Tiertransporte oftmals grausam und unwürdig - auch in der EU | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Tiertransporte oftmals grausam und unwürdig - auch in der EU

Rund eine halbe Milliarde Geflügel, Schweine und Rinder werden laut der EU jährlich auf Europas Autobahnen transportiert. Die Bedingungen für die Tiere sind oftmals grausam und unwürdig.

 

 
Tiertransporte oftmals grausam und unwürdig - auch in der EU © Martina Berg / Fotolia
Laut EU werden gut eine halbe Milliarde Geflügel, Schweine und Rinder jährlich auf Europas Autobahnen transportiert.

Schweine, Schafe, Rinder, Kälber, Pferde und Hühner legen oftmals Tausende von Kilometer auf Autobahnen zurück, um dann geschlachtet zu werden. Die Bedingungen dieser Fahrten sind leider in vielen Fällen keineswegs luxuriös. Die Tiere stehen oft eingepfercht dicht an dicht und harren – zum Beispiel im Sommer – bei langen Wartezeiten an den Grenzen in größter Hitze in den LKWs aus. Ein Abladen während der Wartezeit ist nicht vorgesehen. Eine extra Versorgung mit Nahrung ebenso wenig. Einige Tiere verenden an Erschöpfung, Durst oder Verletzungen.

Die Fahrtzeit ist lange

Diese Transporte benötigen häufig 24 Stunden und mehr. Selbst von Schleswig-Holstein nach Bayern kann ein guter Tag vergehen. Tiertransporte innerhalb der EU können mehr als drei Tage in Anspruch nehmen. Viele Tiere sind irgendwann völlig entkräftet und brechen vor Erschöpfung zusammen. Zwischen den dicht an dicht stehenden Tieren gibt es aber kein Durchkommen zu den Verletzten am Boden. Viele Transportbegleiter verfügen zudem auch nicht über ausreichende Kenntnisse, um helfen zu können. Es ist oftmals eine Tortur bis zum Schlachthof.

Die Zahlen sind ungeheuerlich: Laut EU werden gut eine halbe Milliarde Geflügel, Schweine und Rinder jährlich auf Europas Autobahnen transportiert. Innerhalb der EU nehmen vor allem Belgien, Deutschland, Italien, die Niederlande und Österreich am europäischen Tier-Handel teil. Seit Januar 2007 ist eine neue europäische Gesetzgebung zum Schutz der Tiere beim Transport in Kraft. Es gibt aber noch etliche "schwarze Schafe".

Die formalen Bedingungen der EU lesen sich zudem wie ein Schauermärchen:
Ein Mastschwein von 100 Kilogramm darf zum Beispiel auf einer Fläche von knapp einem halben Quadratmeter, bei ständigem Zugang zu Trinkwasser, 24 Stunden lang transportiert werden. Wenn es nicht kälter als 0 Grad Celsius oder heißer als 35 Grad ist. Nach einer Pause von 24 Stunden, wiederholt sich das Ganze für weitere 24 Stunden. Dieser Rhythmus kann im Prinzip endlos fortgesetzt werden.

Dänemark als Vorreiter

Ein positives Beispiel sind die Dänen, die die Transportbedingungen in der EU nachhaltig verändern möchten. So soll die maximale Transportdauer von Tieren auf acht Stunden begrenzt werden. Innerhalb Dänemarks ist diese Regelung bereits in Kraft. Belgien, Großbritannien, die Niederlande und Schweden unterstützen das dänische Bestreben. Auch die EU plädiert für derlei Änderungen.

Die Mehrheit der EU-Parlamentsabgeordneten hat im März 2012 eine Erklärung für die zeitliche Begrenzung von Schlachttiertransporten auf acht Stunden unterzeichnet. Die europaweite Kampagne "8hours" hatte zuvor mehr als 1,1 Millionen Stimmen gesammelt, davon stammte rund ein Drittel aus Deutschland. Im Juni 2012 waren die Unterschriften an die EU übergeben worden, bislang haben sie aber leider noch nichts bewirkt.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund

 

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