Schandfleck Mastanlage: Man will kein Schwein sein auf dieser Welt | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Schandfleck Mastanlage: Man will kein Schwein sein auf dieser Welt

Jährlich werden in Deutschland in insgesamt 27.100 Betrieben 58.350.000 Schweine zur Schlachtung „produziert“. Deutschland ist damit auf Platz 1 der europäischen Spitzenproduzenten. Und die Planung geht weiter.
 
Schandfleck Mastanlage: Man will kein Schwein sein auf dieser Welt © Image courtesy of tiverylucky at FreeDigitalPhotos.net
Es gibt viele Mastanlagen in Deutschland.
Die Mastanlage in Haßleben wurde, wegen großen Widerstands aus der Bevölkerung, zum Glück bisher nicht umgesetzt. Viele andere schon. Und in Planung ist sie dennoch.

Schandfleck Mastanlage

Dabei haben unsere Nachbarländer, wie etwa die Niederlande, schon lange erkannt, dass Mastanlagen niemandem gut tun. Sie subventionieren deshalb Großindustrielle wie Harry van Gennip, wenn er seine Schweine-Mastanlagen in andere Länder verlagert. Somit bekommt der holländische Schweinefabrikant Geld von seinem Staat dafür, dass er seine schmutzigen und tierfeindlichen Anlagen in den Niederlanden abbaut. Obendrauf bekommt er aber auch Geld von der EU dafür, dass er sie hier wieder aufbaut. In Anbetracht der negativen Auswirkungen, die diese Anlagen anrichten, ist dies nicht nachvollziehbar. Diese Schweinefabriken schaden nicht nur den armen Tieren, die darin dahinvegetieren, sondern auch den Menschen in der Umgebung und der Umwelt. Weil Regenwald verbrannt wird (für das Futter in Mastanlagen) und massive Treibhausgase durch Gülle, Dünger und Soja- sowie Viehtransporte entstehen, ist die industrielle Landwirtschaft für fast 30 Prozent der Klimabelastung verantwortlich. Für die Anwohner der Mastanlagen bedeutet das Lärm (36 Lkw pro Tag), extremen Gestank, einen Rückgang des dortigen Tourismus und der Lebensqualität. Die Grundstücke in der Umgebung verlieren bis zu 70 Prozent an Wert. Arbeitsplätze werden mehr zerstört als geschaffen.

Sinnloser Tod

Hinzu kommt: Es werden jährlich 0,2 Millionen Tonnen Schweinefleisch in den Müll geworfen. Das sind 2.105.000 Schweine, die sinnlos gestorben sind. Außerdem liegt die Mortalitätsrate während der Zucht in Mastanlagen bei 5 Prozent. Die armen Tiere sterben an offenen Wunden, Infektionen oder bereits als zarte Ferkel, weil ihre Mutter sich aus Platzmangel aus Versehen auf sie gelegt hat. Wie man mit diesem Wissen weiterhin an industrieller Intensivtierhaltung festhalten kann, ist zutiefst unverständlich! Wir fordern eine artgerechte Haltung und Schluss mit neuen Mastbetrieben!

Text: ANNA RAITHEL


 
Artikel aus Ein Herz für Tiere Ausgabe 12/2014. Jetzt abonnieren!
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