Zusammenleben von Fischen mit anderen Tieren | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Zusammenleben von Fischen mit anderen Tieren

Andere Wasserbewohner im Aquarium zu integrieren wird immer beliebter. Viele Krebstiere und Amphibien eignen sich dafür und die Grenzen zur Terraristik verschwimmen gelegentlich.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Die Vergesellschaftung von Fischen mit Krebsen oder Krabben muss im Einzelfall entschieden werden.

Amphibien

Die kleinen und quirligen Zwergkrallenfrösche (Hymenochirus boettgeri) sind in vielen Aquarien zu Hause und vermehren sich teils prächtig. Allerdings wird die artgerechte Pflege, wie z.B. häufiges Lebendfutterangebot oft unterschätzt. Eine gemeinsame Pflege mit (Apfel-)Schnecken und Fischen ist keine Seltenheit. Friedliche Bodenfische und Fische in den mittleren und oberen Wasserschichten sorgen für eine artgerechte Aufteilung des zur Verfügung stehenden Raumes. Fische, die sich gern an anderen zu schaffen machen oder Reviere bewohnen, sollten vermieden werden. Die Vergesellschaftung von Fischen mit Molchen muss genauer überlegt werden. Viele benötigen zumindest zeitweise kühlere Temperaturen und stellen den Fischen nach. Sie sollten keinesfalls unüberlegt ins Aquarium eingebracht werden.

Schnecken

Die Weichtiere mit Eigenheim begannen ihren Siegszug in die Aquarien mit der Goldenen Apfelschnecke (Pomacea bridgesi). Seither finden auch die alteingesessenen Häusleträger wie die winzigen braunen Blasenschnecken (Physidae) und die nützlichen Turmdeckelschnecken (Melandiidae) mehr Beachtung. Letztere kommen meist überall gut zurecht, doch bei der Pflege der größeren Apfelschnecken sind deren artspezifischen Bedürfnisse zu beachten. Über die schönen und teils bizarr geformten kleineren Arten wie Geweihschnecken ist oft (noch) wenig bekannt, doch mittlerweile häufen sich die Erfahrungen und die genügsamen Tiere fühlen sich in vielen Aquarien mit vorwiegend friedlichen Fischen wohl.

Muscheln

Viele attraktive tropische Süßwassermuscheln bereichern bereits unsere Aquarien. Einige können sich mithilfe eines starken, ausfahrbaren Fußes im Substrat wie gewünscht platzieren. Durch ihre Mundöffnung filtern sie Wasser und gelangen so an Nahrung. Fische können ihnen nichts anhaben, hier spielt die Verfügbarkeit von Nahrung im Wasser die entscheidende Rolle.
Große einheimische Teichmuscheln (Anodonta cygnea) und andere gehören nicht in ein tropisches Zierfischaquarium. Sie mögen es kühl, es besteht die Gefahr, dass ausgewachsene Tiere (bis 25cm) in Aquarien verhungern.

Krebstiere

Die Begeisterung für Garnelen ist ungebrochen, ganz besonders die kleineren und teils sehr bunten (Zucht-)arten finden immer neue Liebhaber. Grundsätzlich lassen sie sich mit vielen friedlichen Fischen zusammen pflegen, doch eine Vermehrung der zarten Wesen bleibt meist in Gegenwart von Fischen aus. Allerdings ist eine Vermehrung in Süßwasser auch abhängig vom Fortpflanzungstyp der Garnelen, denn bei vielen geschieht dies nur in Salzwasser.

Die Vergesellschaftung von Fischen mit Krebsen oder Krabben muss im Einzelfall entschieden werden. Meist wird für eine Pflege im Artbecken plädiert, doch es gibt viele Ausnahmen. Hier spielt häufig auch die Individualität der einzelnen Krebstiere eine Rolle. Die meisten Krabben benötigen mehr oder weniger geräumige Landteile, sind also keine Aquariumtiere im eigentlichen Sinn. (Annette Berkelmann)

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