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Steckbrief White Pearl Garnele

Die kleinen durchsichtigen Garnelen verbringen ihre Zeit hauptsächlich mit dem Abweiden des Untergrunds. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Aussehen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung der White Pearl Garnele.
 
White Pearl - Süßwassergarnelen © S. Brünner
Im richtigen Licht glänzt der Panzer der White Pearl wie eine Perle

Typische Merkmale

  • Körperlänge: 2 - 2,5 cm
  • Lebenserwartung: bis zwei Jahre
  • Verbreitung: farblose Zuchtform, vermutlich aus N. denticulata
  • Lebensraum: mäßig fließende, unbelastete Aquarien mit viel feingliedriger Vegetation
  • Lebensweise: friedlich, gesellig, sehr präsent
  • pH-Wert: 6 - 7,5

Systematik

  • Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
  • Ordnung: Zehnfußkrebse (Dekapoda)
  • Familie: Süßwassergarnelen (Atyidae)
  • Gattung: Neocaridina
  • Art: Weiße Perlgarnele / White Pearl Garnele (Neocaridina cf. zhangjiajiensis var.white)

Aussehen und typische Merkmale

Die kleine Garnele ist farblos und erscheint daher durchsichtig. Ihr Chitinpanzer glänzt jedoch fast wie poliert  – der Name ist also sehr bezeichnend. Die Augen sind dunkel bis schwarz, der Rückenstrich ist nur andeutungsweise erkennbar.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Weibchen sind, wie bei Süßwassergarnelen üblich, größer und fülliger als die Männchen. Aufgrund ihrer Durchsichtigkeit sind bei einer Trächtigkeit nicht nur die schneeweißen Eier am Unterleib der Weibchen deutlich erkennbar. Auch wenn das Tier im Innern die nächste Generation vorbereitet, ist im oberen Körperbereich eine zusätzliche, schneeweiße Eiansammlung zu sehen.
Die Zucht ist im Artaquarium sehr einfach und geschieht praktisch von selbst: White Pearls sind vergleichsweise produktiv, sie vermehren sich alle vier bis sechs Wochen. Als Angehörige des sogenannten spezialisierten Fortpflanzungstyps bringt das Weibchen ca. 40 voll entwickelte Nachkommen hervor, die fortan ein Leben in der Gruppe führen und kein Salzwassr für die Entwicklung benötigen.

Lebensweise und Verhalten

Auch die Weißen Perlen sind sehr gesellig. Dabei sind sie im Vergleich zu anderen, versteckter lebenden Garnelenarten wenig schüchtern und ständig präsent. Aufgrund der hohen Vermehrungsrate leben alle Altersgruppen zusammen. Sie sind sehr friedfertig und kaum schreckhaft.

Ernährung

Die kleinen durchsichtigen Garnelen verbringen ihre Zeit hauptsächlich mit dem Abweiden des Untergrunds. Dabei nehmen sie Nahrung aus Detritus, Algen und Kleinstlebewesen auf. Eine tägliche, zusätzliche Fütterung ist also nicht nötig. Als zusätzliches Futter sind alle möglichen Sorten Fischfutter mit hohen pflanzlichen Anteilen gefragt. Mittlerweile ist bereits spezielles Garnelenfutter unterschiedlicher Marken im Handel erhältlich. Regelmäßige Vitamingaben erhalten die Gesundheit. Hier können solche für Fische Anwendung finden.

Haltung

Die zarten White Pearls können bereits in kleinen Aquarien leicht gepflegt werden. Das Minimum sind 15 Liter Wasser. Dieses muss unbelastet sein und darf vor allen Dingen kein Kupfer enthalten, denn selbst in kleinen Mengen ist dies für alle Wirbellosen tödlich. Die Temperatur sollte zwischen 20 und 28° C liegen. Ein dunkler Bodengrund und viele feingliedrige Pflanzen sorgen für eine gute Optik einerseits und bilden eine gesunde Lebensgrundlage für die Garnelen andererseits. Pflanzen wie Javafarn und/oder weitere Moosarten sind ideal für Garnelenaquarien. Für eine leichte Strömung sollte gesorgt sein, allerdings müssen Sie darauf achten, dass der Filter die kleinen Tiere nicht einsaugen kann. Bewährt hat sich in der Garnelenpflege der sogenannte Hamburger Mattenfilter. Er basiert auf einer Kreiselpumpe hinter einer Filtermatte. Diese ist übrigens beliebte Nahrungsquelle der Garnelen. Auch Laub sollte in einem Garnelenaquarium nicht fehlen. Es bietet Versteckmöglichkeiten und Nahrung, zusätzlich erhält es das Wasser leicht sauer und beugt Verpilzungen vor.

Hätten Sie’s gewusst?

Die als Lebensmittel allseits beliebten „Nordeseekrabben“ sind eigentlich Garnelen.

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Foto:  pixabay.com © serenaste (CC0 Public Domain)
Fotos: 
S. Brünner
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