Steckbrief: Grünflügeltauben | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Grünflügeltauben

Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Vorkommen und Besonderheiten von Grünflügeltauben.
 
© Anita Brommer / Fotolia
So sehen Grünflügeltauben aus.

Merkmale

  • Gewicht: 70 - 100 g
  • Ringgröße: 5,5 (Männchen und Weibchen)
  • Rassengruppe: Ziertauben
  • Systematik: Grünflügeltauben, Chalcophaps und henicophaps.
  • Wissenschaftlicher Artname: Chalcophaps indica, LINNE 1758.
  • Gelegestärke: zwei Eier.
  • Brutdauer: 14 Tage.

Artmerkmale

Neben der Nominatform - die im Folgenden näher beschrieben wird -  gibt es noch die Australische Grünflügeltaube (Ch. i . chrysochlora) und die Braunrüken-Grünflügeltaube (Ch. stephani). Die Grünflügeltaube hat in etwa die gleiche Größe wie eine Lachtaube und ist deutlich größer als Ch. stephani. Typisch für diese Art sind die weiße Stirn und der Überaugenstreif sowie das blaugraue Gefieder an Scheitel und Nacken, die weinrote Brust, der gleichfarbige Hals und das grauesGefieder an Bauch und Flanken. Der Oberrücken erscheint erzgrün mit Kupferglanz. Ein kleiner weißer Fleck an den Schultern gehört zu den weiteren Artmerkmalen. Zwei hellgraue Querbänder verlaufen über den grau-schwarzen Unterrücken. Grau sind Bürzel und Oberschwanzdecken. Die äußeren Schwanzfedern sind hellgrau und tragen eine schwarze Subterminbinde. Die mittleren Schwanzfedern dagegen sind dunkler im Grauton. Korallenrot sind die nackten Augenringe und die Füße, rotbraun die Iriden. Die Täubinnen tragen keine weißen Schulterflecken und keine weißen Überaugenstreifen.

Vorkommen im Freileben

Diese attraktive Wildtaube, die auch manchmal als "Glanzkäfer oder Emeraltaube" bezeichnet wird, hält sich in dichten Regenwäldern in großen Gebieten über Süd-Asien, Nord- und Ost-Australien, Südost -Neuguinea, auf den Neuen Hebriden, den St.-Cruz-, Bank- und Lord-Howe-Inseln auf. In Familienverbänden (oder paarweise) wurden die Vögel auf der Nahrungssuche (Sämereien, Beeren, Insekten) beobachtet. Sie gehen aber auch an Siedlungsränder, um Getreide aufzunehmen. Die Vögel benötigen für ihren Mineralhaushalt salzige Erde. Ihr Flug wird als "schnell und wendig" beschrieben, "bauchrednerisch" leise soll ihr Ruf sein. Dabei bläht der Tauber den Hals etwas auf und senkt den Schnabel auf die Brust. Gut getarnt sind die Nester und im Verhältnis zur Kleinheit der Tauben von beachtlicher Größe.

Besonderheiten

Schon 1794 kamen die ersten Grünflügeltauben in die englische Ostgerley Park Menagerie. In Deutschland gelang 1880 die Erstzucht in menschlicher Obhut. Ihre Beliebtheit verdankt die Grünflügeltaube den herrlichen Gefiederfarben, ihrer leichten Züchtbarkeit und ihrer Zahmheit auch bei Nestkontrollen. Friedlich ist ihr Verhalten auch anderen Arten gegenüber, sodass sie gut vergesellschaftet werden kann. Wichtig für die Haltung ist eine frostfreie Überwinterung. Für die Fütterung empfehlen die Experten ein Mischfutter aus Hirse, geschältem Hafer, Milokorn, Weizen, zerkleinerten Sonnenblumen- und Erdnusskernen, wenig Hanf, Beeren, Weichfutter und Mehlkäfer-Larven. Die Beigabe von Vitaminen während der Aufzucht soll zudem das Knochenwachstum begünstigen. (Dr. Horst Schmidt)

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