Winterruhe bei Wasserschildkröten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Winterruhe bei Wasserschildkröten

Das Jahr aller Schildkröten beinhaltet auch eine Zeit der Winterruhe, die bei gesunden und kräftigen Tieren in jedem Falle eingehalten werden muss. Einige Tiere kommen erst danach in Paarungsstimmung.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Nach der Winterruhe erwachen die Tiere langsam wieder.
Bereits bei der Anschaffung eines solchen Reptils sollte daher an einen geeigneten Schlafplatz gedacht werden.

Die richtigen Kandidaten

Die Dauer der Ruhezeit (längstens vier Monate) sowie die gewünschten Temperaturen sind artspezifisch und können unseren Steckbriefen entnommen werden. Unabhängig davon können nur erwachsene und kräftige Tiere die Winterruhe überstehen. Junge und/oder geschwächte Schildkröten werden normal weitergepflegt. Trächtige Weibchen verschieben ihre Ruhezeit bis nach der Eiablage, wenn sie wieder wohlgenährt sind.

Die Vorbereitungen

Schildkröten sind wechselwarm, das bedeutet, ihre Körpertemperatur regelt sich durch die Außentemperatur. Der Übergang zu niedrigen Temperaturen muss allmählich erfolgen, und der Darm muss vollständig entleert werden, damit keine Fäulnisprozesse entstehen. Häufige und gründliche Entleerungen sind ein Zeichen für die angestrebte Winterruhe. Die Fütterungen können dann eingestellt werden. Nach ca. einer Woche wird die Heizung abgestellt und das Aquaterrarium auf Zimmertemperatur bzw. bis auf ca. 18° C gebracht. Der potenzielle Winterschläfer wird so zunehmend inaktiver. Überwiegt schließlich die Passivität deutlich, ist es Zeit, die Schildkröte(n) in ihr Winterquartier zu überführen.

Das passende Winterquartier

Land- und Sumpfschildkröten können je nach Größe in Kisten oder Wannen überwintern, die mit feuchter Erde und Laub gefüllt sind. Wasserschildkröten ziehen dagegen ein einfach strukturiertes kleines Aquarium vor. Der Wasserspiegel sollte die Tiere gut fünf Zentimeter bedecken und für jeden ein Versteck aufweisen. Auf technische Hilfsmittel kann verzichtet werden. Ist das Wasser allerdings dennoch trüb, ggf. gegen frisches Wasser der gleichen Temperatur auswechseln. Ein frostfreier und trockener Kellerraum ist ein ideales Winterquartier. Die Temperatur sollte sich zwischen 4° C und höchstens 12° C bewegen. Andere Tiere wie Mäuse oder gar Ratten müssen unbedingt ferngehalten werden.

Frühlingserwachen

Nach der Winterruhe erwachen die Tiere langsam wieder. Dazu bringt man ihr Wasserbett in einen ca. 22° C warmen Raum und wartet, bis sich das kalte Wasser angepasst hat. Das Wasser des angestammten Aquaterrariums sollte ebenfalls die gleiche Temperatur aufweisen. Haben sich die Temperaturen angeglichen, kann die Schildkröte wieder in ihr Heim zurückkehren. Nun können auch Beleuchtung und Heizung wieder in Betrieb genommen werden, um die gewünschte Wohlfühltemperatur zu erreichen. So wird die Schildkröte langsam wieder aktiver und zeigt mit gesteigerter Aktivität nach wenigen Tagen Bereitschaft zur Nahrungsaufnahme.

Vorzeitiges Erwachen

Steigt die Außentemperatur für mehrere Tage über das natürliche Maß an, wachen einige Winterschläfer auf. Sie sind nur halb "da" und schlafen wieder ein, sobald es wieder kühler wird. Fressen sollten sie jedoch nicht. Ist aber bereits das Frühjahr da und das Tier bleibt unruhig, ist es Zeit zum Aufstehen. (Annette Berkelmann)

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