Futterarten für Zierfische | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Futterarten für Zierfische

Mit dem sehr vielfältigen Futterangebot für Zierfische können die jeweiligen Nahrungsbedürfnisse der einzelnen Fischarten genauso berücksichtigt werden, wie ihre Fressgewohnheiten.
 
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Je nach Anzahl der Fische im Aquarium ist es empfehlenswert, mehrere Sorten und Formen Futter in eher kleinen Behältnissen zur Verfügung zu haben.

Dinner im Aquarium

Besonders für Tiere in menschlicher Obhut ist die Ernährung nicht nur Basis für gute körperliche Verfassung, sondern kann idealerweise auch Beschäftigung sein. Also ist nicht nur die Futterzusammensetzung jeweils für z.B. Algenfresser oder Fleischfresser ausgelegt, sondern auch die Form des Futters wird der Lebensweise der Fische in den unterschiedlichen Wasserschichten gerecht. Das gesteigerte Bewusstsein für unsere gesunde Ernährung sollte sich ruhig mit auf unsere Fische ausweiten, auch hier muss die Qualität stimmen.

Je nach Anzahl der Fische im Aquarium ist es empfehlenswert, mehrere Sorten und Formen Futter in eher kleinen Behältnissen zur Verfügung zu haben, um das Angebot abwechslungsreich und immer frisch zu gestalten. In zu großen Behältnissen leidet recht schnell die Frische und die Qualität, zum Beispiel die der Vitamine. Viele Fabrikate werden zwar als Hauptfutter angeboten und verkauft, doch mal ehrlich: wer will schon tagein tagaus einen möglicherweise ausgewogenen aber sehr langweiligen Nahrungsbrei zu sich nehmen? Manchmal dauert es einige Zeit, bis die Fische etwas Neues im Sortiment als Futter ausmachen. Doch ihre Neugier und hoffentlich die Erfahrung, dass sich in ihrem Aquarium öfter mal Neues bietet, lässt sie letztlich doch probieren. Gelegentlich trifft es den schuppigen Geschmack nicht – dann heißt es für diesmal Pech gehabt für den Pfleger – vielleicht beim nächsten Mal.

Die Geschmäcker sind verschieden...

Nahrungsaufnahme bedeutet Energieversorgung, der Körper ist also zur optimalen Aufnahme ausgelegt. So lässt sich bereits von der Kopfform bzw. der Maulstellung der Fische ihre Lebensweise ableiten.

Bodenbewohnende Fische wie Welse haben ihr Maul nach unten gerichtet. Auch Fische, die Beläge abweiden, haben ihr Maul auf den Untergrund gerichtet. Fische in freiem Wasser bzw. solche, die sich eher in mittleren Wasserschichten aufhalten, tragen ein sog. endständiges Maul. Es zeigt nach vorn und kommt so unserer allgemeinen Vorstellung von einem Fischmaul am nächsten. Insekten und Pflanzenteile auf der Wasseroberfläche werden dagegen von den dort lebenden Fischen gefressen: Ihr Maul ist nach oben gerichtet und wird „unterständig“ genannt.

Daneben spielt die Art der Ernährung eine Rolle. Es gibt Pflanzenfresser (Herbivore), fleischfressende Jäger anderer Fische oder Insekten (Carnivore) und natürlich welche, die als Allesfresser beides mögen (Omnivoren). Es gibt Nahrungsspezialisten wie z. B. einige Süßwasserkugelfische, die vorzugsweise Schnecken vertilgen, sowie solche, die eine Schwäche für sog. Aufwuchs (Algen) und Detritus haben (Limnivore).

Echte Herbivoren und Carnivoren sind kaum in den weit verbreiteten Gemeinschaftsaquarien mit vielen Pflanzen und Fischarten zu finden, da sie entsprechende Bedingungen benötigen.

Futterformen

Das Futterangebot wird also nach zwei hauptsächlichen Gesichtspunkten hergestellt. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe berücksichtigt die Ernährungsweise der Fische und die Form des Futters die Lebensweise.
Granulat und die flacheren Wafers sinken schnell zu Boden, um die hier lebenden Fische –häufig Welsarten – zu ernähren. Beide Formen bleiben lange stabil, damit das Wasser durch vorzeitigen Zerfall nicht unnötig belastet wird.

Flockenfutter sinkt je nach Fabrikat schneller oder langsamer zu Boden und ist somit für alle Fische geeignet. Es erreicht auf diese Weise Fische in den mittleren Wasserschichten. Flockenfutter in feinster Form, auch als Staubfutter bezeichnet, eignet sich hervorragend zur Aufzucht von Jungfischen.

Sticks sind ebenfalls schwer löslich und halten sich außerdem länger an der Wasseroberfläche und versorgen so Fischarten, die mit einem oberständigen Maul Pflanzenreste und Insekten bevorzugen.

Frostfutter besteht aus gefrostetenKleinkrebschen, diversen Mückenlarven, Muscheln und vielem mehr. So lässt sich proteinreiches Futter lange lagern und kann praktisch mit allen natürlichen Zutaten frisch angeboten werden. Als naturnahe Nahrung sehr beliebt unter den Fischen, sollte es dennoch in Maßen gegeben werden. Letztlich auch, um das Wasser nicht unnötig zu belasten. Aus demselben Grund sollten einzelne Portionen Frostfutter vorher aufgetaut werden. Unter fließendem Wasser in einem kleinen Teesieb ist das ganz einfach und schnell. All diese Kleintiere gibt es auch in Dosen als getrocknetes Futter, das leicht ist und daher oben schwimmt. Eine Möglichkeit für carnivore Oberflächenbewohner in den proteinreichen Genuss zu kommen.

Spezialfutter und Mischungen runden das umfangreiche Futterangebot ab. Besonders für Fische mit ohnehin besonderen Bedürfnisseen wie z.B. Diskusfische gibt es spezielles Futter. Andere Zusätze sollen das Wohlbefinden und die Farbenpracht weiter erhöhen. Über eine Notwendigkeit darf diskutiert werden. Besonders Trockenfutter ist auch in Mischungen erhältlich, zum Beispiel Gammarus mit Pflanzensticks.

Lebendfutter

Viele Fischarten, die nicht unbedingt anderen nachstellen, mögen gern lebende Kleintiere und Insekten. Auch wenn sie sich an Frostfutter als Ersatz gewöhnen lassen, die Begeisterung unter den Flossenträgern ist doch immer wieder erfrischend groß, wenn die Jagd als eröffnet gilt. Besonders Wasserflöhe und Artemien halten sich relativ gut in kleinen handelsüblichen Tüten. Sie sind auch mit etwas Übung leicht selbst zu züchten. Im Sommer können aus Regentonnen oder eigens aufgestellten Wasserreservoiren Mückenlarven entnommen und verfüttert werden.

Vitamine und Spurenelemente

Fische müssen ebenso wie alle anderen Lebewesen beides regelmäßig über die Nahrung aufnehmen. Je nach Futterart sind Vitamine und Spurenelemente meist in Fertigfutter enthalten, dabei spielt die Haltbarkeit und Qualität jedoch eine wichtige Rolle. Wer sichergehen will und /oder viel Frostfutter anbietet, sollte Vitamine zusätzlich dem Futter zugeben, denn Mangelerscheinungen äußern sich in ernsthaften gesundheitlichen Problemen, die nicht immer ohne weiteres wieder zu beheben sind. Die passende Zusammensetzung für Zierfische steht meist in flüssiger Form zur Verfügung und kann auf das Futter geträufelt oder im Dunkeln direkt ins Wasser gegeben werden, denn Vitamine sind bekanntermaßen lichtempfindlich.

Futter für Fische im Gartenteich

Auch das artgerechte Angebot für Fische im Gartenteich ist üppig und abwechslungsreich, ganz besonders für Goldfische und die majestätischen Koi. Letztere werden oft recht handzahm, so dass sogar spezielles Futter zu diesem Zweck im Angebot ist. Und auch im Teich gilt: weniger ist mehr, was Fütterungen angeht. Zusätzlich können die Temperaturen draußen mehr oder weniger variieren, daher ist bei kühleren Temperaturen eine sparsamere Fütterung anzuraten, da der Stoffwechsel der Fische je nach Gradzahl etwas herunterfährt. Das gilt nicht nur für den Herbst sondern auch für Sommer, die nur auf dem Papier welche sind. (Annette Berkelmann)
 

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