Typische Krankheiten bei Aquarienbewohnern | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Typische Krankheiten bei Aquarienbewohnern

Je nach Art der Erkrankung trifft es Einzeltiere oder den gesamten Bestand. Im folgenden finden Sie eine Übersicht von häufigen Krankheiten.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Auch Fische können krank werden.

Einsteigertipps

Stress schwächt das Immunsystem, und bereitet die Grundlage für Erkrankungen. Als Stress gilt alles, was von den natürlichen Bedürfnisseen und Verhaltensweisen der Tiere abweicht Die Vermeidung von Krankheiten beginnt somit bereits während der Planung und Einrichtung eines Aquariums Die meisten Erkrankungen der Fische sind auf eine mangelnde Pflege zurückzuführen. Oder sie werden direkt durch die Zustände (z.B. Nitrit) im Aquarium verursacht. Einsteigern seien zunächst Fisch- und Tierarten empfohlen, deren Lebensbedürfnisse leicht und mit einigen Toleranzen bereitzustellen sind. Auf diese Weise kann unnötiges Leid bei den Tieren verhindert oder mindestens minimiert werden. Vieles kann frühzeitig erkannt und bereits ohne Medikamente behoben werden. Und nicht jeder Fleck ist gleich eine Krankheit und auch Fische haben einmal ein Formtief.

Schäden durch falsche oder schwankende Temperaturen

Die Wassertemperatur hat unmittelbaren Einfluss auf die Funktionalität des Stoffwechsels. Denn Fische können ihre Körpertemperatur nicht selbst regeln. Außerdem ist die Verfügbarkeit von Sauerstoff von der Temperatur abhängig. Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff ist gelöst bzw. verfügbar.

Säure- und Laugenkrankheit

Starke ph-Wert-Schwankungen oder eine dauerhafte Einstellung am Rande der Toleranzgrenze führt zu Dauerstress und dem Ausbruch von Krankheiten. Der pH-Wert kann durch C02 geregelt werden. Gut wachsende Pflanzen haben einen höheren Bedarf. Fehlt es, steigt der pH-Wert an und das sonst ungiftige Ammonium wird zu Ammoniak. Das Gift schädigt die Fische. Letztlich ist zwar der pH-Wert zu hoch, doch der Grund für Fischkrankheiten sind letztlich zu hohe Ammoniakkonzentrationen. Abhilfe schafft ein sofortiger Wasserwechsel und die Beseitigung der Ursachen.

C02 als solches ist nicht giftig. Zuviel senkt jedoch den pH-Wert und stresst die Fische. Eine kurzzeitig starke Durchlüftung kann es austreiben.

Sauerstoffmangel

Sauerstoffmangel tritt besonders schnell in wenig bepflanzten Aquarien mit hohen Temperaturen auf. Allerdings auch durch Zersetzungsprozesse. Die Fische atmen heftig und schnappen nach Luft. Dauerhaft zu wenig Sauerstoff führt zu einer Schwächung des Allgemeinzustandes und macht die Fische anfällig für Krankheiten. Durch Zersetzungsprozesse (Fäulnis) entsteht Schwefelwasserstoff, ein faulig riechendes, sehr giftiges Gas. Algenwuchs kann ein Hinweis darauf sein.

Abhilfe: sofortiger Wasserwechsel, Filterung und Bepflanzung überprüfen, ggf. Zersetzungsprozesse beseitigen und vermeiden

Vergiftungen

Vergiftungen (z.B. durch Schwermetalle oder Stickstoff) können sich zunächst wie ein Sauerstoffmangel darstellen, denn die Gifte greifen u.a. auf die eine oder andere Art die Schleimhäute und die Kiemen an. Diese können sich zusätzlich bei Vergiftungen noch verfärben.

Abhilfe: Unmittelbare Überführung der Fische in unbelastetes Frischwasser bzw. ein umfangreicher Wasserwechsel mit derselben Temperatur durchführen. Zur Abklärung der Ursache ist davor eine Wasserprobe abzufüllen, um sie später einem Test zu unterziehen.

Verletzungen

Schrammen oder kleine Wunden können gesunden Fischen in der Regel wenig anhaben. Bei geschwächten Fischen besteht die Gefahr einer (Bakterien-)Infektion. Offene Hautstellen, Geschwüre, rote Punkte, uvm. können Anzeichen einer bakteriellen Infektion sein (Flossenfäule). Wenn möglich, sollten befallene Fische außerhalb des Aquariums behandelt werden, denn die Medikamente schädigen auch die Filterbakterien. Je nach Erfahrung können in weniger dramatischen Fällen auch alternative Methoden eingesetzt werden. Vorbeugend gegen Bakterien und Verpilzungen können ins Aquarium eingebrachte Erlenzäpfchen und Seemandelbaumblätter sein.

Pilzbefall (Mykosen)

Dieser wird durch unhygienische Zustände im Aquarium hervorgerufen und gilt als typische Sekundärkrankheit. Pilzbefall z.B. durch Saprolegnia zeigt sich durch watteähnliche Beläge auf den Fischen. Oft sind kleine Verletzungen befallen.

Abhilfe: Überprüfung des gesamten aquatischen Systems, Behandlung der Fische außerhalb des Aquariums mit entsprechenden Medikamenten. Im Anfangsstadium kann bei relativ gesunden Fischen eine Verbesserung der Umweltbedingungen und zusätzliche Vitamingaben und/oder hochwertigeres Futter eine Besserung herbeiführen.

Der gelegentlich bei Fadenfischen auftretende „Maulschimmel“ basiert jedoch auf einer Besiedlung mit Glockentierchen. Diese sind als solche nicht gefährlich, das Wasser ist jedoch zu sehr belastet – hier muss Abhilfe geschaffen werden.

Weißpünktchenkrankheit( Ichtyophtirius multifilis)

Diese mit am häufigsten auftretende Infektion wird durch einen Erreger ausgelöst und ist als „Ichthyo“ bekannt. Kleine weiße Punkte breiten sich meist von den Flossen über den gesamten Körper aus. Scheuern, Flossemklemmen und Apathie sind zusätzliche Symptome. Die Medikation muss aufgrund des Lebenszyklus der Erreger über mehrere Tage erfolgen. Gesunde und kräftige Fische überstehen oft eine Infektion und bilden eine gewisse Immunität aus.

Virenerkrankungen

Bei einer Infektion mit Viren sind auch häufig Bakterien beteiligt (Mischinfektionen). Stark aufgetriebene Fischleiber, Schuppensträube und starke „Glotzaugen“ können ein Hinweis sein. Virenerkrankungen sind in der Regle nicht heilbar, die befallenen Tiere müssen so früh wie möglich entfernt und getötet werden, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Gesunde Fische können Immunitäten erwerben.

Lymphocystis

Wird durch eine Infektion der Haut mit Viren hervorgerufen und kommt in Süß- und Meerwasser vor. Hier ist der Befall nicht ganz so gefährlich. Er zeigt sich durch kleine, harte Knötchen oder Knötchenreihen, häufig an den Flossen beginnend. Die Knötchen sind entartete Zellen, in denen sich das Virus vermehrt und die schließlich aufplatzen. So können ganze Fischbestände vernichtet werden.

Neonkrankheit

Hier werden zunächst die Muskeln geschädigt und lösen sich mit der Zeit auf. Sie schimmern weißlich durch die Haut. Die Färbung verblasst, bei Salmlern verschwindet das Farbband. Neonfische nehmen nicht ihre typische Schlafstellung ein. Befallene Fische torkeln und haben starke Gleichgewichtsstörungen mit ruckartigen Bewegungen. (Annette Berkelmann)
 

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