Steckbrief: Rothühner | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Rothühner

Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Vorkommen und Besonderheiten von Rothühnern.
 
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Ein Rothuhn.

Merkmale

  • Gewicht: 500 - 547 g Hahn, 508 - 514 g Henne
  • Ringgröße: 9 (Hahn und Henne)
  • Rassengruppe: Hühnerartige
  • Systematik: Steinhühner, Alectoris, KAUP 1829.
  • Wissenschaftlicher Artname: Alectoris rufa, LINNE 1758.
  • Eigewicht: 19 bis 21 g.
  • Brutdauer: 23 bis 24 Tage.

Artmerkmale

Die Färbung und Zeichnung des Gefieders ist beim Rothuhn bei beiden Geschlechtern übereinstimmend. Dreifarbig ist der Scheitel: vorne blaugrau, in der Mitte braun, in der Nackengegend rotbraun. Von der Vorderstirn über Augen und Ohrdeckfedern verläuft ein weißes Band. Schwarz ist die Zügelzeichnung, der schmale Überaugenstreifen und ein kleiner Kinn- und Unterschnabelfleck. Ein schwarzes Band zieht sich um das weiße Kinn-, Kehle- und Wangengefieder und läuft nach unten in einen schwarzen Latz beziehungsweise brustwärts in großen schwarzen Flecken aus. Von den unteren Ohrdecken geht dieses schwarze Band herunter über die Wangen und grenzt die Kehle ab. Rotbraun sind die oberen Ohrdecken, perlgrau mit schwarzer Längsstreifung die Halsseiten.

Namensgebend waren auch die zimtbraunen Kropfseiten und das Mantelgefieder wie auch Teile der gleichfarbigen Schwanzfedern. Die Schwingen sind dunkel mit isabellbräunlicher Zeichnung. Blaugrau ist die Brust, die Unterseite dunkelorange. Kastanienbraune Querbänderung sitzt auf dem cremegelben Flankengefieder. Wie verwaschen wirken die hell-graubraunen, isabellfarbigen Unterschwanzdecken. Leuchtend korallenrot sind die Augenränder, ebenso die Beine mit gelben Fußsohlen. Helle Augenfarbe bildet zum Rot der Umgebung einen feinen Kontrast. Vom Rothuhn sind drei Unterarten bekannt. Die artspezifischen Laute sind sehr reichhaltig. Territorialrufe, Stimmaustausch während der Balz, Aggressionslaute und Rufe während des Fluges lassen sich gut unterscheiden.

Vorkommen im Freileben

Die Heimat des Rothuhns ist Frankreich, Spanien, Korsika und Nordwest-Italien. Eingebürgert ist die Art auf den Azoren, Madeira, Gran Canaria, den Balearen und in Großbritannien. Im Unterschied zu anderen Alectoris-Arten benötigt das Rothuhn keine speziellen Habitate. Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit bewohnt es sowohl trockene als auch gebirgige Biotope, in denen es in bis zu 200 Metern Höhe vorkommt. Im 16. Jahrhundert lebte die Art auch in Deutschland und noch bis Ende des 19. Jahrhunderts in der Schweiz. Während der Winterzeit bilden Rothühner große Schwärme von bis zu 70 Exemplaren. Erst im Frühjahr kommt es zur Paarbildung oder zum Zusammenleben in kleinen Gruppen. Die Hähne beteiligen sich zeitweise an der Brut und Aufzucht. Das Gelege besteht aus durchschnittlich 15 Eiern von cremeweißer bis hellgelber Farbe. Zur Tarnung trägt die Eischale kleine rotbraune oder graue Punktzeichnungen. Während die Küken in den ersten Lebenstagen fast ausschließlich Insekten aufnehmen, besteht die Nahrung der Altvögel aus Sämereien, Grasspitzen und nur wenig Kleintieren.

Besonderheiten

Schon im antiken Rom wurde das Rothuhn als Ziergeflügel gehalten. Nach Mitteleuropa kam die Art im 18. Jahrhundert in menschliche Obhut. Gegenwärtig werden alljährlich auf Ziergeflügelausstellungen meist voll vermauserte Paare in bester Kondition gezeigt. Sein Farben- und Zeichnungsspiel, sein ruhiger Wildcharakter und die interessanten Lautäußerungen haben zur Beliebtheit des Rothuhns beigetragen. (Dr. Horst Schmidt)

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