Kanadas Interesse am Penis der Robben | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Kanadas Interesse am Penis der Robben

Es ist eine Lüge, Kanadas Lust an der Robbenjagd als schmutziges Geschäft zu bezeichnen. Denn sie lohnt sich nicht einmal! Wann hört das sinnlose Morden an Robben auf?
 
Kanadas Interesse am Penis der Robben © pixabay.com/Counselling (CC0 Public Domain)
Kanadas Lust an der Robbenjagd lohnt sich nicht einmal wirtschaftlich.
Es gibt nicht viele Probleme, die mit der Zeit von alleine verschwinden. Das ekelhafte und sinnlose Abschlachten von Robben vor Kanadas Küsten gehört dazu. Im Jahr 2014 hätten 60.000 Kegelrobben umgebracht werden dürfen – es wurden nur 82. Warum? Es gibt für tote Robben keinen Markt! In Europa dürfen sie seit 2008 nicht mehr eingeführt werden. Und auch weltweit haben die brutalen Tötungsmethoden das Interesse Richtung null gehen lassen. Doch Kanadas Regierung unter Premierminister Stephen Harper will das nun ändern und die tote Industrie wiederbeleben. Mit einer Idee, die lustig sein könnte – wenn nicht alles
so traurig wäre.

Eine neue, alte Schnapsidee

Die Penisse der Robben sollen getrocknet werden und zusammen mit einem aus den Hoden hergestellten Saft die Potenz der Menschen anregen. So weit zumindest der Tipp aus einem internen Regierungspapier, das an die Öffentlichkeit gelangte. Märkte in Kanada und Asien sollen dafür sorgen, dass das teure Töten der Robben zumindest teilweise refinanziert wird. Ein dummer Gedanke, aber kein neuer. In den 90er-Jahren wurden in Asien 650 Dollar für einen Robbenpenis bezahlt; dann kam Viagra. Warum Kanada glaubt, an diese Zeiten wieder anknüpfen zu können? Nicht die einzige Frage, die offenbleibt.

Falsche Argumente

Denn auch der eigentliche Grund für den geplanten Massenmord ist alles andere als sattelfest. Fest steht, dass die mächtige Fischindustrie Druck auf die Regierung ausübt. Vor allem die immer weiter zurückgehenden Kabeljaubestände bereiten große Sorgen. Angeblich sind die Robben schuld. Also müssen sie weg. Wen interessiert da schon, dass Kabeljau nur drei Prozent der Robben-Nahrung ausmacht? Wen interessiert, dass Robben stattdessen auch Jagd auf Tintenfisch machen, der sich wiederum unter anderem vom Kabeljau ernährt? Nein, die Natur ist selten das Problem, wenn es in der Natur ein Problem gibt. Aber Selbstkritik ist eben nicht jedermanns Sache. Dass der Ozean gnadenlos abgefischt wurde, will die Fischereiindustrie natürlich nicht hören. Bis zum 16-Fachen wurden die Quoten zwischen 1986 und 1992 überschritten! Drakonische Strafen gab es damals nicht. Bestraft werden stattdessen die Robben. 

Text: MARCO HEINRICH


 
Artikel aus Ein Herz für Tiere Ausgabe 08/2015. Jetzt abonnieren!
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