Elfenbeinjagd: Illegaler Handel stachelt das Töten von Elefanten und Nashörnern an | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Elfenbeinjagd: Illegaler Handel stachelt das Töten von Elefanten und Nashörnern an

Illegaler Handel mit Elfenbein und dem Horn der Nashörner ist leider keine Seltenheit. Tierschutzorganisationen wie "Save the Elephants" setzen sich tatkräftig für die sanften Riesen ein.
 
Elfenbeinjagd: Illegaler Handel stachelt das Töten von Elefanten und Nashörnern an © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Seit 1989 ist der Handel mit Elfenbein durch das Washingtoner Artenschutzabkommen verboten.
Das blutige Geschäft mit Elfenbein von Elefanten und dem Horn von Nashörnern kennt keine Grenzen. Jährlich sterben Tausende wilde Tiere, weil Wilderer an den seltenen Materialien Millionen verdienen. Schmugglerbanden erzielen durch dieses illegale Geschäft in der Regel fünfstellige Dollarbeträge. Zum Beispiel werden für ein Kilogramm Horn eines Nashorns bis zu 50.000 Dollar (ca. 45.000 Euro) gezahlt. Die Nachfrage ist besonders im asiatischen Raum enorm groß. In Vietnam wächst die Nachfrage nach Nashorn, in China besteht der größte Markt für Elfenbein. Grund genug für Lang Lang, einer der weltweit berühmtesten klassischen Pianisten und gebürtiger Chinese, sich für die "Ivory Free Campain" einzusetzen, die die Tierschutzorganisationen "WildAid", "African Wildlife Foundation" und "Save the Elephants" initiiert haben.

Traurige Zahlen

Rund 1,2 Millionen Elefanten lebten Ende der 70er-Jahre in Afrikas Savannen. Wilderer haben diesen Bestand innerhalb von 10 Jahren halbiert, auf lediglich noch 600.000 Tiere. Den Höhepunkt erreichte die Tötungsrate im Jahr 2011, als rund 40.000 Tiere durch die Hand von Wilderern starben. Im Jahr 2014 wurden allein in Südafrika mehr als 20.000 Tiere niedergeschlachtet. In Tansania ist die Lage offenbar noch dramatischer, dort starben in den letzten sechs Jahren um die 65.000 Tiere, das sind ca. 60 Prozent des gesamten Bestandes. Lebten dort einst 39.000 Elefanten, sollen es aktuell nur noch 13.000 Dickhäuter sein.

Seit 1989 ist der Handel mit Elfenbein durch das Washingtoner Artenschutzabkommen verboten. Allerdings gibt es immer wieder Ausnahmen für einige afrikanische Länder und vor allem die Nachfrage in China hat den Schwarzmarkt geradezu befeuert. Dort wurde das Handelsverbot für Elfenbein nämlich aufgehoben. Das Elfenbein wird vor allem für Schmuck verwendet, um daraus Armreifen oder Ringe herzustellen. Oftmals werden auch Statuen aus Elfenbein geschnitzt und teuer verkauft.

Auch Nashörner müssen sterben

Doch nicht nur die Dickhäuter leiden drastisch unter der Wilderei. Auch das Horn des Nashorns ist ein begehrtes Material für die illegalen Jäger. Das Horn gilt in Vietnam zum Beispiel als Statussymbol, da es als Wundermittel verschrien ist. Zermahlen soll es entgiftend, kampflösend und fiebersenkend wirken. Zudem soll es Kopfschmerzen lindern, den Kater nach einer durchzechten Nacht vertreiben können, bei Epilepsie und Schlaganfällen helfen und Krebs heilen können. In Südafrika sind zwischen 1990 und 2005 durchschnittlich 14 Tiere pro Jahr getötet worden. Dann stieg die Zahl rasant an: 2008 waren es bereits 83 Tiere, 2011 waren es 448 Tiere und 2014 lag die Zahl bei 1.200 Nashörnern.
 

Prominente Unterstützer

Die drohende Ausrottung dieser Tierarten ruft prominente Unterstützer auf den Plan. So setzt sich jüngst Lang Lang, einer der weltweit berühmtesten klassischen Pianisten und gebürtiger Chinese, für die "Ivory Free Campain" ein, die die Tierschutzorganisationen "WildAid", "African Wildlife Foundation" und "Save the Elephants" initiiert haben. Er will sich dafür einsetzen, die chinesische Bevölkerung darüber aufzuklären, dass der legale wie illegale Kauf von Elfenbein den Elefanten in Afrika Tribut zollt. "Ich hoffe, dass allen, die Elfenbein mit nach China bringen, klar ist, dass dadurch die Wilderei verstärkt wird, das ökologische Gleichgewicht gestört wird und sie zudem Gesetze und Vorschriften brechen", so Lang Lang bei der Vorstellung seiner Kampagne am Flughafen von Peking.

Ziel der Kampagne ist es, ein vollständiges Verbot für den Handel und Kauf von Elfenbein zu erreichen. China hat mittlerweile signalisiert, dass ein Ausstieg aus dem Elfenbein-Geschäft durchaus denkbar wäre. Aus Regierungskreisen war zu vernehmen, dass der Handel mit Elfenbein in Zukunft strenger kontrolliert werden soll, bis die kommerzielle Verarbeitung und der Verkauf von Elfenbein letztlich komplett zum Erliegen käme. Ein erstes positives Signal, dass WWF China (World Wide Fund for Nature) als positives Zeichen in die richtige Richtung auffasst. Lang Lang ist übrigens nicht der einzige prominente Botschafter für das Wohl der Elefanten, auch Prinz William und David Beckham setzen sich für die Dickhäuter ein.


Quelle: Wild Aid, WWF China

 

Sehen Sie hier die Kampagne von Lang Lang:




 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren