Steckbrief Ringelhandgarnele | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Ringelhandgarnele

Ringelhandgarnelen halten sich tagsüber in ihren bevorzugten Verstecken auf, die auch gegen Artgenossen verteidigt werden. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Aussehen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung der Ringelhandgarnele.
 
© pixabay.com/serenaste (CC0 Public Domain)
Das sind keine Ringelhandgarnelen. Haben Sie welche? Dann schicken Sie uns doch ein Foto!

Typische Merkmale

  • Körperlänge: w 6 cm, m 8 cm
  • Lebenserwartung: mehrere Jahre
  • Verbreitung: Asien, östlicher Himalaya
  • Lebensraum: höhergelegene Flüsse, Seen
  • Lebensweise: unverträglich, räuberisch
  • pH-Wert: keine besonderen Ansprüche

Systematik

  • Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
  • Ordnung: Zehnfußkrebse (Dekapoda)
  • Familie: Felsen-, Partner-, und Großarmgarnelen (Palaemonidae)
  • Gattung: Macrobrachium
  • Art: Ringelhandgarnele (Macrobrachium assamense)

Aussehen und typische Merkmale

Die attraktiven Ringelhandgarnelen sind typische Großarmgarnelen, mit einem an Krebse erinnernden Körper und schlanken Scheren. Sie sind grau marmoriert bis zu einer rostbraunen Färbung. Die schlanken Scheren sind überraschend stabil und in der Lage, kleinere Beutetiere zu zerlegen.

Nachwuchs und Aufzucht

Auch diese Garnelenart pflanzt sich in Süßwasser fort. Die Zucht ist einfach – auch in der Gegenwart von Fischen –, gelingt aber erst ab Temperaturen von 21 bis 22° C. Bei guten Bedingungen können die Weibchen alle vier bis sechs Wochen Eier mit sich führen. Diese sind deutlich am Hinterleib erkennbar. Nach wenigen Wochen schlüpfen fertig entwickelte Junggarnelen, die kein Larvenstadium mehr durchlaufen müssen. Bei ausreichend Raum wird den Kleinen nicht von den Eltern und anderen Artgenossen nachgestellt.

Lebensweise und Verhalten

Ringelhandgarnelen halten sich tagsüber in ihren bevorzugten Verstecken auf, die auch gegen Artgenossen verteidigt werden. Abhanden gekommene Glieder regenerieren sich im Rahmen der nächsten Häutung. Zum Fressen kommen die Tiere jederzeit hervor. Sie leben in größeren Höhen der Berge und führen eine substratorientierte Lebensweise. Das heißt, ständiger Kontakt mit dem Untergrund ist notwendig, Großarmgarnelen schwimmen nicht. Allerdings können sie erstaunlich schnell sein, wenn es darum geht, eine potenzielle Beute zu überraschen. Dazu gehört eigentlich alles, was zu überwältigen ist. Ansonsten krabbeln die imposanten Garnelen nahe des Bodengrundes umher. Sie sind untereinander recht unverträglich und sogar zänkisch, was besonders auf die Männchen zutrifft.

Ernährung

Als Allesfresser zeigen Ringelhandgarnelen einen deutlichen Hang zu tierischer Kost. Sie knabbern hier und da auch Pflanzen an, richten jedoch keine nennenswerten Schäden an. Sie können mit Fischfutter, Lebend- und Frostfutter ernährt werden. Hin und wieder sollten sie ihrer Natur gemäß auch Beute machen dürfen – die Fischfreunde mögen Nachsicht walten lassen: Kleine Guppies sind sehr begehrt. Vitamine und Spurenelemente dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Haltung

In einem Aquarium von 80 cm Kantenlänge findet nur ein Männchen Platz. Ein bis zwei Weibchen können bei reich strukturierter Einrichtung ebenfalls dabei sein. Ringelhandgarnelen mögen es warm, Temperaturen zwischen 20 und 30° C sind ideal. Eine lichte Bepflanzung, flache Steine, Tonröhren und Wurzeln sorgen für ausreichend Versteckmöglichkeiten. Diese werden ganz besonders während einer Häutung benötigt, die immer ein einschneidender Vorgang im Leben von wirbellosen Tieren ist. Flossentragende Mitbewohner sollten nicht kleiner sein, sonst enden sie im Magen der kämpferischen Garnelen. Das Gleiche gilt für andere Wirbellosenarten. Eine Vergesellschaftung mit anderen Krebstieren sollte also vermieden werden. Denn selbst wenn sie sich nicht gegenseitig fressen, wird heftig um Raum und Ressourcen gestritten. Und Dauerstress ist sehr schädlich für Krebstiere aller Art. 

Hätten Sie’s gewusst?

Die namensgebende, geringelte Zeichnung an den Scheren erscheint in Rot und Schwarz erst bei abwechslungsreicher, proteinhaltiger Kost und artgerechter Pflege.

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Foto:  pixabay.com © serenaste (CC0 Public Domain)
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