Gesundheit von Schafen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gesundheit von Schafen

Schafe sind im Allgemeinen sehr robust und widerstandsfähig. Bei guter Pflege und optimalen Haltungs- und Fütterungsbedingungen werden sie nur selten krank.
 
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Gesunde Schafe verhalten sich aufmerksam und reagieren auf Geräusche mit lebhaftem Ohrenspiel.

Vorsorge- und Pflegemaßnahmen

Zur Vermeidung von Krankheiten und Parasitenbefall ist zunächst eine ausreichende Hygiene auf der Weide, im Stall, am Melkstand und auch an den Tieren selbst einzuhalten. Die sogenannte Umtriebsweide, bei der den Schafen immer nur ein Teil der Fläche zur Beweidung freigegeben wird, während sich die restliche Fläche erholt, ist ein guter Schutz gegen viele Arten von Endoparasiten wie Magen-, Darm-, Lungen- und Bandwürmer. Zusätzlich sollten regelmäßig, das heißt zwei- bis dreimal im Jahr, Wurmkuren mit allen Tieren gemacht werden. Über das richtige Präparat berät der Tierarzt, am besten nach einer vorher durchgeführten Kotuntersuchung.

Sauberhaltung und Reinigung

Kot- und schmutzverschmierte Ställe, Futter- und Tränkeeinrichtungen sind Brutstätten für Krankheitserreger und Parasiten. Regelmäßige Reinigung und gegebenenfalls Desinfektion vermindert das Risiko. Saubere, trockene Einstreu, einwandfreies Futter und frisches Wasser stellt der verantwortungsbewusste Tierhalter schon in eigenem Interesse bereit, da kranke Tiere auch nicht die erhoffte Leistung an Milch, Wolle und Fleisch erbringen können.

Professionelle Schafschur

Einmal im Jahr werden Schafe geschoren. Hierzu beauftragt man am besten professionelle Schafscherer, die diese Arbeit schnell und stressfrei für die Tiere erledigen. Geschoren wird in der Regel Ende Mai nach den Eisheiligen, so dass die Wolle bis zum Herbst wieder gut nachwachsen kann.

Klauenpflege und Moderhinke

Eine regelmäßige Klauenpflege ist bei Schafen unerlässlich, um Fehlstellungen und daraus resultierende Krankheiten wie die Moderhinke zu vermeiden. Als Zehenspitzengänger laufen Schafe auf den Endgliedern der 3. und 4. Zehe, die zum Schutz mit je einer kräftigen Hornkapsel umhüllt sind. Auf harten, steinigen Böden in den Ursprungsgebieten der Wildschafe nutzt sich das ständig nachwachsende Horn ausreichend ab. Bei den Hausschafen muss dies kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden. Zu lang gewachsene Klauen und eingerollte Klauenränder verursachen Schmerzen beim Laufen und bilden darüber hinaus Hohlräume, in die Fremdstoffe, Schmutz und Nässe eindringen können. Diese bilden dann treffliche Infektionsherde.

Schlimmstenfalls entsteht so eine ansteckende, durch Bakterien hervorgerufene Klauenentzündung, die Moderhinke, in deren weiteren Verlauf das Klauenhorn und schließlich auch tiefere Schichten bis hin zum Knochen angegriffen und zerstört werden. Die Tiere haben erhebliche Schmerzen, lahmen und rutschen schließlich auf den Vorderfußwurzelgelenken, da sie nicht mehr stehen können. Hier muss frühzeitig eingegriffen werden, um einer Ausbreitung über die gesamte Herde vorzubeugen. Erkrankte Tiere werden separiert, auf trockenen Untergrund gestellt und die Klauen gründlich ausgeschnitten und gereinigt. Achtung! Infiziertes Horn unbedingt sammeln und verbrennen und die Geräte desinfizieren. Mit entsprechenden Fußbädern, Salben und Pudern vom Tierarzt kann die Krankheit geheilt werden.

Gesund und munter

Gesunde Schafe verhalten sich aufmerksam und reagieren auf Geräusche mit lebhaftem Ohrenspiel. Sie folgen dem Herdentrieb und gehen situationsbedingt in Verteidigungshaltung. Die Futteraufnahme ist ungestört und sie kauen regelmäßig wieder. Pansengeräusche sind deutlich zu hören. Warme Ohren und eine Atemfrequenz von 9 bis 25 Zügen je nach Alter und Bewegung sind normal. Die Körperinnentemperatur beträgt 38,2 bis 40,0° C. Die Schleimhäute am Auge und im Maul zeigen eine zartrosa Färbung, und auch die Haut ist bei weißen Rassen rosa. Den Ernährungszustand prüft man bei ungeschorenen Tieren durch Betasten: Die Wirbelfortsätze sollten zwar spürbar sein, aber nicht deutlich hervorstehen. Der Kot ist je nach Rohfasergehalt des Futters in der typischen „Bohnenform“ strukturiert. Das Wollvlies fühlt sich fettig und weich an und ist gut geschlossen.

Krankheitssymptome

Alle Abweichungen hiervon können Hinweis auf eine bestehende oder sich gerade entwickelnde Erkrankung sein, die tierärztlich abgeklärt werden sollte. Wenn Schafe mit den Zähnen knirschen oder sich abwechselnd hinlegen und wieder aufstehen, so deutet dies meist auf Schmerzen hin, deren Ursache ebenfalls nachgegangen werden muss. (Heike Pankatz)
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