Steckbrief: Mandarinenten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Mandarinenten

Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Vorkommen und Besonderheiten von Mandarinenten.
 
© Louis M. Cifelli / iStockphoto
Eine Mandarinente.

Merkmale

  • Gewicht: 571 -  696 g Männchen, 482 - 606 g Weibchen
  • Ringgröße: 9 (Männchen und Weibchen)
  • Rassengruppe: Wasserziergeflügel
  • Systematik: Braut - und Mandarinenten, Aix.
  • Wissenschaftlicher Artname: Aix galericulata, LINNE 1758.
  • Eimaße: 51,2 x 37,4 mm.
  • Brutdauer: 30 bis 31 Tage.

Artmerkmale

Die Farbenpracht fängt beim Erpel schon beim Metallglanz auf Stirn, Oberkopf und Haube an. Die Kopfseiten sind oben weiß und unten orangefarbig. Kastanienbraun ist die Brust, abgegrenzt gegen die Flanken durch zwei schwarzweiße Streifen. Die oberen und hinteren Ränder der Flanken sind durch schwarz-weiße Linien begrenzt. Von den Unterschwanzdecken bis zum Brustansatz ist die Unterseite weiß. Auffallend sind die äußeren Ellenbogenfedern, die zu orangefarbenen, dreieckigen, segelförmigen Enden verbreitert sind. Schlicht braun sind die Oberflügeldecken, schillernd grün dagegen die Armschwingen mit weißen Außenfahnen. Dieses farbenprächtigste Federkleid unter allen Entenarten zeigt das Männchen nur im Brutkleid. Dann sind auch die lange Haube und die Federn am Hals- und an den hinteren Kopfseiten in Form von Federbüscheln am ausgeprägtesten entwickelt. Im Ruhekleid sehen die Erpel fast aus wie die Weibchen, sind aber an den roten Schnäbeln eindeutig zu erkennen.

Die Weibchen sehen denen der Brautente (Aix sponsa) zum Verwechseln ähnlich. Mandarinenten-Weibchen sind aber insgesamt heller und tragen am Kopfgefieder haarartige Streifen. Im Unterschied zur breiten, hellen Augenumrandung der Brautente zeigt die Mandarinente dort nur einen weißen Ring mit einem weißen Streifen zum Nacken hin. Außerdem trägt sie eine helle Oberschnabelspitze im Unterscheid zu der dunklen der Brautente. Längere Beine, kürzerer Körper und flachere Stirn bei der Mandarinente sind weitere Unterscheidungsmerkmale. Der Mandarin-Erpel hat einen roten Schnabel mit weißlicher Spitze, gelbliche Füße und dunkelbraune Iriden; das Weibchen dagegen eine graubraune Schnabelfarbe mit gelblicher Tönung auf dem Oberschnabel, graulichgelbe Füße und eine dunkelbraune Augenfarbe.

Vorkommen im Freileben

Gegenüber der früheren, sehr großen Verbreitung in ganz Ostasien gibt es gegenwärtig nur noch begrenzte Vorkommen in Ostsibirien, China und auf Hokkaido in Japan. In Ostchina überwintern Mandarinenten. Im Nordosten Indiens, im nördlichen Burma und Hong Kong sind Irrgäste festgestellt worden. Eine freifliegende Population lebt derzeit in Südost-England und Schottland (ca. 100 Paare). Auch in Deutschland sind nicht selten unter anderem Wassergeflügel frei lebende Mandarinenten zu sehen, bei denen es sich um aus Gehege entwichene Tiere handeln dürfte. In Nordamerika brüten inzwischen auch Mandarinenten in freier Wildbahn. Die Art verfügt über wenige Stimmlaute: Kurze, schnarrende Balzrufe lassen die Erpel zur Brutzeit hören. Im Flug rufen die Vögel schnarrend, und die Weibchen geben beim Führen der Jungen tiefe Laute von sich.
Paarweise oder in kleinen Trupps bewohnt die Art Waldseen und Flüsse, die immer gut bewachsen sein müssen Von April bis Juli ist die Fortpflanzungszeit, in der die Vögel paarweise ein kleines Revier verteidigen. Die Brutplätze sind entweder in Baumhöhlen bis in 20 Metern Höhe oder in dichter Ufervegetation angelegt. Die Ente bebrütet neun bis zwölf rahmbraune Eier und führt die Küken zu den Futterstellen, um Wasserinsekten, Würmer, kleine Fische und Wasserpflanzen aufzunehmen. Der Erpel beteiligt sich nicht an Brut und Aufzucht. Auch die Altvögel nehmen vorwiegend tierische Nahrung zu sich.

Besonderheiten

Sowohl in Liebhaberzuchten als auch zur Repräsentation auf Ziergeflügelausstellungen ist die Mandarinente die am häufigsten gezüchtete Art unter dem Wasserziergeflügel. Die auffallend schöne Farbenpracht mit den feinen Zeichnungen und dem verlängerten Kopf- und Halsgefieder hat sehr viel Anziehendes. Brut und Aufzucht gelingen meistens ohne Probleme, wenn auch manchmal die Erpel den Weibchen gegenüber sehr aggressiv werden können. Die führende Brutente sollte in einem geschützten Gehege verbleiben, da sie während der Aufzuchtzeit scheu und nervös ist. Folgende Mutationen sind bekannt und auch auf Ausstellungen ausdrücklich zugelassen: Gelb und Weiß. Weitere Mutationen dürften schon vorhanden oder zu erwarten sein. (Dr. Horst Schmidt)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren