Steckbrief: Australischer Tigerkrebs | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Australischer Tigerkrebs

Mit einer Körperlänge von zirka 12 cm bringen sie das erste Mal Eier hervor, meist sind es um die 60 Stück. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Aussehen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung des Australischen Tigerkrebs.
 
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Typische Merkmale

  • Körperlänge: 10 - 12 cm im Aquarium, sonst bis 25 cm
  • Lebenserwartung: 4 - 5 Jahre, bei guter Pflege mehr
  • Verbreitung: Indonesien/Papua, Papua Neuguinea
  • Lebensraum: Sumpfgebiete, langsam fließende, trübe und verkrautete Gewässer
  • Lebensweise: zurückhaltend, dämmerungs- und nachtaktiv, meist friedlich
  • pH-Wert: 7,5 bis 8

Systematik

  • Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
  • Ordnung: Zehnfußkrebse (Dekapoda)
  • Familie: australische Flusskrebse (Parastacidae)
  • Gattung: Cherax
  • Art: Australischer Tigerkrebs (Cherax sp.papuanus)

Aussehen und typische Merkmale

Die großen Krebse mit den mächtigen weißen Scheren und dem charakteristisch orange-braun-schwarz gestreiften Hinterleib war die erste Art, die für die Aquaristik aus Neuguinea eingeführt wurde. Die Innenseiten der Scheren sowie der Kopf tragen leichte Blauanteile. Die bunte und kontrastreiche Färbung machte neugierig, und so gelangten weitere, als „paradiesisch“ bezeichnete Formen nach Europa. Leider sind sie eher selten zu bekommen.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Scheren der Weibchen sind kleiner als die der männlichen Artgenossen und nicht so intensiv gefärbt. An der Unterseite der Tiere, nahe des Ansatzes des dritten Beinpaares, sind die typischen Geschlechtsöffnungen (Gonoporen) der Weibchen angeordnet. Nach einer erfolgreichen Befruchtung leben die Weibchen die sich anschließenden sechs Wochen sehr versteckt. In dieser Zeit sind sie sehr stressempfindlich und reagieren auf Störungen unter Umständen mit dem Komplettverlust des Geleges.
Mit einer Körperlänge von zirka 12 cm bringen sie das erste Mal Eier hervor, meist sind es um die 60 Stück. Die Jungen schlüpfen recht heimlich nach vier Wochen, bleiben aber noch weitere zwei Wochen mit der Mutter verbunden. Verlassen die Jungkrebse schließlich die Kinderstube, haben sie vom Weibchen nichts zu befürchten, leben aber auch ihrerseits sehr versteckt. Sie können mit Granulat-, Frostfutter und natürlich Laub ernährt werden. Nach etwa drei Monaten sind sie bereits 2 bis 5 cm groß.

Lebensweise und Verhalten

Die bunten Krebse sind meist friedlich und stellen bei ausreichend proteinreicher Nahrung Fischen nicht nach. Allerdings können männliche Krebse mit zunehmendem Alter zu eher unverträglichen Einzelgängern werden. Im Aquarium sind die schönen Tiere eher scheu, außerhalb ihrer Verstecke oder bevorzugten Sitzplätze zeigen sie sich am ehesten zur Fütterung in den Abendstunden. Überhaupt sind sie nachts sehr viel aktiver wie tagsüber. Sie graben gern und überraschen ihre Pfleger morgens mit ihren intensiv gestalterischen Fähigkeiten.

Ernährung

Wie alle Krebstiere sind auch diese Allesfresser, was aber nicht bedeutet, ständig große Mengen anzubieten. Im Gegenteil, Krebse sind sparsame Esser, und zu viele Proteine können den Stoffwechsel durcheinanderbringen und für Komplikationen im Rahmen der anstrengenden Häutungen sorgen. Eine tägliche Zufütterung ist daher zu vermeiden. Kleine Schnecken und Laub spielen als Nahrungsquellen für Krebse eine wichtige Rolle, besonders das beliebte Eichenlaub ist daher ständig auszulegen. Spinat und Futtertabletten (für Krebse) bilden weitere Komponenten des Speisezettels.

Haltung

Für ein erwachsenes Paar ist ein Aquarium von 80 bis 100 cm ausreichend. Vorausetzung für ein stressfreies Leben der Tiere und erfolgreiche Häutungen ist eine strukturreiche Einrichtung mit zahlreichen Höhlen. Aufgrund der scheuen und nachtaktiven Lebensweise werden dämmrige Verhältnisse empfohlen, das erhöht die Chancen, die Tiere beobachten zu können. Allerdings sieht sich der Pfleger oft damit konfrontiert, seine Tigerkrebse trotz ihrer intensiven Färbung suchen zu müssen – sie beherrschen perfekt die Kunst der Tarnung. Um bei den grabungsfreudigen Krebsen Glasbruch zu verhindern, kann eine Plexiglasplatte vor der Gestaltung des Aquariums am Boden ausgelegt werden. Wurzeln und besonders Steine müssen entsprechend fixiert sein (Aquariensilikon). Eine umfangreiche Sandschicht sorgt für ungetrübte Buddelfreuden der faszinierenden Tiere. Eine gute Filterung sowie unbelastetes und kupferfreies Wasser sind für eine erfolgreiche Pflege der bunten Krebse unerlässlich. Die Wohlfühltemperaturen liegen trotz großer Anpassungsfähigkeit zwischen 20 und 28° C. Im Rahmen der Vergesellschaftung gibt es positive Erfahrungen mit lebendgebärenden Fischen, Zwerg- und Macrobrachium-Garnelen sowie mit Ancistrus-Arten.

Hätten Sie’s gewusst?

Noch bis vor wenigen Jahren ging man davon aus, dass die Varianten „Zebra“ und „Tiger“ unterschiedlichen Krebsarten zugeordnet werden sollten. Wie sich jedoch bei genauerer Untersuchung herausstellte, beruhen die Unterschiede der Tiere offenbar auf ihren jeweils isolierten Lebensräumen. Australien und Neuguinea waren früher durch eine Landbrücke verbunden, die mit steigendem Meeresspiegel jedoch verschwand, und alle dort lebenden Organismen entwickelten sich fortan getrennt – einschließlich der Krebse.

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