Fatale Touristenattraktion: Elefantenreiten in asiatischen Ländern | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Fatale Touristenattraktion: Elefantenreiten in asiatischen Ländern

Irgendwie schaffen es skrupellose Menschen immer wieder, aus dem Leid von Tieren Profit zu schlagen. "Hautnahe Begegnungen" mit Elefanten bilden ein weiteres trauriges Beispiel für ein derartiges "Geschäftsmodell". Fürs Elefantenreiten werden wilde Kälbchen gefangen und ihre Sippe getötet.
 
Fatale Touristenattraktion: Elefantenreiten in asiatischen Ländern © pixabay.com/MannyvonKannen (CC0 Public Domain)
Oft werden die Elefanten als Kälber illegal aus der Wildnis eingefangen und mit brutalen Mitteln gezähmt.
Der Schein trügt. Ein geschmückter Dickhäuter bereichert das Begrüßungskomitee der eintreffenden Gäste in einem indischen Luxusresort. Asienurlauber legen die letzten Meter zu touristischen Attraktionen gerne auf dem Rücken eines Elefanten zurück. Die Tiere machen ihren Job gut und bescheren Touristen in Asien und mittlerweile auch in Afrika ein unvergessliches Erlebnis. Dass dieses Erlebnis auf unsäglich viel Leid basiert, bleibt im Verborgenen. Unwissenheit und naive Tierliebe lässt viele Menschen in die Falle tappen, und bei den Anbietern klingelt die Kasse.

Illegaler Fang, brutale Dressur

Oft werden die Elefanten als Kälber illegal aus der Wildnis eingefangen und mit brutalen Mitteln gezähmt. Laut Pro Wildlife werden in Myanmar pro Jahr 50 bis 100 Elefantenkinder gefangen und nach Thailand geschmuggelt. Dort liegt der Wert eines Elefantenkalbes auf dem Schwarzmarkt bei 24.500 Euro. Dabei ist die Vorgehensweise genauso skrupellos wie grausam. Um ein einziges Kalb zu fangen, werden bis zu fünf erwachsene Tiere bei dem Versuch, den Nachwuchs zu schützen, getötet. Von den traumatisierten Jungtieren überleben in der Regel zwei von dreien nicht. Selbst bei Einrichtungen wie dem Elefantenwaisenhaus in Pinnawela trügt der schöne Schein.

Waisen bleiben Gefangene

Zwar ist das Waisenhaus ein beliebtes Ziel in Sri Lanka, das auch große Reiseunternehmen im Angebot haben, doch erfüllt es nicht einmal Mindeststandards. Die Tiere sind angekettet, und es mangelt an Platz, Schatten, Futter und sauberem Trinkwasser. Streicheln und Füttern der Tiere ist erlaubt. Somit können die Jungtiere nicht mehr in die Freiheit entlassen werden, wie behauptet wird. Darum der Appell an Touristen: Meiden Sie Elefantencamps und Auffangstationen, die direkten Kontakt mit Menschen anbieten, genauso wie Elefantenreiten oder Prozessionen und Festumzüge mit Elefanten als Attraktion. Seriöse Auffangstationen gestatten keinen Kontakt zu den Tieren, die in Gruppenverbänden und selbstverständlich ohne Ketten gehalten werden.
Infos: www.prowildlife.de

Text: ULRIKE ULMANN

 
Artikel aus Ein Herz für Tiere Ausgabe 10/2014. Jetzt abonnieren!
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