Steckbrief: Geflecktes Dornauge | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Geflecktes Dornauge

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Dornaugen soziale Fische. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung des Gefleckten Dornauge.
 
© Image courtesy of Simon Howden at FreeDigitalPhotos.net
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Typische Merkmale

  • Körperlänge:  gut 10 cm
  • Lebenserwartung: mehrere Jahre
  • Verbreitung: Südostasien/Thailand, Indonesien, Westmalaysia (Borneo)
  • Lebensraum: stille bis mäßig fließende Gewässer, gut strukturiert mit üppiger Vegetation
  • Lebensweise: dämmerungs- und nachtaktiv, friedlich
  • pH-Wert: um 6, bis knapp 7

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Schmerlen (Cobitidae)
  • Gattung: Pangio
  • Art: Geflecktes Dornauge (Pangio kuhlii)   

Aussehen und typische Merkmale

Dornaugen erinnern in ihrer Körperform und Bewegung an Schlangen. Ihr Kopf und auch die Bauchflossen sind klein. Die Rückenflosse befindet sich weit hinten am Körper. Die Grundfärbung ist Weißlich bis Rosa. Das Muster in mehr oder weniger ausgeprägtem Violett erstreckt sich unterbrochen über den gesamten oberen Körper, sodass der Eindruck eines violetten Tieres mit mehr oder weniger weißen Streifen entsteht. Die Tiere haben keine Seitenlinien, wie sonst bei Fischen üblich. Bis auf den Kopf ist der Körper von winzigen Schuppen bedeckt. Die Art trägt drei Paare Barteln am Oberkiefer und eines am Unterkiefer.

Nachwuchs und Aufzucht

Möglichkeiten zur Geschlechterunterscheidung sind bisher nicht bekannt. Nachzuchten scheinen eher zufällig gelungen.

Lebensweise und Verhalten

Diese Tiere führen ein soziales Leben. Sie können sogar als Schwarmfische bezeichnet werden. Erst am späten Nachmittag verlassen sie ihre Verstecke, um am und im Bodengrund nach Kleinstorganismen zu stöbern. Insgesamt sind sie als friedlich und recht standorttreu zu bezeichnen. Sie ziehen leicht saure Gewässerbedingungen vor, in denen auch viele Pflanzen besonders gut wachsen.

Kommunikation

Darüber gibt es weitgehend nur Vermutungen, aufgrund des fehlenden Seitenlinienorgans verständigt man sich unter Zuhilfenahme anderer Kommunikationsmittel wohl eher über die Barteln.

Ernährung

Für die Spätaufsteher steht eine Fütterung erst gegen Abend an. Außer Lebendfutter nehmen sie auch gern Frostfutter vom Boden auf. Pflanzlichen Nahrungsanteilen sind sie nicht abgeneigt, sodass viele Fertigfuttersorten, die auch Welsen schmecken, den Dornaugen erfolgreich angeboten werden können. Um die eigene Nahrungssuche und Beweglichkeit der Tiere zu fördern, sollte mindestens ein Tag in der Woche ohne zusätzliche Futtergaben sein. Dies schont im Übrigen auch die Wasserqualität.

Haltung

Ihre für Fische untypische Körperform und attraktive Färbung macht Dornaugen zu beliebten Hinguckern in vielen Gesellschaftsaquarien ab einer Länge von 60 cm. Einer Gruppe ausgewachsener Tiere sollten 80-cm-Aquarien zur Verfügung stehen. Das Wasser sollte warm temperiert sein, bei 24 bis 28° C. Mulmecken kommen der Nahrungssuche der Dornaugen sehr entgegen, alternativ dazu können auch viele feingliedrige Pflanzen oder Moose einen ähnlichen Zweck erfüllen. Diese Pflanzenarten gedeihen erfahrungsgemäß sehr gut im leicht sauren Milieu.

Hätten Sie’s gewusst?

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Dornaugen soziale Fische. In der Gruppe fühlen sie sich wesentlich sicherer und sind daher auch im Aquarium als Schwarm viel häufiger sichtbar. Einzeltiere kümmern und sterben meist sehr viel früher. 

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