Steckbrief: Virginische Baumwachteln | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Virginische Baumwachteln

Erfahren Sie hier alles über Artmerkmale, Vorkommen und Besonderheiten von Virginische Baumwachteln.
 
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Merkmale

  • Gewicht: 173 - 250 g Hahn, 170 - 240 g Henne
  • Ringgröße: 6 (Hahn und Henne)
  • Rassengruppe: Hühnerartige
  • Systematik: Virginiawachtel, Colinus, GOLDFUSS 1820.
  • Wissenschaftlicher Artname: Colinus virginianus virgianianus, LINNE 1758.
  • Eigewicht: 11 g.
  • Brutdauer: 22 bis 23 Tage.

Artmerkmale

Hinter dem Schnabelansatz zieht sich beim Hahn ein weißes Band über die Augen bis zu den Nackenseiten; von gleicher Farbe sind Kinn und Oberkehle. Darunter verläuft ein breites schwarzes Band. Die Scheitel- und Hinterkopffedern der Virginischen Baumwachtel sind haselbraun bis dunkel-rostbraun und stellenweise hell-isabellfarben gesäumt. Rostrot bis kastanienbraun sind einerseits die Nackenfedern, andererseits mit schwarzen Längsstreifen und breiter weißer Säumung versehen. Matt-orangebraun ist der Oberrücken mit hell-gelbbraunen bis rauchgrauen Federrändern.

Die seitliche schwarze Bänderung ist nicht durchgehend. Dunkel-zimtbraune Schulterfedern mit Flecken und am Federgrund schwarze Bänderung und orange-zimtrote bis orangebraune Flügeldecken ist die Färbung der Oberseite, nach dem Rücken zu dann heller und mit Streifenmuster. Fast von gleicher Farbe sind die Oberschwanzdecken über dem schwarzen Schwanzgefieder. Weiß ist der Oberbauch, der Unterbauch trägt manchmal  schwarze Bänderung oder ist einfarbig wie die Flankenfedern, die aber zusätzlich schwarze und weiße Säumung tragen. Das Schenkelgefieder hebt sich mit der ockrig-rostfarbenen Fleckung davon ab. Schwarz sind die Schnäbel, die Iriden dunkelbraun, grau-fleischfarben die Beine.

Bei der Henne ist die Oberschnabelbasis hellgelb, die Beine sind heller als beim Hahn. Sonst unterscheiden sie sich von den Hähnen hauptsächlich durch die Farbe des Kopfgefieders: Die hellen Farbfelder sind mehr orangegelb, am Oberkopf sitzt isabellgelbe bis roströtliche Farbe.

Vorkommen im Freileben

Virginiawachteln haben ein sehr großes Verbreitungsgebiet in der gesamten Osthälfte der USA. In den Staaten Washington, Oregon und Idaho wurde die Art eingebürgert. Von den 22 bekannten Unterarten lebt eine auf Kuba. Vorzugsweise wird Kulturland bewohnt, aber auch Wüstensteppen und Kiefernwälder. Stets muss Buschwerk zur Deckung und Wasser vorhanden sein. Dort finden die Wachteln ihre Nahrung: Pflanzenteile, Sämereien, Beeren und Insekten. Während der Fortpflanzungszeit erhöht sich der Anteil der aufgenommenen tierischen Nahrung. Bis zu 15 Exemplare leben im Winter sozial zusammen. In der kalten und nahrungsarmen Jahreszeit kann eine natürliche Bestandverminderung von bis zu 56 Prozent auftreten.

Virginiawachteln verbringen die Nächte nicht aufgebäumt, sondern am Boden, sich gegenseitig wärmend. Von Januar an balzen die Hähne mit Verbeugen und Scheinfüttern. In der Seitenbalz wendet der Hahn der Henne die gesträubten Schwanzfedern zu und führt symbolische Pickbewegungen durch. Der Lockruf soll Futter anzeigen. In einer flachen Mulde, ausgefüllt mit trockenen Pflanzen, legt die Henne ca. 14 Eier und baut eine Dachkonstruktion aus Grashalmen darüber. Um die Brutverluste, die bis zu 70 Prozent betragen können, auszugleichen, richten die Hennen jeweils ein Nachgelege ein. Reichhaltig ist das Stimmenrepertoire. Es reicht von weichen Tönen und kehligen Alarmrufen bis zu rauen, lauten Rufen.

Besonderheiten

Nach Europa gelangte die Virginiawachtel zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wo sie in England und Irland ausgewildert wurden. Bis zu 65.000 Tiere wurden 1837 in Frankreich ausgesetzt. Farbabweichungen als Mutationen sind in den USA gezüchtet worden. Allerdings tritt auch in freier Wildbahn eine Variante mit satt-kastanienbrauner Grundfarbe, die "Red Bobs", auf. Eine aufgehellte Mutation wird als "Blond Bob" bezeichnet. Schneeweiße Mutationen erhielten die Bezeichnung "Nothern Bobs". Als Unterarten gelten: Texaswachtel, Kubawachtel, Schwarzmaskenwachtel und Schwarzbrust-Zahnwachtel.

(Dr. Horst Schmidt)
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