Steckbrief: Hochbrutflugenten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Hochbrutflugenten

Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Vorkommen und Besonderheiten von Hochbrutflugenten.
 
Steckbrief: Hochbrutflugenten © Image courtesy of Vlado at FreeDigitalPhotos.net
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Merkmale

  • Gewicht: 1,5 kg Erpel, 1, 25 kg Ente
  • Ringgröße: 11 (Erpel und Ente)
  • Schalenfarbe der Eier: grünlich
  • Bruteier-Mindestgewicht: 50 g
  • Rassengruppe: Groß- und Wassergeflügel
  • Verbreitung: sehr häufig, sowohl in züchterischer Obhut, als auch als Entwichene im Freileben, vermischt mit Wildenten-Populationen
  • Leistungsmerkmale: gute Legetätigkeit, Tafelfleisch mit wildähnlichem Charakter

Gesamterscheinung

Hochbrutflugenten kommen im Größenrahmen und im Verhaltensmuster der wilden Stammform Stockente am nächsten. Sie übertreffen diese nur wenig in der Körpergröße und wirken insgesamt kompakter. Trotz ihres etwas behäbigen Wildnaturells zeigt die Rasse lebhafte Bewegungen und ist sehr flugfreudig. Nicht immer bleibt sie bei nährstoffreicher, ausgiebiger Fütterung im rassemäßig begrenzten Größenrahmen. Wie die meisten Haustierrassen tendiert sie zur Größenzunahme, die sich progressiv genetisch festigen kann.

Rassemerkmale

Bestimmend für die Figur der Hochbrutflugente ist die Bootsform, das heißt, die Unterlinie darf nicht flach, sondern soll nach unten deutlich ausgebogen verlaufen, Die Bauchrundung geht ohne Unterbrechung bis zum Unterschwanz. Die Körperform insgesamt ist recht lang mit gewölbtem Rücken und wird waagerecht gehalten. Gemäß der vollen Flugfähigkeit sind die Flügel recht lang und dürfen an den Enden kreuzen, Der Schwanz verläuft waagerecht. Der Stand wirkt durch die nicht sichtbaren, im Gefieder verborgenen Schenkel und den kurzen Läufen relativ niedrig. Dazu passt auch der kurze Hals mit leichter Biegung. Der längliche Kopf haben soll möglichst wenig Stirn haben. Außer der glattköpfigen Variante gibt es Hochbrutflugenten mit Haube, die nicht zu groß und geschlossen sein soll. Auffallend lang ist der Schnabel mit gerader Firstlinie.

Farbenschläge

Wildfarbig, Silber-wildfarbig, Dunkel-wildfarbig, Blau-wildfarbig, Wildfarbig mit Latz, Willdfarbig-gescheckt, Blau-wildfarbig mit Latz, Weiß , Schwarz, Schwarz mit Latz, Schwarz-gescheckt, Blau, Blau mit Latz, Blau-gelb. Alle Farbenschläge mit Haube (Sitz in der Mitte) sind ebenfalls standardmäßig anerkannt.

Besonderheiten

Die Eigenschaften der Flugfähigkeit, Standorttreue und sichere Brut in hochgelegenen Nistplätzen haben diese Entenrasse so beliebt gemacht. Sie brütet in Nistkasten in Form von kleinen Hütten in der Größe von 40 x 60 Zentimetern, vor denen Anflugbretter angebracht sind. Beim Aufstellen soll jedoch möglichst die Höhe von zwei Metern nicht überschritten werden, da sonst die geschlüpften Küken beim Verlassen durch Sturz verletzt werden könnten. Hat die Ente ihr Gelege vollendet, brütet sie meist sicher nach Art der wilden Stockente. Handelt es sich um reinblütige Hochbrutflugenten, kehren die Vögel immer wieder an den Ort ihrer Aufzucht zurück. Diese Standorttreue begünstigt die Zucht und Haltung im Freiflug. Leider bedeutet die Hochbrutflugente eine gewisse Bedrohung für die artenreine wildlebende Stockente. In den meisten Gegenden sind die Wildbestände durchsetzt mit Abkömmlingen aus Paarungen von Stockenten und Hochbrutflugenten, sodass kaum noch reinblütige Stockenten anzutreffen sind. Die reichhaltige Farb- und Zeichnungspalette sorgt für immer noch zunehmende Verbreitung zu Ausstellungszwecken in Züchterhand.

(Dr. Horst Schmidt)

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