Steckbrief: Angler Rind

Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Aussehen und Nutzung vom Angler Rind.
 
© H. Sambraus
So sieht ein Angler Rind aus.

Steckbrief

  • Herkunft: Schleswig-Holstein
  • Größe: 145 cm (Stier) bzw. 140 cm (Kuh)
  • Gewicht: 1.100 kg (Stier), bzw. 650 kg (Kuh)
  • Farbe: einfarbig dunkelrot bis sattbraun
  • Nutzung: Milch (vorrangig) und Fleisch

Herkunft

In der Schleiregion Angeln an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins wurde Mitte des 19. Jahrhunderts das Angler Rind aus einem alten Landschlag herausgezüchtet. Das ursprünglich kleine und leichte Rind (ca. 300 Kilogramm) wurde mit der Zeit schwerer und entwickelte sich zu einem milchbetonten Rind. 

Aussehen

Das optisch sehr ansprechende Angler Rind ist einfarbig dunkelrot bis sattbraun gefärbt. Auch das Flotzmaul ist dunkel. Das Euter ist bei der Kuh dunkel behaart. Gelegentlich können sich weiße Flecken am Euter zeigen. Natürlicherweise sind Angler behornt, werden jedoch oft schon als Kälber enthornt. Durch die vorrangige Nutzung als Milchrind entsteht der lange, schmale Körperbau mit nicht sehr stark ausgeprägter Bemuskelung.

Nutzung

Das Angler Rind ist wenig anfällig für Krankheiten und passt sich auch extremen Witterungsbedingungen gut an. Seine festen, gesunden Klauen lassen es auf verschiedenen Weidegründen gut zurechtkommen. Die Kühe sind frühreif und zeichnen sich durch hohe Fruchtbarkeit und leichte Kalbungen aus. Die Milch der Angler hat einen relativ hohen Fett- und Einweißanteil, was ihr die Bezeichnung „deutsche Butterkuh“ einbrachte. Eine Jahresmilchmenge von etwa 6.200 Kilogramm kann erreicht werden. Das Fleisch ist besonders feinfaserig.

Zuchtverein

Verband Deutscher Rotviehzüchter  

Hätten Sie's gewusst?

Durch die leistungssteigernde Einkreuzung anderer Rassen gab es 2002 nur noch etwa 60 reinrassige Angler Kühe, weshalb die Angler zur „gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ erklärt wurden. Inzwischen wurden aber Erhaltungsmaßnahmen ergriffen, um diese alte Rinderrasse in ihrer ursprünglichen Form weiterleben zu lassen.
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