Den Temperaturen trotzen: Tipps, die der Katze Abkühlung verschaffen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin
Ernährung

Den Temperaturen trotzen: Tipps, die der Katze Abkühlung verschaffen

Auch im September gibt es noch den einen oder anderen schönen Tag, der Mensch und Tier durchaus zusetzen kann. Doch was macht die Katze während sich die Zweibeiner im Pool abkühlen oder am Eis schlecken? Das Wohlbefinden der Samtpfote kann im und am Wohnhaus durch kühlende Maßnahmen gesteigert werden. ​
 
Abkühlung durch Pfotenlecken © TeamK – pixabay.com (CC0 1.0)
Die Katze verschafft sich durch Lecken Abkühlung. Der Zweibeiner kann sie beim Runterkühlen unterstützen.

Mit Flüssigkeit in Rein- und Nahrungsform Abkühlung schaffen


Die warme Jahreszeit macht auch Samtpfoten und anderen tierischen Vertreten zu schaffen. Die steigenden Temperaturen machen Katzen träge und sorgen dafür, dass diese wenig Lust auf ausgiebige, körperliche Aktivitäten haben. So kommen Katzen im Sommer aufgrund ihres niedrigeren Energieverbrauchs mit einer geringeren Kalorienzufuhr zurecht. Auf die Gabe von Ballaststoffen, wie Leinsamen oder Mais, ist zu verzichten. Denn Ballaststoffe unterstützen die sommerliche Trägheit Ihres Kätzchens, da der Verdauungstrakt allein durch die Hitze auf Trab gehalten wird. Über den Tag verteilt sind der Katze kleine Portionen zu reichen, deren Bereitstellung ist mit einem speziellen Futterspender zu regeln. Mit dem Spender ist zudem eine gesunde und effiziente Futterausgabe sowie Nahrungsaufnahme bei Abwesenheit gewährleistet. Ob der Katze Nass- oder Trockenfutter gereicht wird, ist im Gegensatz zu einigen anderen Ernährungsregeln für die Mieze  unerheblich. Um die Katze abzukühlen und ihr gleichzeitig Flüssigkeit zuzuführen, kann das Trockenfutter jedoch in Wasser eingeweicht werden. Das genutzte Wasser sollte dabei nur Zimmertemperatur aufweisen. Ebenso ist das Nassfutter, welches bereits geringe Mengen an Flüssigkeit enthält, zwar kühl zu lagern, aber sollte etwa 15 Minuten vor Fütterung auf Raumtemperatur gebracht werden. Denn kaltes Futter sorgt weniger für Abkühlung als vielmehr für Unverträglichkeit.

Für die Kühlung des Katzenkörpers sorgt jedoch vor allem ausreichende Flüssigkeitszufuhr, welche zu den verschiedenen  Menüs für ihre Samtpfote vor allem bei warmen Temperaturen dazugehören sollte. Somit wird gleichzeitig der Nährstoff- und Flüssigkeitshaushalt aufgefüllt. Die Flüssigkeitszufuhr ist besonders wichtig, da sich Katzen durch das Schlecken ihres Fells Abkühlung verschaffen. Dabei verbrauchen sie Energie und verlieren gleichzeitig Flüssigkeit. Dieser Flüssigkeitsverlust muss ausgeglichen werden. Da einige Katzen oft „trinkfaul“ sind, sollten Wassernäpfe an mehreren Stellen im Wohnraum verteilt werden. Besonders dort, wo sich die Katze häufig aufhält und beschäftigt. Um den Katzen die Flüssigkeitsausnahme schmackhafter zu machen, das Wasser einfach mit etwas Nassfutter oder Katzenmilch versetzen. Flüssigkeit kann den Katzen aber auch bereits beim Fressen durch eingeweichtes Trockenfutter zugeführt werden. 


Nass- und eingeweichtes Trockenfutter sorgen für Abkühlung und Flüssigkeitszufuhr beim Fressen.


Der Balkon als Ort der Vergnügung und Abkühlung

Ein Napf mit Wasser sollte zudem auf dem Balkon stehen, denn dort halten sich Wohnungskatzen gerne auf, um zu entspannen und sich die Luft um die Nase wehen zu lassen. Selbstverständlich ist der Balkonbereich mit einem speziellen Katzennetz zu schützen, welches Ihren Liebling vom Absturz bewahrt, damit er ohne Probleme auf dem Balkon klettern, herumtoben und entspannen kann. Damit es auf dem Balkon nicht zu schnell zu warm wird, sollte sich die Katze nicht zwischen 10 und 16 Uhr draußen aufhalten. Dennoch ist das Einrichten von schattigen Plätzen auf dem Balkon wichtig. Für einen schattigen Platz können eine Aussichtsplattform – zum Beispiel in Form eines Holzbretts – der Katzenkorb aber auch Grünpflanzen sorgen. Spezielle Grünpflanzen, die ungefährlich für Katzen sind und an denen diese nagen können, bieten sich besonders zur sommerlichen Balkongestaltung an. Zur Bepflanzung eignet sich vor allem Katzengras. Dieses sollte ungespritzt sein und wenn möglich aus einem kontrollierten Gewächshaus stammen. Bei den Katzengräsern gibt es verschiedene Varianten, die sich in ihrer Festigkeit unterscheiden und zudem verdauungsförderlich wirken. So können Katzen durch das Fressen des Grases Haarballen leichter hochwürgen. Die Ballen bilden sich durch das kühlende Abschlecken des Fells vor allem im Sommer schneller. Für Entspannung an den kühlen, schattigen Plätzen auf dem Balkon sorgen zudem Katzenminze oder duftende Kräuter wie Lavendel und Thymian oder ein kleiner Springbrunnen, der ab und an etwas Kühle auf dem Fell verspüren lässt.
 
Wer keinen Balkon hat, kann auf einen speziellen „Fensterbalkon“ zurückgreifen. Dieser ist ein mit Netz abgesicherter Kasten, der an die Fenstergröße angepasst wird und zudem an den Seiten mit Plexiglas ausstattbar ist. Vor Montage des Fenster- oder Balkonnetzes sollte sich aber beim Vermieter erkundigt werden, ob dieser eine katzengerechte Balkonumgestaltung erlaubt. Denn oft ist eine Montage, die den Eingriff in die Bausubstanz nötig macht, untersagt. 


Der Katze kann auf dem Balkon durch ein Netz Sicherheit, durch ein Holzbrett über dem Liegeplatz Schatten gespendet  und durch Grünpflanzen Ablenkung verschafft werden. Auch ein Springbrunnen sorgt für Abkühlung. 


Kühlende Erfrischung im Wasser

Kühlende Erfrischung schaffen dagegen ein kleiner Springbrunnen oder ein spezieller Katzen-Pool, der auch wenig wasserfreudige Katzen für eine kleine Abkühlung begeistern kann. Der Pool ist klein dimensioniert und so besteht nicht die Gefahr, dass die Samtpfote im Wasser versinkt. Mit dem Katzen-Pool werden Spielzeuge geliefert, die die Katze mit ihren Pfoten herausfischen kann und der glitzernde Boden weckt die Neugierde. So bekommt die Katze Erfrischung und Vergnügen in einem.
 
Jedoch muss es nicht immer gleich: Wasser Marsch! heißen. Um Kühle und Erfrischung in der Wohnung zu bieten, kann ein Karton mit Unterlage und feuchtem Handtuch sorgen. Dieser ist zusätzlich an einem kühlen Ort aufzustellen – wie zum Beispiel im Abstellraum. Verlässt die Katze den kühlen Karton oder die kalten Fliesen, freut sich diese zwischendurch auf das Abreiben mit einem feuchten Handtuch. Lässt sich die Katze das jedoch nur ungerne gefallen, die Handtücher so platzieren oder aufhängen, dass die Samtpfote die Möglichkeit hat, sich darunter zu legen.
 

Sonnenbrand vorbeugen und kühlen

Hat sich die Katze doch einmal auf ihrer Tour durch die Nachbarschaft oder beim Sonnenbaden auf dem Balkon trotz schattigen Ausweichmöglichkeiten einen leichten Sonnenbrand eingefangen, hilft wiederum nur das Kühlen. Ein Sonnenbrand macht sich bei Katzen durch dieselben Symptome wie beim Menschen bemerkbar. Handelt es sich nur um eine leichte Rötung, kann diese mit Quark, Joghurt oder einer parfümfreien Fettcreme zur Kühlung und Beruhigung der Katzenhaut eingerieben werden. Bilden sich an manchen Stellen bereits Bläschen oder ist die Haut aufgekratzt, ist mit der Katze zum Tierarzt zu gehen. Besonders empfindlich sind Katzen mit heller Haut und ohne Fell. Vorsichtshalber sind vor dem Aufenthalt in der Sonne bestimmte Körperstellen mit einer parfümfreien Sonnencreme für Kinder oder Babys einzureiben. Produkte, die auf Ölbasis hergestellt sind, können dagegen schädlich sein. Besonders empfindlich sind Ohrenränder, Nasenspiegel sowie Innenschenkel und Bauchbereich. Wirkt das Tier apathisch kann es sich auch einen Hitzschlag zugezogen haben, welcher mit diversen Symptomen einhergeht . Diese sind ernst zu nehmen und oft hilft dann keinen Kühlung mehr, sondern nur noch der schnelle Gang zum Tierarzt. 
 
Fotos: 
TeamK – pixabay.com (CC0 1.0), Bild vom Publisher/Kunden, Skullman – pixabay.com (CC0 1.0)
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