Das Aquarium | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Das Aquarium

Das kleine Stück Natur in den eigenen vier Wänden: das Aquarium. Es bietet Entspannung und Erlebnis zugleich und hält immer wieder Überraschendes für den Betrachter bereit. Allerdings auch Verantwortung und Kontinuität.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Jedes Aquarium benötigt eine glatte, ebene Stellfläche auf einem stabilen Untergrund bzw. Unterschrank.
Da sind vor einer Anschaffung Überlegungen in Bezug auf eigene Erwartungshaltungen sinnvoll, damit die Freude an Aquarien von Dauer ist.

Lieber erst klein anfangen?

Dieser Wahlspruch wird häufig so interpretiert, erst einmal ein kleines Aquarium anzuschaffen, und dann weiterzusehen. Aquaristik ist ein besonderes Hobby und stellt die berühmte Ausnahme von der Regel. Eine kleinere Wassermenge ist schneller instabil, das heißt Schwankungen in Temperatur oder anderen wichtigen Wasserwerten haben schneller Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen. Eine größere Wassermenge reagiert langsamer, anfängliche Unsicherheiten, wie zum Beispiel eine zu gut gemeinte Futtermenge belastet eine größere Wassermenge nicht so schnell wie eine kleine.

Also nur Mut zu größeren Aquarien – besonders beim Neueinstieg. Ein Einstiegsaquarium mit 80 cm Kantenlänge verkraftet sehr viel besser anfängliche Unsicherheiten in der Pflege.

Übrigens gilt dabei für Fische und andere Tiere: Wer genießt es nicht, mehr (Schwimm-)raum zur Verfügung zu haben? Das minimiert Krankheitsanfälligkeiten durch Stress und hebt das Wohlbefinden der Pfleglinge und somit auch letztlich unseres.

Die Qual der Wahl

Das Angebot von Fischen, Wirbellosen und anderen Tieren ist überwältigend. Angesichts der farbenfrohen Formenvielfalt fällt es gelegentlich und besonders Neueinsteigern schwer, sich eine eigene Unterwasserwelt zusammenzustellen. Die Bedürfnisse der Tiere und Pflanzen müssen mit unseren Wünschen dauerhaft in Einklang gebracht werden. Es reicht nicht aus, beglückt festzustellen, dass die Fische denselben Farbton wie die Tapete im Wohnzimmer haben. Unsere Erwartungen werden also nicht unbedingt erfüllt, wenn wir unsere neuen Hausgenossen nur nach ihrem Aussehen auswählen. Dennoch sind Aquarien nicht nur Lebensräume für Tiere die anders leben als wir. Natürlich werten sie unsere Wohnräume auf und füllen sie mit eigenem lebendigem Charme. Das umso mehr, wenn sie sich insgesamt optisch gut einfügen oder attraktive Highlights setzen. Ein Aquarium oder Aquaterrarium darf und soll also auch ruhig Dekoration sein. Es lässt sich in Schrankwände einbauen, als Raumteiler gestalten, oder auf einem Unterschrank einzeln aufstellen; es gibt sogar hängende Varianten. Und dies nicht nur mit vier Ecken, sondern von drei- bis achteckig. Die sog. Norm- oder Standardaquarien sind auch als Sets erhältlich, mit Technik und Fertigfutter. Alles eine Frage des eigenen Geschmackes und des Geldbeutels – eine Frage unter vielen, von denen es sich lohnt, sich etwas Zeit zu nehmen, um sie möglichst vor der Anschaffung zu beantworten. So lassen sich einige böse Überraschungen vermeiden und die Planungsphase ist eine Möglichkeit, der Kreativität und Vorfreude freien Lauf zu lassen.

Vorüberlegungen

Neben der Kostenfrage, der gewünschten Größe des Aquarium/Aquaterrariums und dem passende Standort sollten noch weitere Faktoren für ein gutes Gelingen des Projektes „Aquarium“ berücksichtigt werden. Da wäre zum Beispiel der Faktor Zeit: Kann ich das Aquarium regelmäßig versorgen oder teilt vielleicht auch die Familie die Begeisterung und übernimmt Aufgaben in der Pflege? Wann habe ich Zeit für die Bewohner? Wer den ganzen Tag unterwegs ist, hat möglicherweise mehr von seinen tierischen Mitbewohnern, wenn diese dämmerungs- und nachtaktiv sind und tagsüber ruhen.

Möchte ich eine Tiergemeinschaft wählen, die versteckter lebt und genauer Beobachtung bedarf, um hinter ihre Geheimnisse zu kommen oder möchte ich auch beim flüchtigen Hinsehen gleich Leben entdecken, zum Beispiel einen bunten Schwarm Fische? Welche Fische wiederum werden dem gerecht?
Von welcher Ausgangssituation gehe ich eigentlich aus? Möchte ich einen bestimmten Lebensraum, z.B. einen asiatischen Flußlauf mit den passenden Tieren besetzen (Biotopaquarium) oder fühle ich mich von bestimmten Wasserwesen besonders fasziniert und gestalte ihnen ihre naturgemäße Umgebung in einem sog. Artaquarium? Beispiele dafür sind Diskusaquarien oder Aquarien bzw. Aquaterrarien für Krebstiere.

Eine weitere Möglichkeit ist es, Tiere und Pflanzen einfach nach ihren ähnlichen Bedürfnissen auszuwählen, unerheblich aus welchem Erdteil sie stammen mögen. Pflanzenfreunde ziehen vielleicht einen regelrechten grünen Wassergarten in Betracht – da ist es natürlich nicht sinnvoll, Fische oder andere Tiere einzusetzen, die eventuell wertvolle Pflanzen schädigen oder gar fressen könnten.

Standortwahl

Jedes Aquarium benötigt eine glatte, ebene Stellfläche auf einem stabilen Untergrund bzw. Unterschrank. Um kleinere Unebenheiten auszugleichen und den Druck auf das Glas gleichmäßiger zu verteilen, ist eine Schaumstoffunterlage empfehlenswert.

Wasser überträgt Schall und Erschütterungen besonders gut. Daher sollten Aquarien und Aquaterrarien an eher ruhigeren Orten aufgestellt werden, um den Bewohnern übermäßigen Stress, zum Beispiel durch ständig dicht vorbeilaufende Personen zu ersparen. An einem „Durchgang“ kommt das Aquarium ja auch gar nicht richtig zur Geltung. In diesem Zusammenhang spielen auch die Lichtverhältnisse eine Rolle. Aquarien wirken aufgrund ihrer eigenen Beleuchtung besonders anziehend an Orten, die nicht so lichtverwöhnt sind, die Nähe eines Fensters ist eher ungünstig. Direkte Sonneneinstrahlung führt übrigens zum verstärkten Algenwachstum und kann auch das Aquarium zu stark aufheizen. Letzteres gilt natürlich auch für Heizungen; Aquarien sollten also nicht direkt davor platziert werden.

...dann kann's ja losgehen

Gibt es nun also eine ungefähre Vorstellung der zukünftigen Unterwasserwelt, bekommt die Vorfreude einen erheblichen Schub, denn jetzt kann endlich mit der praktischen Umsetzung des Projektes „Aquarium“ oder „Aquaterrarium“ begonnen werden. Durch die Vorüberlegungen kann das riesige Angebot an Aquarien und ihren Bewohnern schon etwas eingegrenzt werden, was die Auswahl doch sehr erleichtert. Besonders beim ersten Aquarium sind die Erfahrungen anderer Aquarianer und Aquarianerinnen von großem Wert und mildert die gelegentlich auftretende Unsicherheit. Und letztlich macht es immer wieder viel mehr Freude und Spaß, eine neue Unterwasserwelt aufzubauen, wenn alles gut klappt und jeder mit dem Ergebnis zufrieden ist. Das gilt für die (zukünftigen) Aquarianer ebenso wie für ihre Schützlinge. (Annette Berkelmann)

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