Gesundheit von Molchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gesundheit von Molchen

Molche und Axolotl sind zwar Wasserbewohner, jedoch nicht für herkömmliche Aquarien mit tropischem Fischbesatz geeignet. Eine artgerechte Haltung ist unerlässlich.
 
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In ernsthaften Krankheitsfällen wird es kompliziert.

Molche und Axolotl – sehr spezielle Wasserbewohner

Jedes dieser beiden Amphibien ist weder der Aquaristik noch der Terraristik eindeutig zuzuordnen. Dieser Umstand kann zu Missverständnissen und Unsicherheiten beim Erwerb in der jeweiligen Zoofachabteilung führen. Gesicherte Angaben zur artgerechten Pflege dieser aufregenden Tiere sind daher am besten bei Personen mit eigener Erfahrung zu bekommen. Wer sich Molche und ganz besonders auch Axolotl zulegen möchte, sollte sich vorher sehr sorgfältig über deren besonderen Bedürfnisse erkundigen. Neben der artgerechten Haltung ist die Ernährung eine weitere Grundlage für eine lange gemeinsame Zeit. Letztlich geht auch bei diesen Tieren Liebe durch den Magen: Als carnivore, also ausschließlich Fleisch fressende Tiere ist eine konstante Versorgung mit Lebendfutter sicherzustellen.

Molche und Axolotl im Artaquarium

Die beiden Amphibien scheiden schon deshalb für tropische Aquarien aus, da beide im Verhältnis dazu eher kühlere Temperaturen bevorzugen. Die jahreszeitlich bedingte Absenkung der Temperaturen – zumindest bei den Molchen – sollte bei einer artgerechten Haltung ebenfalls nicht vorenthalten werden und kann in Artaquarien stressfrei für alle realisiert werden, ohne die Tiere ausquartieren zu müssen. Die Schleimhäute sind bei allen Amphibien empfindlich. Berührungen durch den Menschen sollten daher wenn möglich unterbleiben und nur mit feuchten Händen bzw. Tüchen durchgeführt werden. Zudem reagieren besonders Axolotl beim Verlassen des Wassers oft schreckhaft. Das kann bei den erwachsenen und wehrhaften Tieren zu Unfällen führen. Des Weiteren sind Fische häufig an der amphibischen Haut interessiert und belästigen die Amphibien, was zu Stress führen kann, der vermieden werden sollte. Dies gilt besonders auch dann, wenn sich die Tiere ihrer Haut entledigen, um zu wachsen. Dieser Vorgang sollte nicht gestört werden.

Metamorphose  – oder?

Molche durchlaufen während ihrer Entwicklung diverse Larvenstadien und schließen diese mit einer Umstellung von Kiemen- auf Lungentamung, der Metamorphose zum Molch ab. Axolotl verbleiben dagegen zeitlebens im Larvenstadium, werden dabei jedoch auch geschlechtsreif (Neotonie). Dieser angeborene Effekt darf keinesfalls künstlich erzeugt werden. Dies führt in der Regel zum Tod der Tiere und kann als Tierversuch gewertet werden. Da die Metamorphose mit Rückbildung der Kiemen und des Schwanzes beginnt, können sehr ähnliche Erscheinungen bei Axolotl-Freunden für Verwirrung sorgen. Genaues Hinschauen ist also geboten. Eine zu jodreiche Ernährung der Axolotl kann die Metamorphose einleiten, dies müsste aber schon sehr einseitig und sehr intensiv erfolgen. Beobachtungen von Rückbildungen des Schwanzes  sowie der Kiemen haben meist andere Ursachen. Belastetes Wasser, ungeeignete Vergesellschaftung sowie einseitige, unzureichende Ernährung können zu einem recht plötzlichen Absterben der Kiemenäste und auch des Schwanzes führen. Verbessern sich die Umstände, wachsen Schwänze und Glieder im Rahmen der unglaublichen Regenerationsfähigkeit der Amphibien im Allgemeinen wieder nach. Solange der Kopf sich nicht ebenfalls verformt, ist eine Metamorphose auszuschließen.

Luft im Bauch – was nun?

Einige Axolotl (besonders jüngere Exemplare) sind gelegentlich ungelenk paddelnd nahe der Wasseroberfläche anzutreffen. Sind sie während der Futteraufnahme zu gierig, kommt es vor, dass sie statt Futter Luft geschluckt haben und dadurch an die Oberfläche getrieben werden. Erst bei regelmäßigen Vorfällen dieser Art ist zu überprüfen, ob die Ernährung ausreichend und letztlich auch erreichbar für die Tiere ist (ungeeignet sind z.B. ein zu hoher Wasserstand und zu dichte Bepflanzung). Axolotl decken etwa 50 Prozent ihres Sauerstoffbedarfes durch die Kiemen ab, der Rest wird über die Haut und auch über Teile des Maulbodens aufgenommen. Doch in akuten Notsituationen sind sie durchaus in der Lage, mithilfe ihrer bereits primitiv entwickelten Luftsäcke – die später einmal Lungen werden sollten –  Sauerstoff zu beziehen. Doch auch bei gierigem Fressen oder Stress kann Luft in den Bauch gelangen und zu eher uneleganten Abtauchversuchen führen. Gelingt dem Tier eine Normalisierung der Lage nicht selbst, kann es vorsichtig mit einem feuchten Tuch entnommen werden und eine Bauchmassage erhalten. Diese sorgt dafür, dass die überschüssige Luft hörbar entweichen kann.

Pilzbefall

Die Schleimhäute aller Amphibien bewahren die Tiere vor Bakterien und Pilzen. Wird diese schützende Barriere durch Verletzungen oder ungeeignete Wasserverhältnissee beschädigt, nutzen die kleinen Plagegeister solche Schwachstellen sofort, um sich anzusiedeln. In einem frühen Stadium mit nur kleinen infizierten Haustellen kann ein zehnminütiges Kochsalzbad (ohne Jod!) Abhilfe schaffen, das zwei- bis dreimal täglich durchgeführt wird. Selbstverständlich muss auch die Ursache ermittelt und abgestellt werden. Als häufigstes Übel gelten belastetes Wasser, knabbernde Fische und/oder Bisse durch Artgenossen aufgrund zu großer Enge.

Tierärzte

In ernsthaften Krankheitsfällen wird es kompliziert. Aufgrund der bereits oben erwähnten Zuordnungsschwierigkeiten gibt es nur wenige Tierärzte, die Axolotl und andere Molche behandeln können. Erfahrene Molchfreunde und/oder eine Nachfrage bei der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie nach entsprechenden Ärzten können fachgerechte Abhilfe schaffen. (Annette Berkelmann)


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