Tierschutz" durchsetzen will, darf klagen. Weil sich ein bundesweites Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzverbände nicht durchsetzen ließ, setzt sich der Deutsche Tierschutzbund verstärkt dafür ein, die Klagemöglichkeit auf Länderebene einzuführen. Bremen hat hier mit der Zulassung des Verbandsklagerechtes für anerkannte Tierschutzorganisationen 2007 eine wichtige Vorbildfunktion übernommen.
(Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes)

Ich möchte gerne für den Tierschutz arbeiten. Wo kann ich mich einsetzen?

Beim Deutschen Tierschutzbund gibt es verschiedene Einsatzmöglichkeiten – sofern freie Stelle vorhanden sind: Unter anderem arbeiten sowohl in den wissenschaftlichen Fachabteilungen des Deutschen Tierschutzbundes als auch in der Bundesgeschäftsstelle in Bonn mehrere Biologen und Tierärzte. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise die Rechtsabteilung und die Presseabteilung. Die praktische Arbeit mit Tieren ist in den über 700 Tierschutzvereinen mit mehr als 500 Tierheimen möglich, die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen sind. Neben Ehrenamtlichen sind dort auch Tierpfleger tätig. Über frei werdende Stellen und Ausbildungsplätze informieren die Tierheime selbst.
(Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes)

Sollte ich eine Krankenversicherung für mein Tier abschließen?

Prüfen Sie genau, ob das für Sie überhaupt sinnvoll ist. Oft ist das nicht der Fall, weil etwa der Versicherungsschutz für Tiere ab einem bestimmten Alter ausgeschlossen ist. Die Anbieter wollen sich dadurch hohe Zahlungen ersparen, die sie im Fall von ernsthaften Erkrankungen der Tiere leisten müssten. Im Endeffekt sind solche Versicherungen für Sie teurer, weil Sie in die Versicherung einzahlen und trotzdem oft im Versicherungsfall selbst für die Behandlung aufkommen müssen. Sinnvoller ist es zum Beispiel für ältere Hunde Geldbeträge für eine mögliche Behandlung oder Operation zu sparen. Dadurch gehen keine ungenutzten Versicherungsprämien verloren.
(Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes)



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