Kälbchen verenden qualvoll im Mutterleib | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin
Das regt uns auf!

Kälbchen verenden qualvoll im Mutterleib

Und wieder eine Schreckens- und Leidensnachricht rund um das Thema Fleischkonsum. Diesmal geht es um die Milchkühe bzw. ihre ungeborenen Kälbchen. Es sind circa zehn Prozent der über eine Million Milchkühe trächtig, die jährlich in Deutschland geschlachtet werden.
 
Kälbchen verenden qualvoll im Mutterleib © pixabay.com/alsen (CC0 Public Domain)
Tausende Kälbchen verenden jährlich qualvoll im Mutterleib.
Hatte man bisher nur größtes Mitleid mit den Milchkühen, die sich nach teilweise zweijähriger Dauer-Ausbeutung und schmerzhaften Eutern (weil teilweise viel zu groß gezüchtet) womöglich schon ihrem Ende entgegensehnen (wundern würde es einen nicht), kommt nun noch das Leid ihrer ungeborenen Kälber hinzu. So wurde dank des Deutschen Tierschutzbundes bekannt, dass Tausende lebensfähiger Kälbchen qualvoll bereits im Leib ihrer Mutter ersticken. Demnach sind circa zehn Prozent der über eine Million Milchkühe trächtig, die jährlich in Deutschland geschlachtet werden.

Kälbchen als Müll entsorgt

Während ihre Mütter nach der Betäubung mit einem Bolzenschuss getötet werden, ersticken die Kälbchen langsam und elendig im Mutterleib und werden später als Müll entsorgt. Dieses Vorgehen ist ethisch von höchster Brisanz und kann nur als unaussprechlich grausam bezeichnet werden. Politisch hingegen ist es eine Grauzone, die in der Diskussion bisher keine Beachtung fand. Oder ist es sogar ein in Kauf genommenes Übel für die EU-Kommission? Immerhin hat bereits im vergangenen Dezember das Bundeslandwirtschaftsministerium in einem Brief an die EU-Kommission gefordert, dass Tiere zumindest während des letzten Drittels der Trächtigkeit nicht mehr transportiert und geschlachtet werden.

Landwirte sind machtlos

Die EU-Kommission möchte die deutsche Delegation dazu nun zunächst im zuständigen Ausschuss anhören. Eine Änderung der EU-Verordnung ist damit noch nicht absehbar. Des Weiteren sieht die EU-Schlachtverordnung „keine Möglichkeit für die Mitgliedstaaten, nationale Regelungen in Bezug auf die Schlachtung tragender Rinder in Schlachthöfen zu erlassen“. Man sollte sich also in dieser Debatte darüber im Klaren sein: Nicht die Landwirte sind die Übeltäter, denen die finanziellen Mittel im hart umkämpften Markt fehlen, um jede Kuh einer Trächtigkeitsuntersuchung zu unterziehen.

Es ist die EU-Kommission, welche den Tierschutz eben doch gerne eher kosmetisch als tiefschürfend betreibt. Bei so viel trockener Bürokratie um ein so eindeutig drängendes, emotionales Thema bleibt nichts als der Wunsch, nie als Kälbchen geboren zu werden. Denn womöglich kommt das Ende, bevor das Leben beginnt.


Text: Anna Raithel
Foto:  pixabay.com  © alsen   (CC0 Public Domain)


 
Artikel aus Ein Herz für Tiere Ausgabe 09/2015. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren