Beleuchtung für Aquarien | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Beleuchtung für Aquarien

Mit dem passenden Licht wird die Unterwasserwelt attraktiv in Szene gesetzt. Zusätzlich ist es für jedes Lebewesen im Aquarium oder Aquaterrarium mittelbar oder unmittelbar eines der zentralen Lebenselemente.
 
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Für jedes Aquarium oder Aquaterrarium die passende Lichtfarbe wählen.

So naturnah wie möglich: Sonne und Mond im Aquarium

Im Zuge der Verfügbarkeit immer neuer Tier- und Pflanzenarten und der damit einhergehenden Erweiterung der technischen Möglichkeiten können Aquarien und andere Unterwasserwelten sehr speziel eingerichtet und betrieben werden. Die Nachbildung vieler Lebensräume im und am Wasser mit naturnahen Umweltbedingungen fast jeder Art können mehr oder weniger kostenaufwändig simuliert werden. Und das inmitten einer prachtvollen Pflanzenwelt. Dazu gehören neben der Simulation tropischer Sonnentage oder einfach heller Tage neuerdings auch Sonnenauf- und Untergänge, die sich beliebig digital steuern lassen. Sogar temporäre Lichteinbußen durch Wolkenfelder oder Regenschauer sind möglich. Eine simulierte Nachtbeleuchtung mit den zugehörigen Mondphasen erlaubt Einblicke in die Lebensweisen nachtaktiver Tiere, die bisher nicht möglich waren.

Pflanzen und Licht

In den Anfängen der Aquaristik wurden die Pflanzen meist eher als Dekoration angesehen und ihre wahre Aufgabe eher stiefmütterlich angesehen. Dementsprechend richtete sich das Augenmerk verstärkt auf die Tiere, und der Beleuchtung wurde folglich kaum Beachtung geschenkt. Kümmernde Pflanzen im Wasserbereich waren keine Seltenheit und wurden und werden auch heute noch nicht selten durch Plastikpflanzen ersetzt. 

Doch mit der gewachsenen Erkenntnis, dass Pflanzen einen wertvollen Beitrag zur Wasserqualität leisten, hat sich auch die (Beleuchtungs-)technik dahingehend weiterentwickelt, dass den grünen Aquarienmitbewohnern eine bessere Beleuchtung zur Verfügung steht. Durch derartig positive Auswirkungen auf das Wachstum der Pflanzen sind wahre Unterwassergärten und sog. Naturaquarien möglich.

Der Unterschied zu den Landpflanzen ist u.a., dass das Licht noch das „Hindernis“ Wasser überwinden muss, um den Pflanzen Energie spenden zu können.

Das Prinzip der Energiegewinnung ist bei Land- und Wasserpflanzen gleich: Mit Hilfe von Sonnenlicht, Nährstoffen und CO2 wird im Blattgrün Zucker, sprich Energie gebildet. Dabei wird Sauerstoff wieder an die Luft bzw. das Wasser abgegeben.Weiterentwicklung der TechnikDie verbreitet benutzten Leuchtstoffröhren gelten weiterhin als gängig für geschlossene (Standard-)aquarien. Ihre Lichtausbeute bzw. der Wirkungsgrad gilt als am höchsten unter den verfügbaren Leuchtmitteln. Im Inneren der länglichen Leuchten wird ein Gas durch UV-Strahlung zum Leuchten angeregt. Seit einiger Zeit ist diese Technik weiter ausgereift, sodaß nun statt der üblichen T8-Leuchten (26mm) eine dünnere und energiesparende T5-Variante (16mm) zur Verfügung steht. Außerdem bieten die schmaleren Leuchten zusätzlich eine deutlich stärkere Lichtausbeute bei längerer Haltbarkeitsdauer. Das erlaubt eine Installation von Hängeleuchten über offenen Aquarien bzw. sie sind geeignet für Aquarien, die höher als 50 cm sind.

Besonders für Meerwasseraquarien gelten die T5-Leuchten als echte Alternative zum bisherigen Standard: der HQI-Leuchte. Dieser Hochdruckbrenner enthält zusätzliche Metalldämpfe zur Erzeugung von sichtbarem Licht.

Offene Aquarien, Paludarien und andere oben offene Aquariumformen können statt mit Hängeleuchten auch mit Einzellampen ausgestattet werden. Die sog HQL-Quecksilber-Dampflampen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie die länglichen Leuchten, zeigen jedoch eine starke Wärmeentwicklung und haben einen hohen Stromverbrauch. Außerdem sind nur wenige Farbvarianten erhältlich. Und sie dürfen keinesfalls in normale Fassungen eingebracht werden, es besteht Explosionsgefahr!

Für jedes Aquarium oder Aquaterrarium die passende Lichtfarbe

Je besser die Pflanzen wachsen, desto schlechter stehen die Chancen für die Ausbreitung der Algen. Guter Pflanzenwuchs ist die beste Konkurrenz zu den oft hartnäckigen Algen. Diese urtümlichen Lebewesen haben andere Lichtbedürfnisse wie die sog. höheren Pflanzen und demnach sind die modernen Aquarienbeleuchtungen ausgelegt.

Das uns weiß erscheinende Licht setzt sich aus den Spektralfarben zusammen. Farben, die wir wahrnehmen, werden nicht absorbiert, sondern reflektiert. Pflanzen reflektieren die Spektralfarbe „grün“ und daher erkennen wir sie. Alle anderen Farben werden absorbiert und im Falle der Pflanzen zur Photosynthese benötigt. Das funktioniert bei Pflanzen besonders gut im roten Farbbereich, bei den Algen im blauen.

Cichliden kommen weitgehend in Gewässern ohne Pflanzen vor, sie und auch Niedere Tiere und Korallen in Meerwasseraquarien benötigen daher andere Bereiche im Lichtspektrum.

Dementsprechend sind die Schwerpunkte im Spektrum des Lichtes je nach Leuchtmittel unterschiedlich ausgelegt. Je nach Bedarf werden die Farben der Tiere und Pflanzen herausgestellt, oder das Pflanzenwachstum besonders gefördert. Die meistem sog. Vollspektrumleuchtröhren für die Süßwasseraquaristik simulieren einen hellen oder einen sonnigen Tag.

Die Lichtfarbe selbst hat keine Maßeinheit, die sog. Farbtemperatur dagegen schon. Sie wird in Kelvin (K) gemessen. Normales Tageslicht hat in etwa eine Farbtemperatur von 3000 - 7000 K , ein sonniger Tropentag entsprechend mehr. Die besten Ergebnisse in der Aquarienbeleuchtung werden mit der Kombination verschiedener Leuchten erzielt. Dies gilt für Süßwasser- und Meerwasseraquarien gleichermaßen. (Annette Berkelmann)
 

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