Was steckt hinter dem Begriff Algen? | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Was steckt hinter dem Begriff Algen?

Algen – jeder kennt sie irgendwie, Aquarianer mögen viele von ihnen nicht, manche Menschen schwören auf ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften.
 
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Außerhalb von Aquarien werden Algen immer beliebter, ihre Vielseitigkeit ermöglicht immer wieder neue interessante Verwendungsformen.

Was sind Algen und wo leben sie?

Algen sind erdgeschichtlich sehr alte und spezialisierte Lebensformen in erstaunlicher Vielfalt mit teilweise verblüffenden Eigenschaften. Einige sind eher pflanzenartig und betreiben Photosynthese, dennoch fehlt ihnen der komplizierte Aufbau der Pflanzen. Doch wie Pflanzen auch produzieren viele Algenarten mithilfe von Sonnenlicht Energie. Allerdings mögen sie aufgrund ihrer Entwicklungsgeschichte die blauen Bereiche im Spektrum des Lichts, Pflanzen ziehen Rotanteile vor. Ihre einfache Bauweise machen die Algen im Konkurrenzkampf mit den Pflanzen durch Genügsamkeit und Hartnäckigkeit wieder wett. Andere Algenarten stehen den Tieren bzw. den Bakterien näher  – bekanntestes Beispiel sind die Cyanobakterien, früher auch als Blaualgen bezeichnet. Allerdings nehmen diese eine Sonderstellung ein, denn diese Bakterien betreiben zur Energiegewinnung ebenfalls Photosynthese.

Wo und wie leben Algen?

Algen leben überall dort, wo Feuchtigkeit und Licht verfügbar sind. Sie leben freischwebend oder sind sesshaft. Im Süß- und Salzwasser kommen sie als pflanzenartiges „Phytoplankton“ ebenso vor, wie als tierisches „Zooplankton“. Algen im Ozean leisten den größten Photosyntheseanteil auf der Erde. Das Erfolgsrezept vieler Arten basiert auf Einfachheit, sowie auf einer besonderen Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit. Sie gehen eine Vielzahl aufregender Symbiosen ein: also eine Partnerschaft unterschiedlicher Art, von denen beide profitieren. Algen gehen Symbiosen mit Tieren ein, wie zum Beispiel als sog. „Zooxantellen“ mit Korallen. Und eine ganz besondere Symbiose besteht zwischen Algen und Pilzen: auf diese Weise entstehen Flechten. Eines der wandlungsfähigsten Beispiele unter den Algen stellt die Art Pfiesteria dar, deren giftige Algenblüte regelmäßig die Küsten der USA heimsucht. Ihre ca. 24 verschiedenen Daseinsformen können tierisch oder pflanzlich sein – harmlos oder sehr gefährliche, wie z.B. die Algenblüte, die Wassertiere tötet und bei Menschen für schlimme Ausschläge sorgt. Außerhalb des Wassers leben Luftalgen (Aerophyten) auf Felsen und Bäumen. Bodenalgen kommen sogar in Eis und Schnee vor.

Verwendungsmöglichkeiten von Algen

Außerhalb von Aquarien werden Algen immer beliebter, ihre Vielseitigkeit ermöglicht immer wieder neue interessante Verwendungsformen. Ihr hoher Anteil an Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren machen Algen als  Nahrung und Nahrungsergänzung sehr gefragt. Rotalgen werden tonnenweise zur Sushi-Zubereitung verarbeitetet, während in der Kosmetik viele Kieselalgen Verwendung finden.Und letztlich nicht zu vergessen: Auch viele Zierfischfuttersorten basieren auf der Grundlage von Algen, um eine gesunde Ernährung unserer Pfleglinge zu gewährleisten. (Annette Berkelmann)   
 

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