Ernährung von Wasserschildkröten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ernährung von Wasserschildkröten

Im Gegensatz zu Landschildkröten sind Sumpf- und Wasserschildkröten sog. Gemischtköstler mit einem leichten Vorzug an tierischer Nahrung.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wann und wie viel füttern?
Ein Mix aus Fertignahrung, besonderen Zusätzen und Frischkost in gemäßigten Mengen erhalten die Schildkröten gesund und munter.

Was mögen Schildkröten?

Der Zoofachhandel bietet mittlerweile eine breite Palette an abwechslungsreicher Nahrung für Schildkröten aller Arten und jeden Alters an, u.a. getrocknete Bachflohkrebse oder gemischte Pellets. Auch tierische Kost ist verfügbar, z.B. Frostfutter (Mückenlarven, Muscheln etc.). Auch krabbelnde Köstlichkeiten wie Heuschrecken und Grillen in unterschiedlichen Größen sind zu haben. Terraristikabteilungen führen in der Regel auch junge gefrostete Kleinsäuger. Rohes Rinderherz und Süßwasserfisch wird in kleinen Stücken gern genommen. Auf Schweinefleisch kann angesichts der vielen Alternativen verzichtet werden. Schildkröten neigen bei zu häufigem Genuss schnell zu Verfettung. Zu üppig genährte Schildkröten sind an Geschwülsten an den Beinansätzen erkennbar. Auch pflanzliche Kost – also Obst und Gemüse – wird den Schildkröten im Wasser gereicht. Als Bereicherung mit sehr vielen Vitaminen kann Löwenzahn angeboten werden.

Wann und wie viel füttern?

Dem Wasser zugeneigte Schildkröten fressen, so viel sie kriegen können, denn in der Natur ist der Tisch nicht so reichlich gedeckt wie in menschlicher Obhut. Der Pfleger sollte sich angesichts der erwartungsvoll an der Scheibe paddelnden Schützlinge möglichst nicht verführen lassen. Es gilt, die richtige Balance zwischen Fütterung und der Gabe von Leckereien auszuloten. Besonders um die hungrigen Lieblinge direkt zu füttern, sind lange Futterpinzetten sehr nützlich. Für erwachsene Schildkröten gilt eine Fütterung etwa zweimal pro Woche, Jungtiere können alle zwei Tage versorgt werden. Eine zu wohlwollende Fütterung sollte nicht nur aus gesundheitlichen Gründen vermieden werden, sondern auch, weil der rege Stoffwechsel der Tiere das Wasser schnell verschmutzt. Aus diesem Grund sollte auch nichts übrig bleiben.

Ausnahmesituationen

Die Winterruhe findet möglichst jährlich und je nach Schildkrötenart, -alter und -verfassung etwa von Oktober bis März statt. Einige Zeit davor werden die Futterrationen verringert und bleiben schließlich ganz aus. Auch nach dem Aufwachen dauert es noch ein paar Tage, bis der Winterschläfer wieder Nahrung aufnimmt.

Lebensnotwendige Zusätze

Davon gibt es grundsätzlich drei: Calcium zur Bildung von Knochen und Panzer, Spurenelemente und Vitamine. Auch hier bietet der Handel unterschiedliche Präparate in flüssiger und in Pulverform an. Diese Präparate sollten unbedingt nach den Empfehlungen des Herstellers angewendet werden, damit sie auch ihren Zweck erfüllen. Pulver kann in hohen Gefäßen (z. B. Litermaß) über das Futter gestreut und dann zur Verteilung etwas geschwenkt werden. Möglicherweise können flüssige Vitamine und Spurenelemente von Schildkröten besser aufgenommen bzw. verwertet werden. In jedem Fall ist im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Vitaminen das Sonnenbad unerlässlich. (Annette Berkelmann)

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