Steckbrief: Warzenenten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Warzenenten

Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Farbenschläge und Besonderheiten von Warzenenten.
 
© Cornelia Pithart / Fotolia
Eine Warzenente.

Merkmale

  • Gewicht: 5 kg Erpel, 3 kg Ente
  • Ringgröße: 22 Erpel, 18 Ente
  • Schalenfarbe der Eier: weiß
  • Bruteier- Mindestgewicht: 70 g
  • Rassengruppe: Groß- und Wassergeflügel
  • Verbreitung: in Nutzgeflügelfarmen und bei Hobbyzüchtern weit verbreitete Rasse
  • Leistungsmerkmale: feines, fettarmes Tafelfleisch

Gesamterscheinung

Ihre monogenetische (ausschließliche) Abstammung von der Wildform Moschusente (Cairina moschata) erbrachte für die domestizierte Warzenente ein stark von den Stockentenabkömmlingen (alle anderen Entenrassen) abweichendes Aussehen. Zunächst fällt die stattliche Größe, besonders die der männlichen Tiere, auf. Auch ist der geschlechterunterschiedliche Gewichtsrahmen auffallend. Man könnte hinsichtlich der diesbezüglichen Unterschiede von zwei bis drei Kilogramm von einem Geschlechtsdimorphismus sprechen. Die nackte, rote Haut um das Auge und an der Schnabelbasis und der Stirnhöcker sind unter den Entenrassen einzigartig. Dazu kommt ein weiteres exklusives Merkmal: Warzenenten tragen nie die für Stockentenabkömmlinge gebogene Schwanzlocke der Erpel, sondern flaches, steiffedriges Gefieder.

Rassemerkmale

Der lange Rumpf wird bei hochrassigen Warzenenten waagerecht gehalten, außerdem wird auf eine ausgeprägte Breite des Rückens Wert gelegt. Dort soll die Linie oben etwas gewölbt sein. Ebenso zeigt die Brust gute, volle Abrundung. Stets soll sie ohne Kielbildung und in der Linienführung nicht unterbrochen sein. Leicht gewölbt verläuft die Bauchlinie ohne Wammenbildung. Zu diesem etwas massig wirkenden Habitus gehören lange Flügel mit breiten Armschwingen und ein breites Schwanzgefieder mit runden Enden. Über den mittellangen, starkknochigen Läufen sind die gut bemuskelten Schenkel nicht sichtbar. Die Schwimmhäute sind übrigens im Unterschied zu anderen Entenrassen in der Mitte jeweils mehr ausgerundet. Markant sind die Kopfpunkte: Der Erpel trägt auf dem Scheitel gesträubte, leicht gewellte Federn, die auch bei der Ente  anlagemäßig vorhanden sein sollen. Der Schnabel mit leicht eingebogenem First ist an der Spitze mit einem hakigen Nagel versehen. Die rote Gesichtshaut soll möglichst hochrot und glatt sein. Sie zieht sich regulär auch um die Augen und endet über dem Schnabel in ein flaches Warzengebilde ("zungenförmig" beim Erpel, "siruptropfenförmig" bei der Ente).

Farbenschläge

Wildfarbig, Blau-wildfarbig, Perlgrau-wildfarbig, Braun-wildfarbig, Wildfarbig mit Latz, Schwarz, Weiß, Blau mit und ohne Saum, Schecken in Schwarz, Blau mit und ohne Saum, Braun.

Besonderheiten

Das Wesen der domestizierten Warzenente entspricht weithin dem Wildnaturell der Moschus-Ente (siehe wilde Stammformen). Besonders die weiblichen Tiere sind gut flugfähig, was bei den älteren Erpeln aufgrund des hohen Körpergewichts verloren geht. Ihre Stimme besteht aus leisen Zisch-, Grunz- und Gluckslauten, sodass sie auch in bewohnten Gebieten diesbezüglich nicht stört. Ältere Erpel können auch gegen Menschen leicht aggressiv werden. Neben der Zucht zur Erzeugung von schmackhaftem Fleisch durch Hybriden erfreut sich die Warzenente in Haushalten der Selbstversorger größter Beliebtheit. Kreuzungen von Stock- und Warzenenten ergeben deutlich größere Bastarde als das jeweilige Stockententier und zeigen eine deutlich höhere Wachstumsgeschwindigkeit. Der bewusste Rassegeflügelzüchter legt aber mehr Wert auf feine Ausprägung der Form- und Kopfmerkmale, die Klarheit des Glanzgefieders und die absolute Rassereinheit. (Dr. Horst Schmidt)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren