Ernährung von Schnecken | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ernährung von Schnecken

Viele der bunten Weichtiere können im Aquarium als Restefutterverwerter fungieren und sind daher eine Art Gesundheitspolizei.
 
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Die Ernährung der Schnecken muss abwechslungsreich sein.
Allerdings reicht dieser Job für eine artgerechte Ernährung größerer Arten nicht aus, und die Tiere mit Eigenheim benötigen oft eine zusätzliche Fütterung.

Wie nehmen Schnecken ihre Nahrung auf?

Ob große Schnecken oder ganz kleine – alle haben einen gesegneten Appetit und einen dementsprechenden Stoffwechsel. Alle verfügen über einen gut entwickelten Geruchssinn, der bei vielen Arten durch zusätzliche Tastorgane in Form von Tentakeln ergänzt wird. Auf diese Weise spüren die Tiere schnell bevorzugtes Futter auf und sind oft überraschend schnell zur Stelle. Die unterschiedlichen Schneckenarten haben außerdem eines gemeinsam: ihre Art der Nahrungsaufnahme. Sie verfügen über ein verhältnismäßig kleines, aber dehnbares Maul. Dahinter befindet sich eine sog. Radula – eine Zunge, die je nach bevorzugter Nahrungsart mit vielen kleinen Zähnchen aus Chitin bestückt ist. Diese Raspelzunge ist halbrund und lässt sich sogar etwas hervorstülpen, um auch großformatige Nahrung zu zerkleinern und aufzunehmen.

Schnecken sind Allesfresser

Trotz recht individueller Unterschiede reicht die Nahrung der Schnecken von Detritus, abgestorbenen und/oder frischen Pflanzenteilen, über Aufwuchs bis zu Obst und Gemüse. Proteine nehmen Schnecken hauptsächlich über Aas auf (Mückenlarven, Kleinkrebschen, Fische und andere tote Tiere). Sie nehmen alle Arten von Fertigfutter, die sie bekommen können. Besonders beliebt bei allen Arten sind Futtertabletten für Welse, die lange eine feste Form haben und sich gut zerraspeln lassen. Apfelschnecken können dabei beobachtet werden, wie sie Wafers mit ihrem großen Fuß umschließen und sich praktisch auf die Rückseite ihres Hauses „setzen“. So wirkt es, als wenn sie die Wafers sitzend, „in der Hand haltend“, verzehren.

Ernährung im Aquarium

Auch hier muss die Ernährung der Schnecken abwechslungsreich sein. Sind nur Fleischfresser, also carnivore Mitbewohner, anwesend, muss den Schnecken zusätzlich Pflanzliches gereicht werden. In Garnelenaquarien, in denen ebenfalls Salatblätter, grüne Gurke und proteinreiche Tabs gefüttert werden, muss nur mengenmäßig darauf geachtet werden, dass alle etwas abbekommen. Viele Schneckenarten, wie z.B. die winzigen Blasenschnecken, können sich kopfüber unterhalb der Wasseroberfläche fortbewegen und verzehren dort die Bakterien. Im Boden lebende Arten wie die Turmdeckelschnecken ernähren sich vorwiegend von Nahrungspartikeln im Boden, dadurch belüften und düngen sie diesen. Sie sind daher in jedem Aquarium für die Qualität des Bodengrundes unverzichtbar, allerdings meist erst in Dunkeln außerhalb ihres angestammten Lebensraumes zu beobachten. Wer die notwendige Calciumversorgung für den Erhalt des Schneckenhauses sicherstellen will, kann Sepiaschalen auslegen. Von eingebrachten Vitamingaben für andere Wasserbewohner profitieren selbstverständlich auch die Schnecken.

Raubschnecken

Neuerdings tauchen im Zoofachhandel immer öfter auch Raubschnecken auf, die sich in erster Linie von Schnecken ernähren. Für Nachschub dieser Art muss auf Dauer gesorgt werden. (Annette Berkelmann)
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