Steckbrief: Maultier / Maulesel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Maultier / Maulesel

Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Aussehen und Nutzung von Maultier / Maulesel.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Im Vergleich zu Pferden sind Mulis deutlich genügsamer und widerstandsfähiger.

Steckbrief

  • Herkunft: Weltweit
  • Größe: Variiert je nach Größe der Elterntiere
  • Gewicht: Je nach Gewicht der Elterntiere
  • Farbe: weiß, grau, fuchsfarben, braun, schwarz, gescheckt
  • Nutzung: Last-, Reit- und Zugtier

Herkunft

Archäologische Funde belegen die Zucht von Maultieren bereits im 15. Jahrhundert v.Chr. In allen Ländern, in denen sowohl Pferde als auch Esel gehalten wurden, gab es schon früh auch Maultiere bzw. Maulesel. Dabei richtet sich der Unterschied nach dem Geschlecht der Elterntiere: Beim Maultier ist die Mutter ein Pferd und der Vater ein Esel, beim Maulesel ist es umgekehrt. Werden Tiere der gleichen Rassen verpaart, macht es für die Nachkommen jedoch kaum einen Unterschied, wer Vater oder Mutter ist. Der Grund für die bevorzugte Zucht von Maultieren liegt in der Praktikabilität – so erkennen Eselhengste bereitwilliger eine Pferdestute als Deckpartner an als umgekehrt. Auch ist es für eine große Pferdestute leichter, ein Fohlen von einem im Verhältnis kleineren Eselhengst zu gebären, als für eine kleine Eselstute das eines großen, schweren Pferdehengstes.

Aussehen

Die Größe eines Maultieres oder Maulesels richtet sich ganz nach den Elterntieren. So sind sowohl Zwerg- als auch Riesenformen möglich. Auch farblich variieren Maultiere / Maulesel sehr, am häufigsten kommen dunkel- bis kastanienbraune Exemplare vor, jedoch sind auch Schecken oder zumindest großflächige weiße Abzeichen ähnlich wie bei Pferden möglich. Im Vergleich zum Pferd haben Mulis, wie sie auch genannt werden, deutlich längere Ohren, eine kürzere und lichtere Mähne, einen spärlicher behaarten Schweif und auch eher steil gestellte Hufe. Selbst stimmlich finden sie sich zwischen dem Wiehern der Pferde und dem "I-Aahen" des Esels wieder.

Nutzung

Im Vergleich zu Pferden sind Mulis deutlich genügsamer und widerstandsfähiger. Sie sind geduldig und ausdauernd, und ihre hohe Trittsicherheit macht sie besonders für den Einsatz in gebirgigen Gegenden geeignet, was sich vor allem in der Nutzung für militärische Zwecke, aber auch in der Landwirtschaft niederschlug. Sie leben im Durchschnitt länger, sind höher belastbar und weniger empfindlich gegenüber Temperaturunterschieden. Im Vergleich zum Esel sind sie dagegen feuchtigkeitsresistenter, dafür aber auch eher einmal eigensinnig und ordnen sich nicht ganz so einfach unter wie ein Pferd.

Zuchtverein

Interessengemeinschaft der Esel- und Mulifreunde Deutschland e. V.

Hätten Sie's gewusst?

Verpaarungen zwischen Esel und Pferd sind zwar unproblematisch, jedoch sind zumindest die männlichen Nachkommen wegen der unterschiedlichen Anzahl der Chromosomenpaare der DNA (32 beim Pferd, 31 beim Esel) unfruchtbar, da keine Spermienreifung stattfindet. Weibliche Nachkommen dagegen können fruchtbar sein. 

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