Steckbrief: Gotlandschaf (Guteschaf) | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Gotlandschaf (Guteschaf)

Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Aussehen und Nutzung des Gotlandschafes.
 
© H. Sambraus
So sieht ein Gotlandschaf aus.

Steckbrief

  • Herkunft: Schweden
  • Größe:
    • 65 cm (Bock) bzw. 60 cm (Mutter) Gotlandschaf
    • 64 - 84 cm (Bock) bzw. 65 - 71 cm (Mutter) Guteschaf
  • Gewicht: 
    • 60 - 70 kg (Bock) bzw. 45 - 50 kg (Mutter) Gotlandschaf
    • 70 - 100 kg (Bock) bzw. 45 - 60 kg Guteschaf
  • Farbe: silbergrau bis dunkelbraun
  • Nutzung: Pelz bzw. Wolle, Fleisch, Landschaftspflege

Herkunft

Sowohl das Gotland- als auch das Guteschaf stammen von den Freiweideschafen aus Gotland in Schweden ab. Sie gehören zu den nordischen Kurzschwanzschafen. Während die Gotlandschafe vor allem als Pelzschafe verwendet werden und im Zuge der züchterischen Entwicklung der Rasse das Merkmal „Hornlosigkeit“ selektiert wurde, entsprechen die Guteschafe („Gute“ = alte Bezeichnung für die Einwohner Gotlands) dem ursprünglichen Typ der alten Rasse, bei dem beide Geschlechter behornt sind. Alle Tiere des alten Typs gehen auf einen kleinen Restbestand auf der Insel Lilla Karlsö zurück, der sich dort frei von züchterischen Maßnahmen erhalten konnte und schließlich als eigener Typus anerkannt und weitergezüchtet wurde. Bereits Carl von Linné erwähnt in seinem gotländischen Reisebericht von 1741 diese älteste schwedische Schafrasse.

Aussehen

Die kleinen bis mittelgroßen Schafe kommen in verschiedenen Grauschattierungen bis hin zu dunkelbraunen Tieren vor. An Kopf und Beinen zeigen sich häufig weiße Abzeichen wie Stern oder Blesse, das Maul ist hell umrandet („Mehlmaul“). Beim behornten Typ (Guteschaf) entwickeln beide Geschlechter Hörner, wobei die Böcke kräftige, widderartig gedrehte Schnecken haben und die Muttern kürzere, eher sichelförmig nach hinten gerichtete Hörner. Kopf, Beine und die Spitze des kurzen Schwanzes sind unbewollt. Das mischwollige Vlies aus Unterhaar, Deckhaar und markhaltigen Haaren wird zwischen Mai und Juli gewechselt. Die Lämmer werden schwarz geboren.

Nutzung

Die Lämmer der Gotlandschafe werden im Alter von vier bis fünf Monaten zur Pelzgewinnung geschlachtet. Die älteren Tiere müssen zweimal jährlich geschoren werden. Ihre Wolle eignet sich besonders gut zur Filzherstellung. Durch das mischwollige Vlies sind die Tiere besonders unempfindlich gegen Kälte, Wind und Nässe, was sie für die Robusthaltung geeignet macht. Vor allem die gehörnten Guteschafe werden vermehrt in der Landschaftspflege in Natur- und Vogelschutzgebieten eingesetzt, wo sie zum Teil fast ohne menschliche Pflege und Zufütterung auch im Winter erstaunliche Vermehrungsraten und Bestandsentwicklungen aufweisen. Ältere Mutterschafe werfen in der Regel zwei bis drei Lämmer, die sie bei hervorragender Milchleistung ohne Probleme aufziehen.

Zuchtverein

Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.

Hätten Sie´s gewusst?

Außerhalb Schwedens gibt es größere Bestände in Dänemark und vor allem in den ostdeutschen Küstenbereichen Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs, wo die Guteschafe zur Landschaftspflege in Naturschutzgebieten eingesetzt werden.
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