Steckbrief Kahnschnecken | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Kahnschnecken

Einige Mitglieder dieser großen und vielfältigen Familie sind mittlerweile in vielen Aquarien zu finden. Ihre attraktive Erscheinung und ihr unermüdlicher Appetit auf Algen und Aufwuchs macht sie immer beliebter.
 
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Verbreitung

Das massive Schneckenhaus weist bereits auf einen Lebensraum in härteren Gewässern hin. Die für die Aquaristik relevanten Arten bewohnen weite Teile Südostasiens. Hier kommen sie im Meer vor, in Brackwasserbereichen und Gezeitenzonen. Auch in angrenzenden Fließgewässern sind die kleinen Schönheiten zu Hause.

Aussehen und typische Merkmale

Die Erscheinung der kleinen Schnecken ist ganz auf strömungsreiche Gewässer ausgerichtet. Das kleine ovale Schneckenhaus hat kaum Windungen, auch die innere sonst typische Spindel des Gehäuses ist bei den Kahnschnecken zurückgebildet. Auf diese Weise ist die Öffnung des Hauses recht geräumig und vom eigentlichen Weichtier schauen bestenfalls die kleinen Fühler hervor. An deren Basis sitzen die Augen der Schnecken. Das glatte, individuell gezeichnete Gehäuse bietet dem vorbeiströmenden Wasser kaum Widerstand. Es lässt sich außerdem mit einem Deckel verschließen.

Lebensweise und Nahrungsgewohnheiten

Die kleinen Weichtiere sind recht gesellig und immer in Gruppen anzutreffen. Unermüdlich weiden sie mit ihrer besonders kräftigen Raspelzunge (Radula) Aufwuchs und Algen von Steinen und harten Pflanzenteilen ab. Sie sind sogar in der Lage, die hartschaligen Kieselalgen (Diatomeen) zu knacken und zu fressen.

Fortpflanzung

Zwar sind Kahnschnecken getrenntgeschlechtlich, doch an ihrer äußeren Erscheinung sind die Unterschiede nicht ohne weiteres auszumachen. Das Begattungsorgan der Männchen ist neben dem rechten Fühler platziert, außerhalb der Paarung jedoch gut verborgen. Die Fortpflanzungsart ist eher ungewöhnlich: Es werden keine gelierten Eier abgelegt, aus denen dann kleine Schnecken schlüpfen. Diese  Familie produziert als Nachkommen zunächst Larven, die sich im Meer zu kleinen Schnecken entwickeln und anschließend in die Gezeitenzonen zurückkehren. (Annette Berkelmann)

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