Steckbrief: Mosaikfadenfisch | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Mosaikfadenfisch

Fische, die sich erkälten? Die sonst so robusten Mosaikfadenfische sind in der Tat empfindlich für Erkältungen. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung des Mosaikfadenfisch.
 
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Typische Merkmale

  • Körperlänge: bis zu 12 cm
  • Lebenserwartung: 8 Jahre
  • Verbreitung: Südostasien, große Sunda-Inseln, Teile Malaysias
  • Lebensraum: flache, mäßig fließende Flüsse mit viel Vegetation
  • Lebensweise: Männchen untereinander unverträglich, sonst friedlich
  • pH-Wert: 6 - 7, hohe Toleranz

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes)
  • Familie: Osphronemidae
  • Gattung: Trichogaster
  • Art: Mosaikfadenfisch (Trichogaster leeri)

Aussehen und typische Merkmale

Besonders auffällig an den bunten Fischen sind die weißen kleinen Flecken, die wie ein Mosaikmuster den gesamten Körper überziehen. Sogar die Flossen sind mit diesem Muster geschmückt, so wirkt der Körper insgesamt größer. Innerhalb der Schwanzflosse fehlt die weiße Farbe, und erinnert hier eher an ein Netz. Vorn am spitzen Maul beginnt bei beiden Geschlechtern je ein schwarzes Längsband, das aufgrund der hellen Körpermusterung zum Schwanzende hin immer stärker unterbrochen ist und vor der Schwanzflosse in einem dunklen Fleck endet. Die Brustflossen der Männchen sind zu den langen paarigen Fäden ausgebildet, die dem Fisch ebenfalls seinen Namen geben.

Nachwuchs und Aufzucht

Nicht nur die Färbung der Mosaikfadenfische soll die Tiere größer erscheinen lassen, als sie sind. Auch die zerfranst wirkende Afterflosse der Männchen verstärkt diesen Eindruck noch. Beim Weibchen dagegen sind die Afterflosse und auch die Rückenflosse schlicht rund geformt. Ein zusätzliches Unterscheidungsmerkmal der Geschlechter ist die Färbung der Kehle und des Bauches: Männchen tragen hier ein auffälliges rot-orange, Weibchen sind an dieser Stelle hellbraun bis weiß. Nach einem aufwendigen und für Betrachter interessanten Balz- und Paarungsritual aus Verfolgungen und Umschlingungen werden die vom Weibchen abgegebenen Eier vom Männchen mit dem Maul eingesammelt. Anschließend deponiert er sie unter seinem Schaumnest. Dieses hat er zuvor aus mit Speichel ummantelten Luftblasen gebaut und so um Weibchen geworben. Es kann bis zu 30 cm2 groß sein und ragt etwas über die Wasseroberfläche hinaus. Nach der Befruchtung wird das Weibchen gegangen – der Ausdruck „vertrieben“ wäre zu grob formuliert. Mosaikfadenfischmännchen sind da nicht so rabiat zu ihren Partnerinnen wie andere Arten. Anschließend bewacht das Männchen das verhältnismäßig große Schaumnest und erweitert es ständig bis zum Schlupf der Jungfische.

Lebensweise und Verhalten

Männchen untereinander sind recht zänkisch, denn wie alle Labyrinthfische bildet man Territorien um sich abzugrenzen. Ansonsten sind Mosaikfadenfische sehr friedlich. Sie bevorzugen die mittleren und oberen Wasserregionen in flachen, ruhigen, verkrauteten Gewässern. Die üppige Vegetation bietet die gewünschte Deckung.

Ernährung

Labyrinthfische gelten zwar als carnivor, also vorwiegend fleischfressend, doch es gibt auch Erfahrungen, dass pflanzliche Kost ebenfalls nicht verschmäht wird. Kleines Lebend- oder Frostfutter sollte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, Flockenfutter und Hafttabletten werden ebenfalls gern genommen. Die Ernährung der Mosaikfadenfische ist wie ihre Pflege recht unkompliziert.

Haltung

Mosaikfadenfische sind sehr beliebte Aquarienfische und aufgrund ihrer einfachen und unkomplizierten Pflege auch bei Einsteigern begehrt. Der Grund ist einfach: Sie können zusammen mit dem Blauen Gurami sehr viel mehr vertragen als andere Mitglieder ihrer Familie. Außerdem sind diese besonders schönen Fische sehr friedlich im Vergleich zu anderen Arten. Ausgewachsene Mosaikfadenfische können in warmen Gesellschaftsaquarien ab 80 cm Kantenlänge untergebracht werden (bei 24 - 28°C.) Der pH-Wert spielt für die Tiere eine eher untergeordnete Rolle, da aber reichlich Pflanzen vorhanden sein sollten, ist ein pH- Wert um 7 vorzuziehen. Da die Fische flache Uferbereiche lieben, sollte der Wasserstand nicht höher als 30 cm sein. Die Männchen sind untereinander oft zänkisch. Deshalb sollte nur eines mit mehreren (1-3) Weibchen vergesellschafte werden. Auch andere aggressive oder territoriale Fische wie z.B. Cichliden sollten vermieden werden.

Hätten Sie's gewusst?

Fische, die sich erkälten? Die sonst so robusten Mosaikfadenfische sind in der Tat empfindlich für Erkältungen. Sie leben im flachen Wasser und können atmosphärische Luft atmen. Ist diese über dem Wasser zu kalt (ab 3 Grad unterhalb der Wassertemperatur), können sich die Fische erkälten.

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