Pelzindustrie: Pelzmode findet immer wieder zurück auf die Laufstege | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Pelzindustrie: Pelzmode findet immer wieder zurück auf die Laufstege

Pelz tötet - daran hat sich nichts geändert. Die Liste der pelzfreien Kaufhäuser und Modeketten ist zwar lang, gleichzeitig boomt aber der internationale Pelzhandel. Vor allem da die Modeindustrie es immer wieder schafft, Pelzelemente als Trend in ihre Kollektionen zu schmuggeln, wie zuletzt die Fellteile an Wintermützen.
 
Pelzindustrie: Pelzmode findet immer wieder zurück auf die Laufstege © Deutscher Tierschutzbund
Im Winter sind Pelzelemente an der Kleidung immer noch in.
Pelzmode findet immer wieder ihren Weg zurück auf die Laufstege der Modelabels. Die Pelzlobby versucht, diese Mode wieder salonfähig zu machen. Doch die Verbraucher wollen die Quälerei für Pelz schon lange nicht mehr hinnehmen. Proteste und Boykott haben vielerorts zum Rückgang der Pelztierzucht oder zu deren Verbot geführt. Denn Pelz tötet – daran hat sich nichts geändert. Dennoch sterben jährlich nach wie vor Millionen Nerze, Füchse, Marderhunde, Waschbären, Kaninchen, aber auch Hunde und Katzen, um ihr Fell in Kleidung und Accessoires zu verarbeiten.

Gefährlich sei der aktuelle Winter-Modetrend, Fellteile an Mützen, Handschuhen oder Krägen zu tragen, schlägt der Deutsche Tierschutzbund Alarm. Hinter den vermeintlichen Kunstfellbommeln verbirgt sich oftmals Echtfell, beispielsweise vom Marderhund. Dies konnte schon mehrfach in den letzten Wintern nachgewiesen werden. In Pelztierfarmen sterben allein über 50 Millionen Tiere pro Jahr. Laut der Tierschutzorganisation PETA stammen 85 Prozent der Häute aus der Pelzindustrie von Tieren, die auf Pelzfarmen gefangen gehalten werden.

Tierquälerische Käfighaltung

Pelztiere werden in Käfigen gehalten und damit jeder Möglichkeit beraubt sich artgerecht zu verhalten. Auf Pelztierfarmen werden nicht einmal die Minimalansprüche, die diese Tiere an ihre Umgebung stellen, erfüllt. Enge Drahtkäfige aus Gitterrosten sind übliche Haltungssysteme für Pelztiere in Farmen. Tiere, die sich in freier Wildbahn aus dem Weg gehen würden, werden auf engstem Raum nebeneinander untergebracht.

Nerze sind in engste Käfige eingepfercht, ohne jede Bademöglichkeit. Auch die Wasser liebenden Nutrias (Sumpfbiber) werden häufig in Verschlägen aus Beton, in der Regel ohne Zugang zu einem Badebassin, gehalten. Füchse haben in den Drahtkäfigen keine Möglichkeit zum Graben und Wühlen, und die springfreudigen Chinchillas sind in winzigen Käfigen zur Bewegungslosigkeit verurteilt.

Grausame Fangmethoden

In freier Wildbahn werden Pelz tragende Wildtiere auch heute noch in vielen Ländern mit Fangeisen gefangen. So gefangen, kämpfen die Tiere oft Stunden oder gar Tage um ihr Leben, bevor sie an Erschöpfung, Hunger, Durst oder an ihren Verletzungen sterben. Bei ihren vergeblichen Befreiungsversuchen reißen sie sich tiefe Wunden ins Fleisch, verrenken oder brechen sich die Gliedmaßen. Manche Tiere beißen sich sogar die eingeklemmten Pfoten ab.

Die Vergangenheit hat leider gezeigt, dass Tiere wie Tiger, Leoparden, Geparden, Schneeleoparden und Nebelparder aufgrund ihrer Felle fast ausgerottet worden sind. Für einen Pelzmantel sterben 30 - 50 Waschbären oder 14 Luchse oder 40-60 Nerze oder 12 Wölfe oder 110 Eichhörnchen oder 130 - 200 Chinchillas. Internationale Artenschutzbestimmungen zum Schutz von vom Aussterben bedrohten bzw. gefährdeten Arten werden immer wieder umgangen.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert, dass auch in Deutschland ein Verbot der Pelztierhaltung erlassen wird. England, Kroatien, die Niederlande und Österreich haben es bereits vorgemacht. Am besten ist es, generell keinen Pelz zu kaufen – auch keine Produkte, an denen vermeintlich nur kleine Mengen Kunstpelz verarbeitet wurde.

Quelle: u.a. Deutscher Tierschutzbund, PETA
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