Steckbrief: Zwergsäger | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Zwergsäger

Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Vorkommen und Besonderheiten von Zwergsägern.
 
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Ein Zwergsäger.

Merkmale

  • Gewicht: 540 - 935 g Männchen,515 - 647 g Weibchen
  • Ringgröße: 8 (Männchen und Weibchen)
  • Rassengruppe: Wasserziergeflügel
  • Systematik: Meerenten und Säger, Tribus Mergini.
  • Wissenschaftlicher Artname: Mergellus albellus, LINNE 1758.
  • Eimaße: 52,7 x 37,5 mm.
  • Brutdauer: ca. 30 Tage.

Artmerkmale

Diese kleine Tauchente wird bis zu 44 Zentimeter groß. Deutliche Unterschiede gibt es in Farbe und Zeichnung im Brut-, bzw. Ruhekleid. Da Zwergsäger ausschließlich in voller Ausfärbung auf Ausstellungen gezeigt werden, beziehen sich die Angaben hier auf das Brutkleid. Im der Gesamterscheinung liegt Geschlechtsdimorphismus vor, das heißt, das Männchen ist auf der Unterseite fast reinweiß, die Flanken tragen feine, graue Querwellung. Die Oberseite ist schwarz-weiß gezeichnet: Rücken und Bürzel und zwei schwarze Streifen über den Brustseiten. Dunkel-bräunlichgrau sind Oberschwanzdecken und Schwanz. Schwarzbraunes Schwingengefieder, wobei die großen Decken und die Armschwingen weiß gespitzt sind. Das Männchen trägt ein deutlich längeres, helleres Schopfgefieder als das braune des Weibchens. Dieses ist auch am Kopf und Nacken rotbraun gefärbt und weiß an Wangen, Kehle und Vorderhals.Nur die Mitte der Unterseite ist weiß, sonst sind alle Federn bräunlichgrau. Die Oberseite ist völlig anders gefärbt als die des Männchens: Schwärzlichgrau und dunkelbraun. Die großen Deck- und Flügelfedern zeigen feine, weiße Spitzen. Bei beiden Geschlechtern sind Schnäbel und Füße bleigrau. Die Iridenfarbe der Männchen ist rußbraun und wird später perlgrau, die des Weibchens ist rötlich oder dunkelbraun.

Vorkommen im Freileben

Nordschweden, Sibirien, Rumänien, die südwestlichen Ostseegebiete sowie Südosteuropa bis Südengland sind die vom Zwergsäger bewohnten Regionen. Überwinterungsgebiete liegen in der Umgebung des Schwarzen und Kaspischen Meeres, in Frankreich und auf den Britischen Inseln, Kleinere Gruppen überwintern in Griechenland, der Türkei, im Irak und Iran. In Afghanistan, Pakistan und Nordindien kommt die Art nur gelegentlich vor. Zwergsäger aus den zentral- und ostasiatischen Gebieten überwintern in China, Korea und Japan. Vereinzelte Irrgaste sind aus Algerien, Libyen, Ägypten, Burma und Jordanien gemeldet worden. Auch auf den Aleuten und in Alaska gibt es ansässige Bestände. Vereinzelt kommt die Art in Ostkanada und in den angrenzenden Gebieten der USA vor. Gemäß der weiten Verbreitung dürfte auch die Gesamtanzahl frei lebender Zwergsäger beträchtlich sein. Schon 1992 wurde die Winterpopulation Westeuropas auf 80.000 und der Ostpaläarktis auf ca. 100.000 Zwergsäger geschätzt. Auenlandschaften, Waldseen und geschützte Meeresbuchten bieten den Vögeln Schutz und Nahrung in ihrer geselligen Lebensweise. Die Nahrung besteht fast ausnahmslos aus kleinen Fischen und Wasserlebewesen. Anfang Mai kommen die Vögel in ihren Brutgebieten an. Wo Baumhöhlen vorhanden sind, gehen die Paare ihrem Brutgeschäft nach. Dabei werden Inseln mit Baumbestand bevorzugt. Ab Mitte Mai legt das Weibchen fünf bis neun hellcremefarbene Eier, bebrütet diese und führt die Jungen alleine. Auch im Freileben können Bastarde mit Schellenten (Bucephala clangula) vorkommen.

Besonderheiten

Seit 1873 befinden sich Zwergsäger in Deutschland in den Zuchtgehegen. Die Eingewöhnung, auch von Wildfängen, wird allgemein als leicht beschrieben. Zu beachten ist eine gute Wasserqualität. Die Zucht wird dadurch erleichtert, dass die Tiere untereinander nicht aggressiv sind und ruhig brüten. Die Fortpflanzungsfähigkeit setzt im zweiten Lebensjahr ein. (Dr. Horst Schmidt)

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