Steckbrief: Dorngrundel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Dorngrundel

Dorngrundeln sind die einzige einheimische Art, die sich unter bestimmten Bedingungen asexuell fortpflanzt. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung der Dorngrundel.
 
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Typische Merkmale

  • Körperlänge: 12 cm
  • Lebenserwartung: 3 - 5 Jahre
  • Verbreitung: Zentraleuropa bis Westasien, einheimische Art
  • Lebensraum: fließende und stehende Gewässer
  • Lebensweise: nachtaktiver, friedlicher Bodenfisch
  • pH-Wert: 7 - 7,8, mittelhart

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Schmerlen (Cobitidae)
  • Gattung: Cobitis
  • Art: Dorngrundel/ Steinbeißer Cobitis taenia

Aussehen und typische Merkmale

Die Körperform erinnert an einen kurzen Aal. Am runden Kopf befinden sich insgesamt vier sehr kurze Bartelpaare. Die Brustflossen sind bei diesem Bodenbewohner hoch angesetzt. Rücken- und Bauchflossen sind direkt gegenüber angeordnet. Der insgesamt hell erscheinende Fisch hat einen weißen Bauch und ein filigranes pastellfarbenes Muster am übrigen Körper. Dieses setzt sich zusammen aus einer Reihe heller brauner Punkte und weiteren Punktreihen in Braun und schimmerndem Hellblaugrün.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Männchen sind kleiner als die voller wirkenden weiblichen Tiere, und ein Teil der männlichen Brustflossen ist dicker. Die auch als Steinbeißer bekannten Fische vermehren sich von April bis Juni. Dabei werden die Eier portionsweise an allem Möglichen platziert, dann befruchtet und bei dieser Unterart anschließend sich selbst überlassen.

Lebensweise und Verhalten

Tagsüber ruhen die Tiere unter Steinen. Erst in der Nacht streifen sie auf Nahrungssuche umher. Allerdings wagen sie sich nicht weit fort und können daher als sehr standorttreu beschrieben werden. Denn sie verteidigen ihr Heim in dem Sinne nicht und geben sich friedlich gegenüber Artgenossen und anderen Mitbewohnern.

Ernährung

Die Bodenfische ernähren sich ausschließlich carnivor, das bedeutet, sie mögen kein Grünzeug und ziehen tierische Kost vor. In menschlicher Obhut kann mäßig Lebendfutter oder auch Frostfutter aller Art gereicht werden.

Haltung

Im Gartenteich wird der Beobachter diese nachtaktiven und heimlichen Bodenbewohner kaum zu Gesicht bekommen. Sie sind jedoch ideal für kühle, sauerstoffreiche Kaltwasseraquarien mit Temperaturen von 14 bis 18° C. Das Aquarium sollte ca. 60 bis 80 cm lang und mit einem sandigen Bodengrund ausgestattet sein. Verstecke aus flachen Steinen und ggf. halbierten Kokosnüssen dienen tagsüber als Versteck. Einige den Bedingungen angepasste Pflanzen, z.B. Vallisnerien oder einheimische Quellmoosarten, komplettieren die Einrichtung und sorgen für eine gute Wasserqualität. Carnivore (fleischfressende) Wasserpflanzen wie der Wasserschlauch (Utricularia) vertragen kein alkalisches Wasser! Die Belüftung des Wassers sollte nicht mit einem Ausströmerstein erzeugt werden, sondern eher mit einem entsprechenden Filter.

Hätten Sie’s gewusst?

Dorngrundeln sind die einzige einheimische Art, die sich unter bestimmten Bedingungen asexuell fortpflanzt. Männchen sind zur Befruchtung dabei nicht erforderlich. Diese sog. Gynogenese praktizieren Hybridweibchen, also Kreuzungen verschiedener Unterarten. Ihre Eier teilen sich einfach und werden zu neuen Fischen, die Kopien ihrer Erzeugerin sind.

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