Steckbrief: Siamesische Rüsselbarbe | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Siamesische Rüsselbarbe

Die robusten Barben halten sich in lockeren Gruppen vorwiegend in unteren und mittleren Wasserregionen sauerstoffreicher Gewässer auf. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung der Siamesischen Rüsselbarbe.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Aufgrund der äußeren Ähnlichkeit wird die Siamesiche Rüsselbarbe oft mit der Schönflossen-Rüsselbarbe verwechselt.

Typische Merkmale

  • Körperlänge: bis zu 15 cm
  • Lebenserwartung: bis zu 9 Jahre
  • Verbreitung: Südostasien/Südöstliches Thailand, Teile Malaysias
  • Lebensraum: schnell fließende Gewässer mit stellenweise üppiger Vegetation
  • Lebensweise: friedlich, Artgenossen gegenüber gelegentlich unverträglich
  • pH-Wert: um 6, gute Toleranzen bis 7,5

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: Crossocheilus
  • Art: Siamesische Rüsselbarbe (Crossocheilus siamensis)

Aussehen und typische Merkmale

Aus Sicht der Algen und vor allem der Planarien (Plattwürmer) ist dieser eher unscheinbar wirkende Karpfenfisch ein Wolf im Schafspelz: Denn Rüsselbarben fressen gern Algen – sogar auch die ungeliebten Planarien, die sich bei viel proteinreichem Futter im Aquarium zu gut vermehren und sonst keine Feinde haben. Rüsselbarben sind daher als beliebte Planarien- und Algenfresser in vielen Gesellschaftsaquarien zu finden. Die mittelgroße Barbe zeichnet sich durch einen schlanken Körper mit dreieckigen Flossen aus. Der Schwanz ist im Gegensatz zur verwandten Art (siehe unten) transparent, und der dunkle und gerade wirkende Mittelstrich an den Seiten beginnt hinter den Augen und endet an der Schwanzwurzel. Die Körperunterseite ist hellgrau bis nahezu weiß, während der obere Bereich des Fisches ein warmes Braun aufweist. Der Kopf ist rund und kurz. Ähnlich wie einige Welsarten stützen sich Rüsselbarben während ihrer Ruhezeiten auf den Flossen ab.

Nachwuchs und Aufzucht

Über die Fortpflanzung ist wenig bekannt, wohl auch, weil die Geschlechterunterscheidung äußerlich bisher nicht möglich ist.

Lebensweise und Verhalten

Die robusten Barben halten sich in lockeren Gruppen vorwiegend in unteren und mittleren Wasserregionen sauerstoffreicher Gewässer auf. Hier stöbern sie überall nach Fressbarem. Anderen Mitbewohnern – auch kleineren Fischen – gegenüber sind sie friedlich, geraten aber doch gelegentlich mit Artgenossen aneinander. Zu Verletzungen kommt es dabei nicht, es handelt sich um harmlose und kurzzeitige Streitereien.

Ernährung

Algen sollten im Sinne der Rüsselbarben nicht allzu kurz gehalten werden, doch wenn diese zur Ernährung nicht ausreichen, sind Rüsselbarben flexibel. Sie fressen zwar viel Grünzeug, aber keine Aquariumpflanzen. Im Wasser leicht welker sowie ungespritzter Salat und pflanzliches Fertigfutter in Form von Flocken oder Wafers sind gute Alternativen zu Algen. Lebend- und Frostfutter aller Art sind besonders bei älteren Fischen beliebt, sogar die Planarien – auch Scheibenwürmer genannt – stehen auf der Speisekarte.

Haltung

Das Aquarium muss geräumig sein, 120 cm Länge sind bei der zu erwartenden Endgröße von mehreren Rüsselbarben (fünf bis sieben) ideal. Viele Pflanzen, ausreichend Schwimmraum und sandiger Bodengrund sind für Barben wichtig. Zusätzliche Verstecke können zwischen Wurzeln und Steinen aufgesucht werden. Die Tiere mögen es warm, 24 bis 26° C empfinden sie als ideal. Da im wärmerem Wasser der Sauerstoffgehalt sinkt, empfiehlt sich für die sauerstoffbedürftigen Barben möglicherweise eine zusätzliche Belüftung des Wassers. Diese recht unkomplizierten Algenfresser sind als Einsteigerfische sehr beliebt und können mit anderen Barbenarten, Welsen und Salmlern vergesellschaftet werden.

Hätten Sie’s gewusst?

Aufgrund der äußeren Ähnlichkeit wird die Siamesiche Rüsselbarbe oft mit der Schönflossen-Rüsselbarbe verwechselt. Letztere verhält sich jedoch revierbildend.

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