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Steckbrief: Guppy

Guppys sind ideale und daher beliebte Fische für viele Gesellschaftsaquarien. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung des Guppy.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Guppys aus regionalen Züchtungen sind in der Regel nicht ganz so anfällig für Krankheiten wie Importe.

Typische Merkmale

  • Körperlänge: 3 - 5 cm
  • Lebenserwartung: bis 4 Jahre, Hochzuchten weniger
  • Verbreitung: ursprünglich Lateinamerika, in tropischen Regionen nun weit verbreitet
  • Lebensraum: Süßwasser jeglicher Art
  • Lebensweise: lebhafter und anpassungsfähiger Fisch in lockeren Gruppen
  • pH-Wert: 6,5 , hohe Toleranz

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
  • Familie: Poecillidae
  • Gattung: Poecilia
  • Art: Guppy (Poecilia reticulata)               

Aussehen und typische Merkmale

Die auch als „Millionenfisch“ bekannten Guppys sind kleine, bunt schillernde Fische mit mittlerweile vielen Farb- und Formgebungen durch gezielte Züchtungen. Das Augenmerk liegt besonders auf der Schwanz- sowie der Rückenflosse. Der Kopf endet in einem spitzen kleinen Maul, die Rückenlinie ist fast gerade.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Geschlechter der Guppys sind recht deutlich zu unterscheiden: Die Männchen bleiben kleiner, ohne Schwanzflosse ca. 3 cm. Sie sind außerdem prächtiger gefärbt als ihre weiblichen Artgenossen und tragen eine als Begattungsorgan umgewandelte Afterflosse, das Gonopodium. Dieses entwickelt sich bereits bei den jungen Männchen. Die Weibchen sind schon nach wenigen Wochen geschlechtsreif und sind in der Lage, ca. alle 30 Tage 20 bis 40 lebende Junge zur Welt zu bringen. Die Kleinen kommen sofort allein zurecht, sind jedoch begehrtes Futter, auch für die eigene Art. Allerdings soll es bei verschiedenen Züchtungen Ausnahmen geben. Die Vermehrung geschieht praktisch von allein, Guppys sind ausgesprochen produktiv.

Lebensweise und Verhalten

Die lebhaften Fische sind ständig in den oberen und mittleren Wasserschichten unterwegs, um Nahrung zu suchen. Sie erbeuten kleine Insekten und deren Larven von der Wasseroberfläche und weiden Steine, Wurzeln und Blätter nach Aufwuchs, Algen und Kleinstlebewesen ab. Sie können immer nur kleine Mengen fressen, dies dafür umso häufiger. Sie bilden keine regelrechten Schwärme, bevorzugen jedoch ein Dasein in sozialen Verbänden. Die Männchen bedrängen die Weibchen häufig, um sich zu paaren. Allerdings sind die Weibchen im Sinne der Arterhaltung wählerisch: Sie bevorzugen solche Männchen, die bereits von anderen Geschlechtsgenossinnen erwählt wurden. Für die Guppy-Weibchen unattraktive Männchen gehen oft auf Dauer leer aus.

Ernährung

Die kleinen Fische werden am besten zweimal täglich gefüttert. Sie sind nicht wählerisch und können daher mit allen handelsüblichen Futtersorten ernährt werden. Es muss ins kleine Maul passen und sollte nicht so schnell auf den Boden sinken. Dazu gehören kleines Lebend- und Frostfutter sowie Flocken mit pflanzlichen und tierischen Anteilen. Vitamingaben und gelegentliche Fastentage erhalten das Wohlbefinden.

Haltung

Guppys sind ideale und daher beliebte Fische für viele Gesellschaftsaquarien. Trotz ihrer großen Anpassungsfähigkeit ziehen die Guppys aus dem Handel meist neutrale Wasserwerte und eine Temperatur von 20 bis 26° C vor. Da die Männchen sehr vermehrungsfreudig sind und die Weibchen ständig bedrängen, müssen mehr Weibchen als Männchen vorhanden sein - vorzugsweise so viele, dass die potenten Männchen sich nicht zusätzlich an Weibchen anderer Arten heranmachen. In kleinen Aquarien kommen auf ein Männchen mindestens zwei, besser drei Weibchen. Die Bezeichnung „Millionenfisch“ verrät es bereits: Wer der Menge der Jungfische nicht mehr Herr wird, kann über weitere Fische nachdenken, die den Nachwuchs zahlenmäßig auf natürliche Art in Grenzen halten.

Hätten Sie’s gewusst?

Guppys aus regionalen Züchtungen sind in der Regel nicht ganz so anfällig für Krankheiten wie Importe.

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