Ernährung von Molchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ernährung von Molchen

Axolotl und Molche sind wie alle unsere tierischen Mitbewohner auf eine artgerechte Ernährung angewiesen. Bei diesen Carnivoren ist sie etwas aufwendiger als von vielen Fischarten vielleicht gewohnt.
 
© Anita Husz / Fotolia
Eine bequeme Fütterung mit gefrostetem Futter wie bei carnivoren Fischen ist leider unzureichend.
Menschliche Unbehaglichkeiten gegenüber krabbeligen Winzlingen, Würmern und Maden können bei der Fütterung äußerst hinderlich sein...

Natürliche Nahrungsbeschaffung bei Molchen und Axolotl  

Säugetiere und auch die meisten Fische stehen auf dem natürlichen Speiseplan nicht unbedingt an erster Stelle. Axolotl sind im Grunde ja noch jugendliche Molche, ihr Nahrungserwerb ist daher sehr ähnlich. In ihren natürlichen Gewässern stellen sie zu allererst Insektenlarven, Würmern, weiteren Wirbellosen und auch kleineren Amphibien nach, die sie erbeuten können – sprich ins Maul passen. Wasserkäfer werden jedoch wegen ihres harten Panzers verschmäht.

Die aktive Jagd liegt den länglichen Amphibien mit den kurzen Beinen  weniger, sie lauern lieber im Verborgenen auf gute Gelegenheiten. Sensoren auf der Haut signalisieren kleinste Wasserbewegungen, dann wird blitzschnell zugepackt.  

Fütterungsbedingungen

Die Ernährung der Molche darf etwa alle zwei bis drei Tage etwas zeitintensiver sein, denn wie bei allen Amphibien bleibt bei eher hektischen und ungenauen Futtergaben viel liegen. Im Wasser kann dies zu starken Belastungen der Umgebung führen. Viele Molchfreunde verzichten daher auf Untergrund aus Kies, manchmal fehlt der Bodengrund auch ganz, um Futterreste sofort entsorgen zu können. Kleine Wasserschnecken oder auch große Apfelschnecken können aber auch gut als Futterverwerter fungieren. Letztere müssen allerdings zusätzlich mit ausreichend pflanzlicher Kost zugefüttert werden.

Um Würmer, Maden etc. unkompliziert an die amphibischen Empfänger weiterzureichen, empfiehlt sich eine lange Futterpinzette - mit etwas Übung ein ideales Werkzeug. Nicht dass bei großer Gier der Lieblinge gleich der eigene Finger mit ab wäre, doch grade Axolotl können durchaus zubeißen – nicht sehr schmerz-, dafür aber für beide schreckintensiv.

Der Speisezettel in menschlicher Obhut

Eine bequeme Fütterung mit gefrostetem Futter wie bei carnivoren Fischen ist leider unzureichend. Die meisten dieser Futtertiere sind für ausgewachsene Wassermolche schlicht zu klein und werden daher ignoriert. Außerdem muss die Nahrung abwechslungsreich sein, um die Tiere mit allem Nötigen zu versorgen. Regenwürmer sind sehr beliebt und lassen sich auch im Eimer mit Erde oder in anderen, bepflanzten Terrarien recht gut vorrätig halten. Weiße Fliegenmaden sind leicht zu bekommen, und im Kühlschrank wird die Verpuppung verhindert. Lebende Artemia und Bachflohkrebse sind ebenfalls zwischendurch willkommen. Im Grunde sind die meisten der erhältlichen Wurmarten, Muschelfleisch, Kleininsekten sowie deren Maden gutes Molchfutter.

Zugegebenermaßen werden auch Cocktailshrimps aus dem Supermarkt gerne genommen und sollen wahre Renner sein. Doch Vorsicht: Diese sind sehr jodhaltig und daher trotz aller Liebe für die dafür empfindlichen Axolotl nur eine sehr seltene Leckerei.

Mageres Fischfilet in mundgerechten Stücken bereichert ebenfalls den Speiseplan der Amphibien. Salmoniden wie Lachs oder Forelle scheiden jedoch wegen ihres sehr hohen Fettgehaltes als Dauernahrung ebenfalls aus. Ansonsten können die meisten Süß- und Salzwasserfische gereicht werden, da schadet es auch nicht, eine Packung gefrosteter Stinte im Eisfach bereitzuhalten.

Manche Amphibienfreunde betreiben auch eine eigene Guppyzucht, die den Molchen nicht nur schlicht als Nahrung dienen, sondern auch den Jagdinstinkt der Amphibien wachhalten. Dazu darf der Wasserstand nicht zu hoch sein, denn Guppys halten sich verstärkt an der Oberfläche auf, letztlich natürlich auch, um den unten lauernden Fressfeinden zu entgehen.

Vitamine und Spurenelemente

Diese dürfen natürlich auch in der Ernährung von Molchen und Axolotl nicht fehlen und können nicht, wie bei Terrarientieren üblich, in Pulverform verabreicht werden. Um dennoch die Versorgung sicherzustellen, können Präparate in Flüssigform eingesetzt werden, die in der Terraristikabteilung für Reptilien zu finden sind.

Mehlwürmer

Der Schrecken aller Wurmphobiker lässt sich von allen Würmern am leichtesten lagern und kann daher in großen Mengen angeboten und verkauft werden. Allerdings hat sich herausgestellt, dass die lecker anmutenden Tierchen einen eher minderwertigen Ernährungswert ähnlich dem von Pommes frites für uns haben. Als Hauptnahrung kommen Mehlwürmer für Molche also nicht in Frage. Es sollen auch Komplikationen wegen des Chitinpanzers vorgekommen sein. Die frischgehäuteten weißen Exemplare sind dagegen als gelegentliche Leckerein bei Molchen und Axolotl beliebt. (Annette Berkelmann)

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