Fortpflanzungsstrategien bei Fischen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Fortpflanzungsstrategien bei Fischen

Fische sind schon aufgrund ihrer Form etwas Besonderes unter den Wirbeltieren. Keine andere Gruppe hat außerdem so vielfältige und unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien entwickelt wie diese Wasserbewohner.
 
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Fische können ihre äußere Erscheinung und auch ihr Verhalten während der Fortpflanzung ändern.

Erfolgreiche Nachzuchten

Die Vermehrung von Fischen, auch im Aquarium – kann unterschiedlicher kaum sein. Einige vermehren sich nahezu ohne unser Zutun, andere wiederum müssen mühsam erst in Stimmung gebracht werden. Bei vielen Wildfängen sind die Methoden noch völlig unbekannt oder extrem schwierig zu simulieren. Eine große Herausforderung für Aquarianer, die diese Arten für das Hobby erhalten möchten. Doch auch für Einsteiger und Experimentierfreudige bietet die unglaubliche Vielfalt an Fortpflanzungsmöglichkeiten der Fische Erfolgserlebnisse als Züchter im eigenen Aquarium. Anregungen dazu können in den jeweiligen Steckbriefen der einzelnen Arten erfahren werden.

Geschlechterunterscheidung

Bis auf wenige Ausnahmen sind Fische getrenntgeschlechtlich. Das bedeutet, es gibt Männchen und Weibchen. Die Befruchtung findet im Gegensatz zu Säugetieren außerhalb des Körpers statt (meistens jedenfalls). Daher sind keine besonderen äußeren Geschlechtsorgane notwendig. Diese befinden sich ausschließlich im Innern der Tiere in Form von Eierstöcken und Hoden. Männchen und Weibchen sind deshalb nicht immer eindeutig voneinander zu unterscheiden. Manchmal auch gar nicht. Ein geübter Blick ist bei Skalaren gefragt: ihre Kopfform verändert sich im Laufe des Wachstums, die der Weibchen sind dann etwas runder geformt. Viele amerikanische Salmler (z.B. Kirschflecksalmler) können an bunteren und größeren Flossen unterschieden werden.

Auch bei lebendgebärenden Zahnkarpfen wie Platies und Guppies sind die Geschlechter deutlich an den Flossen erkennbar. Männchen zeigen eher schmale Flossen, die sog. Afterflosse der Weibchen ist dagegen runder. Bei ausgewachsenen Guppies präsentieren sich die Männchen kleiner und prächtiger als die Weibchen. Nicht umsonst wird dieser Fisch auch Millionenfisch genannt – die Zucht dieser friedlichen Fische geschieht wie von selbst. Die Tatsache, dass sie ihren Jungen nachstellen und sie fressen, sorgt dafür, dass eine Schließung des Aquariums wegen Überfüllung ausbleibt.

Paarbindung

Bei vielen Schwarmfischen kann diese sehr spontan und kurz sein, das klappt aber oft nur dann, wenn die beteiligten ablaichbereit sind. Andere Fischarten gehen sehr intensive und teils lange Paarbindungen ein. Wer als Aquarianer eine Zucht anstrebt, sollte in jedem Falle genügend Jungtiere auswählen, aus denen sich ein zuchtfähiges Paar zusammenfindet.

Fische können ihre äußere Erscheinung und auch ihr Verhalten während der Fortpflanzung sehr ändern. Dieser wichtige Teil des Sozialverhaltens sollte bei der Anschaffung von Fischen immer berücksichtigt werden.

Ablaichstrategien

Haben sich geeignete Partner gefunden, werden die befruchteten Eier als Laich an geeigneter Stelle platziert. Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten: der sog. „Ausbreitungstyp“ (Salmler, Karpfenfische) produziert sehr viele Nachkommen und überlässt die früh schlüpfenden Larven sich selbst. Der „Platzhaltertyp“ bewacht und/oder betreut seinen überschaubaren Nachwuchs (viele Lebendgebärende und Cichliden).

Die Unterscheidung der Fischarten wird aber nicht nur nach dem „wie“ vorgenommen, sondern nach dem „wo“. Dies reicht vom einfachen Ablassen vieler unbetreuter Nachkommen ins freie Wasser (Freilaicher) bis zur Platzierung mithilfe von Klebefäden in der Umgebung wie Blättern, Steinen oder in Mulden (Substratlaicher). Die beliebten Panzerwelse (Corydoras) praktizieren eine Variante. Sie gelten als typisches Beispiel für Substratlaicher ohne Revierbildung: Die im Schwarm produzierten Eier werden gezielt portionsweise angeheftet und anschließend nicht weiter beachtet. (Annette Berkelmann)
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