Süsswasseraquarium oder Salzwasseraquarium? | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Süsswasseraquarium oder Salzwasseraquarium?

Wer sich sein erstes oder ein komplett neues Aquarium einrichten möchte, der steht zunächst vor der entscheidenden Frage, ob es sich dabei um ein Süß- oder Salzwasseraquarium handeln soll. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.
 
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Grundsätzlich unterscheiden sich Süßwasser- und Meeresaquarien zunächst in dem offensichtlichen Punkt, dass erstere Variante kein Salz enthält.

Süß- oder Salzwasser – der grundlegende Unterschied

Grundsätzlich unterscheiden sich Süßwasser- und Meeresaquarien zunächst in dem offensichtlichen Punkt, dass erstere Variante kein Salz enthält. Diese Tatsache bringt es mit sich, dass nur spezielle Fische in einem Meeresaquarium gehalten werden können, die wiederum nicht im Süßwasser überleben. Tatsächlich ist es in der Regel so, dass das Süßwasseraquarium in privaten Haushalten sehr viel häufiger angetroffen wird, was vor allem darin liegt, dass es schlichtweg einfacher zu pflegen ist. Das liegt zum Beispiel daran, dass das Salzwasser an sich schon sehr aggressiv ist, Messgeräte für den Salzgehalt benötigt werden und die Kosten für Lebendgestein – welches im Prinzip unverzichtbar für die Beckenbiologie ist – vergleichsweise hoch sind, um nur einige wenige Punkte zu nennen. Süßwasseraquarien punkten hingegen mit einer unkomplizierten Technik und einfacher Pflege, wenngleich auch hier die nötige Vorsicht an den Tag gelegt werden sollte – denn schließlich handelt es sich bei den Bewohnern nach wie vor um Tiere, die gut und mit Sorgfalt behandelt werden sollten. Dennoch ist das Süßwasseraquarium aus diesen und weiteren Gründen die beliebteste (und sinnvollste) Form für Einsteiger in der Aquaristik.

Die Kosten

Ein Süßwasseraquarium ist im Grunde schon mit wenigen technischen Hilfsmitteln umzusetzen, dazu zählen in erster Linie Becken, Filter, Heizung, Beleuchtung, Sand oder Kies, Pflanzen und Fische. Hinzu kommen außerdem die laufenden Kosten, also Strom, Futter, Wassertests, Wasserkosten und evtl. auch optionale Kostenpunkte wie Dünger Als Meerwasseraquarium braucht hingegen einiges mehr an Ausrüstung, darunter ein sehr viel intensiveres Licht, eine Umkehr-Osmoseanlage, um die Wasserqualität zu gewährleisten oder Lebendgestein. Auch die Tiere selbst sind in der Regel deutlich teurer als Süßwasserfische.

Der Aufwand und die Pflege

Wer noch nie ein Aquarium besessen hat, kann sich nur schwer vorstellen, wie intensiv ein solches Becken im Alltag gepflegt werden muss und wie viel Zeit dies kostet. Fakt ist, dass das Meerwasseraquarium weitaus arbeitsintensiver daherkommt, dennoch benötigen letztendlich beide Varianten eine gewisse, mitunter auch tägliche Pflege. Auch die Einrichtung der Technik und die Gestaltung des Beckens müssen diesbezüglich zumindest einmal am Anfang bedacht werden. Dies wird bei ZooRoyal nochmals detailliert erklärt.

1. Tägliche Arbeiten

Die tägliche Arbeit am Aquarium ist im Grunde schnell erledigt. Filter, Beleuchtung und sonstige Technik sollten kurz auf ihre Funktionalität geprüft werden und auch für die Wassertemperatur genügt ein kurzer Blick auf das meist am Außenglas angebrachte Thermometer. Ebenso verhält es sich mit den Pflanzen, denn ist hier beispielsweise etwas von Algen befallen, so lohnt sich das möglichst frühe Wegschneiden. Bei Salzwasseraquarien kommt außerdem noch die Kontrolle der Korallen hinzu – wurde etwas umgestoßen oder berühren sich Korallen? Zusätzlich sollten Spurenelemente und Aminosäuren in Form von Balling-Flüssigkeiten hinzugegeben werden. Natürlich werden auch die Fische kurz überprüft und dann gefüttert, wobei sich der Rhythmus hierbei je nach Art unterscheiden kann.

2. Wöchentliche oder monatliche Arbeiten

Für viele Vorgänge ist es schwer, eine genaue Zeit anzugeben – eine Reinigung muss erfolgen, wenn es dreckig ist, das kann nach einer Woche oder auch einem Monat der Fall sein. Ähnlich verhält es sich mit dem Wasserwechsel und dem Testen der Wasserwerte oder anderen Arbeiten wie dem Entkalken von Strömungspumpen, dem Reinigen des Abschäumers oder dem Nachfüllen des Osmose-Vorratsbehälters für die Nachfüllautomatik. Aufgrund der sensiblen Korallen und des komplexen Wasserhaushalts benötigt das Meerwasseraquarium hier allerdings meist noch etwas mehr Pflege. Wie der Pflegeaufwand im Detail aussieht, erklärt beispielsweise folgender Beitrag eines privaten „Aquarianers“.

Fische

Fische und andere Meeresbewohner sind das Highlight eines jeden Aquariums. Während Süßwasserfische bereits zu einem relativen kleinen Preis gekauft werden können, können Salzwasserfische mitunter ziemlich ins Geld gehen. Zwar gibt es natürlich auch hier günstige Alternativen, doch gerade die begehrten tropischen Fische mit ihrer intensiven Farbenvielfalt sind es, weswegen ein Meeresaquarium oft überhaupt erst in Erwägung gezogen wird. Die Tatsache, dass Salzwasserfische nur selten erfolgreich nachgezüchtet werden, führt dazu, dass die im Fachhandel verkauften Fischarten hauptsächlich aus Wildfängen stammen. Ein einzelner Rotfeuerfisch für das Salzwasseraquarium kann so durchaus schon auf 100 Euro kommen, während die klassischen Süßwasserfische wie Guppys, Neons oder kleine Welse wie der „Fensterputzer“ schon für ein paar Euro zu haben sind. Für diejenigen, die sich ein Aquarium zulegen möchten, ist dabei folgendes vermutlich am wichtigsten: Salzwasserfische bieten eine ungeahnte Anzahl an Arten und Variationen und begeistern mit ihrer unvergleichlichen Farbvielfalt – Süßwasserfische hingegen sind zwar ebenfalls vielfältig und können durchaus farbig sein, doch in Sachen Größe und Farbintensität kommen sie normalerweise nicht an ihre exotischen Verwandten heran. Dafür sind sie jedoch für kleines Geld zu haben.

Pflanzen und Korallen

Pflanzen sind im Aquarium unersetzlich und dienen nicht nur der Optik, sondern neutralisieren auch Schadstoffe, hemmen das Algenwachstum und liefern Sauerstoff. Über 100 verschiedene Pflanzenarten sind im Fachhandel erhältlich, die meisten von ihnen stammen ursprünglich aus den Tropen, andere gibt es jedoch auch in heimischen Gewässern zu finden. Zwar gibt es unter ihnen auch einige komplizierte Fälle, viele von ihnen sind jedoch sehr pflegeleicht und damit bestens für Anfänger geeignet. Im Meereswasseraquarium werden Pflanzen durch die bekannten Korallen ersetzt. Anders als oftmals vermutet zählen sie nicht zu den Pflanzen, sondern stellen stattdessen die größte Klasse der Hohltiere dar. Bei den großen und eindrucksvollen Korallenstöcken (beispielsweise am Great Barrier Reef) handelt es sich demnach um verzweigte Ansammlungen von einzelnen Tieren. Im Aquarium entstehen Korallen aus Lebendgestein, darunter ist ein weiches, poröses Gestein zu verstehen, welches von unterschiedlichsten Meeresbewohnern und Bakterien bewohnt wird. Die Steine stammen direkt aus den Korallenriffen und entstehen dort durch die Ablagerungen abgestorbener Steinkorallen, Muschelschalen oder durch die Reste anderer Meerestiere. Die Steine selbst werden zur Bepflanzung eines neuen Aquariums einfach beliebig darin platziert – je nachdem, welche Pflanzen- und Tierreste oder Bakterien sich auf den Steinen befinden, werden sich im Laufe der Zeit Pflanzen oder Korallen entwickeln.  Da im Vorfeld nie ganz klar ist, was sich auf einem solchen Stein befindet, werden Lebendgesteine auch gern als „Wundertüten“ bezeichnet und sind sehr beliebt. In einigen Fällen könnten Käufer sich sogar darüber freuen, eine bereits ausgestorbene oder sehr seltene Korallenart plötzlich im heimischen Aquarium begrüßen zu dürfen. Da sie an ein Leben im Salzwasser angepasst sind, können sie im Süßwasser jedoch nicht überleben. Für Süßwasseraquarien gibt es jedoch einige Alternativen, darunter die sogenannten Polypen und Süßwasser-Schwämme, die eine ähnliche, jedoch farblich schlichtere Erscheinung abgeben.

Die Beckengröße 

Gerade Anfänger sollten im Vorfeld wissen, dass ein Meerwasserbecken wirklich nur dann Sinn macht, wenn dieses eine entsprechende Größe aufweisen kann. Grundsätzlich sollte es so groß wie nur irgend möglich sein, ein Mindestvolumen von 300 Litern sollte dabei nicht unterschritten werden. Das ist insofern wichtig, weil kleine Pflegefehler durch eine größere Wassermenge relativ gut kompensiert werden können. Das Untergestell sollte entsprechend robust sein, hinzu kommt die Tatsache, dass sowohl Gestell als auch Verkleidung besonders wasserabweisend sein sollten, da das Metall ansonsten schneller durch das Salzwasser rostet. Ein Süßwasserbecken kann und sollte bei wenigstens 100 Litern anfangen, wenngleich sich die Fische auch hier über so viel Platz wie nur möglich freuen. Je weniger Liter ein Aquarium besitzt, desto schwieriger wird es übrigens, das biologische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.

Tipp

Unter den exotischen Salzwasserfischen gibt es Arten, die mit sehr scharfen Zähnen ausgestattet sind und gerne am weichen Untergrund knabbern. Das ist insofern bedenklich, dass es durchaus auch die Silikonnaht des Beckens betreffen kann, daher sollten im Fall der Fälle zusätzliche Glasstreifen angebracht werden.
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