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Steckbrief: Indischer Glaswels

Obwohl Indische Glaswelse mit ihrem durchsichtigen Körper den passenden Namen tragen, sind diese Fische keine Mitglieder der Familie der „Glaswelse“ (Schilbeidae). Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung des Indischen Glaswels.
 
© Eric Isselée / Fotolia
Indische Glaswelse mögen temperierte Aquarien.

Typische Merkmale

  • Körperlänge: bis zu 8 cm
  • Lebenserwartung: mehrere Jahre
  • Verbreitung: Südostasien: Thailand, Malaysien, Indonesien
  • Lebensraum: helle Gewässerabschnitte, obere Wasserschichten mit lockerer Vegetation
  • Lebensweise: friedlicher, dämmerungs- und nachtaktiver Schwarmfisch
  • pH-Wert: 6 - 7, empfindlich gegenüber widrigen Lebensumständen (belastetes Wasser)

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
  • Familie: Echte Welse (Siluridae)
  • Gattung: Kryptopterus
  • Art: Indischer Glaswels (Kryptopterus minor)    

Aussehen und typische Merkmale

Das auffälligste Merkmal ist der durchscheinende Körper. Die Wirbelsäule mit den Rippen ist deutlich sichtbar, und die Haut, ins rechte Licht gerückt, fluoreszieret. Anstelle der üblichen Rückenflosse befindet sich an der Unterseite eine durchgehende Flosse, die an einen Bootskiel erinnert. Der Kopf und auch die langen Barteln schimmern metallisch.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Geschlechterunterscheidung bei diesen Welsen ist äußerlich nicht möglich. Daher sind Jungfische bisher eher zufällig in diversen Aquarien mit Glaswelsen erschienen. Offenbar sind Wechsel der Umweltbedingungen abhängig von den Jahreszeiten Auslöser zur Laichbereitschaft. Die Eltern stellen den Jungfischen nach und betrachten sie als Beute.

Lebensweise und Verhalten

Indische Glaswelse lieben helle freie Gewässer mit lockerem Pflanzenwuchs. Vor dem dunklen Bodengrund sind ihre durchscheinenden Körper die perfekte Tarnung. Fällt das Sonnenlicht auf einen Schwarm Glaswelse, vervollständigt die Gesamtmenge der fluoreszierenden Körper die Tarnung. Lockere Pflanzenbestände werden von den Welsen während des Tages als Unterstände genutzt.

Ernährung

Glaswelse sind omnivor, das bedeutet, ihr Futter muss tierische und pflanzliche Anteile gleichermaßen aufweisen. Der Handel bietet geeignetes Flockenfutter an, das langsam zu Boden sinkt und daher auch für Fische in den mittleren bis oberen Wasserschichten erreichbar ist. Daneben lieben die durchsichtigen Fische feines Lebendfutter, das in Form von Daphnias oder Artemia-Nauplien gereicht wird. Frostfutter sollte zur besseren Erreichbarkeit in der Strömung treiben. Ein Diättag in der Woche schont die Wasserqualität von Allesfressern mit proteinreichen Vorlieben und fördert ihre Gesundheit.

Haltung

Indische Glaswelse mögen temperierte Aquarien (22 bis 26° C) ab einer Kantenlänge von 80 cm. Mindestens fünf Individuen sollten einen Schwarm bilden können. Auf dem dunklen Bodengrund wachsen in Gruppen arrangierte Pflanzen bis an die Oberfläche, sodass ihre Blätter als Verstecke genutzt werden können. Auf diese Weise steht viel freier Schwimmraum zur Verfügung. Ein starker Filter erzeugt eine mäßige Strömung. Mitbewohner sollten ebenfalls friedlich und nicht kleiner als 4 cm sein.

Hätten Sie's gewusst?

Obwohl Indische Glaswelse mit ihrem durchsichtigen Körper den passenden Namen tragen, sind diese Fische keine Mitglieder der Familie der „Glaswelse“ (Schilbeidae). Dafür sind sie „Echte Welse“, obwohl sie keinen typischen Stachel in der Rückenflosse tragen – denn selbst diese fehlt!

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