Wenn Pferde vom lieben Statussymbol zum lästigen Ballast werden | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wenn Pferde vom lieben Statussymbol zum lästigen Ballast werden

In Spanien oder Irland galten Pferde als Aushängeschilder ihrer Besitzer. Heute, in den Zeiten der Wirtschaftskrise, sind die einst hoch gehandelten Tiere nur noch überflüssiger Ballast, den es zu entsorgen gilt. Ohne menschliche Hilfe können die ausgesetzten Pferde nicht überleben.
 
Wenn Pferde vom lieben Statussymbol zum lästigen Ballast werden © CM/Ein Herz für Tiere Media GmbH
Tausende edle Pferde werden von ihren Besitzern einfach ausgesetzt!
Sie werden einfach ausgesetzt und ihrem ungewissen Schicksal überlassen. Für die meisten der überflüssig gewordenen Pferde bedeutet dies den sicheren Tod. Die Frage ist nur, wie dieser aussieht. Zur Disposition stehen Verhungern, Verdursten, Verkehrsunfälle oder Krankheiten. Andalusier oder Englische Vollblüter sind vieles, aber ganz sicher sind die empfindlichen Tiere nicht dafür geschaffen, um auf sich selbst gestellt zu überleben. Hier entfaltet sich die gnadenlose Willkür von Menschen auf dem Rücken, genau, der treuen Vierbeiner, die sich ihren Besitzern immer folgsam untergeordnet und auch die oftmals grobe Ausbildung und wenig pferdegerechte Reitweise stumm ertragen haben. Das Ganze klingt in der Tat so absurd, dass es eigentlich nicht wahr sein kann. Ist es aber.

Tausende edle Pferde werden von ihren Besitzern einfach ausgesetzt

In Irland sind die ausgesetzten Pferde schon zum nationalen Problem mutiert. Sie haben als Statussymbol ausgedient, und ihre ehemals stolzen Besitzer fahren sie mit dem Hänger an einen entlegenen Ort, laden sie aus und fahren weg. Fall erledigt.

In Spanien spielen sich die gleichen furchtbaren Szenarien ab. Einst erzielte ein Andalusierhengst stattliche Verkaufspreise. In Krisenzeiten werden die feinen und leichtrittigen Pferde entweder geschlachtet oder ebenfalls ausgesetzt. Die Hoffnung auf ein gutes Ende ist gering. Nur manchmal haben die vom gnadenlosen Leben „in Freiheit“ gezeichneten Tiere das Glück, auf Menschen wie Concordia Marquez zu treffen. Sie führt eine Auffangstation nahe Malaga und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, so vielen Pferden wie möglich zu helfen. Bei ihrem Knochenjob zehrt sie von kleinen Wundern. Wenn ein Pferd, das sich selbst bereits aufgegeben hat, aus seiner Apathie erwacht, den Kopf hebt, die Nüstern bläht und wieder seine Umgebung wahrnimmt, wird Concordia Marquez für alle Mühen entlohnt.

Infos: www.asociacioncydsantamaria.es

Text: ULRIKE ULMANN

 
Artikel aus Ein Herz für Tiere Ausgabe 03/2014. Jetzt abonnieren!
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