Steckbrief: Goldfisch | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Goldfisch

Aus dem Goldfisch – der ja selbst eine Zucht aus dem Karpfen ist – wurden zahlreiche Zuchtformen, sog. Zierkarpfen, entwickelt. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung des Goldfisch.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Goldfische sind ausgesprochen gesellig.

Typische Merkmale

  • Körperlänge: bis zu 35 cm
  • Lebenserwartung: bis zu 40 Jahre
  • Verbreitung: stammt ursprünglich aus China
  • Lebensraum: mittlere Wasserregionen in mäßig fließenden sowie stillen Gewässern
  • Lebensweise: friedlicher und gelassener Schwarmfisch
  • pH-Wert: um 7

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: (Carassius)
  • Art: Goldfisch (Cyprinus auratus)  

Aussehen und typische Merkmale

Der ursprüngliche Goldfisch ist im Grunde ein orange-gelber Karpfen mit typischer schlanker Körperform. Die Flossen – auch die Schwanzflosse – sind vergleichsweise klein und transparent. Die Augen sind tiefschwarz. Barteln sind kaum erkennbar.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Männchen sind schlanker als die Weibchen, zur Laichzeit sind an den Weibchen Flecken erkennbar, der sog. Laichausschlag. Nach einem ausgeprägten Balzverhalten werden bis zu 1.000 Eier abgelegt. Die Jungfische schlüpfen erst nach knapp einer Woche. Bis zu einem Alter von ca. acht Monaten tragen sie ein graugrünes Jugendkleid.

Lebensweise und Verhalten

Goldfische sind ausgesprochen gesellig. Sie gelten als ruhige und friedliche Schwarmfische, die vorwiegend in mittleren Wasserregionen umherstreifen. Während der Nahrungssuche gründeln sie sehr gerne und können dabei recht tief in den Boden eindringen. ErnährungDie beliebten Karpfenfische haben einen gesegneten Appetit. Sie sind Allesfresser (omnivor) und schätzen daher pflanzliche Kost ebenso wie alle Arten an Lebend- und Frostfutter. Der Anteil an Proteinen sollte aus gesundheitlichen Gründen geringer gehalten werden. Goldfische mögen Trockenfutter, Flocken und Wafers und gründeln gern im Boden nach Kleinstlebewesen.

Haltung im Aquarium

Die kleineren Zuchtformen (bis 10 cm) können in geräumigen, kleineren und unbeheizten Aquarien recht einfach gepflegt werden. Allerdings gelten sie nicht als ganz so robust wie ihre großen Verwandten. Diese können nur als Jungfische in Aquarien ab 100 cm mit sandigem Bodengrund und freiem Schwimmraum leben. Die Tiere wühlen regelrecht im Boden, daher darf ein starker Filter nicht fehlen. Robuste Pflanzen kommen mit diesen Bedingungen gut zurecht. Feingliedrige werden schon einmal angeknabbert und leiden oft unter dem teilweise aufgewirbelten Bodengrund. Pflanzen sollten mit Steinen beschwert oder in Töpfen versenkt werden, damit sie nicht ausgegraben werden können.
Trotz guter Anpassungsfähigkeit der Fische sollte das Wasser unbelastet sein und regelmäßig gewechselt werden. Viele junge und jugendliche Goldfische werden auf diese Weise überwintert und verbringen sonst die warme Jahreszeit im Gartenteich.

Haltung im Gartenteich

Ein Verbleib im Gartenteich ist nur in milden Wintern möglich bzw. nur dann, wenn der Teich tief genug ist und nicht durchfriert. Die Karpfen ruhen dann unter dem Eis dicht über dem Grund. In diesem Fall darf dieser im Rahmen der herbstlichen Teichpflege nicht entfernt werden. Nur ausgewachsene und wohlgenährte Fische überstehen die kalte Jahreszeit auf diese Weise.

Goldfischgläser oder -kugeln

Runde Goldfischgläser sind generell für die Goldfischpflege tabu! In einigen (europäischen) Ländern sind sie bereits verboten. Asiatische Länder dagegen experimentieren wieder verstärkt mit „Aquarienformen“ auf dieser Grundlage. Die runde Form, die Enge und auch die Einzelhaltung sind als Tierquälerei einzustufen! Eine Plastikpflanze oder Artgenossen ändern nichts daran. Außerdem zeigen die Tiere erst ihr gesamtes Verhaltensrepertoire sowie ihre attraktiven Farben, wenn sie sich wohlfühlen.

Hätten Sie’s gewusst?

Aus dem Goldfisch – der ja selbst eine Zucht aus dem Karpfen ist – wurden zahlreiche Zuchtformen, sog. Zierkarpfen, entwickelt. Darunter sind kleinere Fische mit gedrungenen Körpern sowie zahlreiche Schleierschwanzformen, die besonders beliebt sind. Einige Arten sind aufgrund ihrer extremen Körperformen umstritten. Eine weitere Zuchtform sind die sog. Farbkarpfen, deren Liebhaberkreis immer größer wird: die bunten und majestätischen Koi.

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