Steckbrief: Toulouser Gänse | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Toulouser Gänse


Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Farbenschläge und Besonderheiten von Toulouser Gänsen.
 
© BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)
Eine Toulouser Gans.

Merkmale

  • Gewicht: 9 - 10 kg Ganter, 8 - 9 kg Gans
  • Ringgröße: 27 (Ganter und Gans)
  • Schalenfarbe der Eier: weiß
  • Bruteier- Mindestgewicht: 150 g
  • Rassengruppe: Groß- und Wassergeflügel
  • Verbreitung: häufig
  • Leistungsmerkmale: schwergewichtige Gans mit hervorragenden Nutzungseigenschaften (Fleisch und Federn)

Gesamterscheinung

In Abweichung zu der eher schlanken, wildlebenden Graugans stellt die Toulouser Gans mit ihrem massigen Körperbau eine ungewöhnlich großrahmige Gans mit viel Fleischansatz dar. Dazu müssen der kräftige lange Hals, der breite kurze Kopf und die doppelte Bauchwamme, die bis zum Boden reicht und hinten geschlossen verlangt wird, passen. Auch die Kehlwamme verstärkt diesen Eindruck.

Rassemerkmale

Der Rumpf ist auffallend breit und kurz. Die Körperhaltung soll waagerecht sein. Massigkeit drückt sich vor allem in der vollen und breiten Brust mit dem gerade verlaufenden Brustkiel aus. Die Unterlinie wird nach hinten durch die geschlossene Doppelwamme und das ausgeprägte Hinterteil fortgesetzt und abgeschlossen. In der Seitenansicht verstärken die breiten, nicht zu langen Flügel den schwergewichtigen Eindruck. Der kurze, breite Schwanz wird waagerecht getragen. Zwar sind die Schenkel bei gut entwickelten Tieren vollfleischig, sie sind jedoch wegen der Einhüllung durch das Seitengefieder nicht sichtbar. Die Läufe müssen in Kürze und Stärke zum Gesamteindruck passen und orangefarbig sein. Nur mittlere Länge, aber ausgeprägte Stärke weist der Hals auf. Passend dazu soll der breite, hohe Kopf mit nur flacher Stirn und gut entwickelter Kehlwamme ausgestattet sein. Der Schnabel erscheint recht dick und ist nach der Spitze zu abwärts gebogen.

Rassegeschichte

Die Herkunft spiegelt sich in der früheren Bezeichnung "Anser domesticus kolosatiensis" (Entstehung im französischen Toulouse) wider. Eine massige Gans wird schon 1555 aus der Gegend um den Fluss Garonne erwähnt. Auch die Legeleistung war schon 1875 mit 55 Eiern pro Gans und Jahr bedeutsam. Vom Entstehungsland wurden Ende des 19. Jahrhunderts Toulouser Gänse nach England exportiert. Seit 1833 ist diese Rasse auch in Deutschland wegen ihrer Wirtschaftlichkeit sehr beliebt. Die Einkreuzung von schweren Landgänsen brachte weitere Leistungssteigerungen. Die Verkaufspreise waren stets relativ hoch. So erzielten englische Spitzentiere um 1925 schon 500 Mark pro Gans. Eine deutsche Zucht in der Gegend um Wurzburg wurde ab 1873 berühmt (Familie Radetzky).

Farbenschläge

Grau

Besonderheiten

Unter allen Gänserassen stellt die Toulouser in Größe und Ausdehnung des Körpers die stärkste Gänserasse dar. Ihre Behäbigkeit und ihre tiefe Stimme unterstreichen die Schwergewichtigkeit. In der Zucht bereitet diese Rasse trotz ihrer enormen Körpermasse keine besonderen Schwierigkeiten, wobei Schwimmwasser zur Ausführung der Paarung vorteilhaft ist. Die Ausprägung der Doppelwamme sollte im tierschutzgerechten Rahmen bleiben. Diese Wamme besteht aus Fettgewebe, das sich nach unten ausfaltet. Im Ausstellungskäfig ziehen die Toulouser immer wieder die Blicke der Besucher auf sich. Versierte Züchter halten ihnen in der Regel viele Jahre die Treue. Um schädlicher Verfettung vorzubeugen, muss die Fütterung in Massen, aber abwechslungs- und nährstoffreich geschehen. Dann bleibt auch die Legeleistung von 20 Eiern pro Jahr bei einjährigen und 30 bis 50 Eiern bei mehrjährigen Tieren erhalten. Der Zuchtstand ist relativ hoch, sodass bei der Rassebewertung oft Kleinigkeiten für die Punktvergabe ausschlaggebend sind. (Dr. Horst Schmidt)
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