Steckbrief: Heidschnucke

Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Aussehen und Nutzung der Schafrasse Heidschnucke.
 
© H. Sambraus
So sieht eine Heidschnucke aus.

Steckbrief

  • Herkunft: Norddeutschland
  • Größe:
    • 65-70 cm (Bock) bzw. 60 cm (Mutter) Graue gehörnte Heidschnucke
    • 55-60 cm (Bock) bzw. 50 cm (Mutter) Weiße Heidschnucke
  • Gewicht: 
    • 70-90 kg (Bock) bzw. 50-55 kg (Mutter) Graue Heidschnucke
    • 65-75 kg (Bock) bzw. 40-50 kg (Mutter) Weiße Heidschnucke
  • Farbe: Silber- bis dunkelgrau bzw. reinweiß
  • Nutzung: Landschaftspflege, Wolle, Fleisch

Herkunft

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden als „Heydeschnucken“ kleine, robuste Freiweideschafe der norddeutschen Heide- und Moorlandschaften bezeichnet, die sowohl grau als auch weiß, behornt oder unbehornt vorkamen. Diese Tiere hatten ein Gewicht zwischen 20 und 30 Kilogramm. Seit 1930 besteht ein Zuchtbuch für Heidschnucken. Erst in den 40er Jahren trennte man die Weiße Gehörnte und die Weiße Hornlose Heidschnucke als eigenständige Rassen von der Grauen gehörnten ab. Durch Selektionsmaßnahmen erfolgte eine deutliche Anhebung des Gewichtes der Heidschnucken. Die Weiße Gehörnte Heidschnucke gilt heute als besonders in ihrem Bestand gefährdet.

Aussehen

Alle Heidschnuckenrassen zählen zu den Nordischen Kurzschwänzigen Heideschafen.Die Graue Gehörnte Heidschnucke prägt mit ihrem silber- bis dunkelgrauen Vlies, dem schwarzen Brustlatz und dem ebenfalls schwarzen Kopf das typische Bild der Lüneburger Heide. Die älteren Böcke tragen imposante, mehrfach gedrehte Hornschnecken, bei den Muttern sind die Hörner sichelförmig nach hinten gedreht. Die Lämmer werden stets schwarzgelockt geboren. Ihre Wolle verfärbt sich im ersten Lebensjahr dann grau. Die Weiße Gehörnte Heidschnucke ist etwas kleiner und leichter als die Graue, die Farbe ist Reinweiß. Auch hier biegen sich die Hörner bei den Böcken schneckenförmig nach vorne und bei den Muttern sichelförmig nach hinten. Die kleinen Ohren sind schräg aufwärts nach vorn gerichtet. Die Weiße Hornlose Heidschnucke oder auch Moorschnucke unterscheidet sich von der Weißen Gehörnten hauptsächlich durch die fehlenden Hörner. Ihre Klauen sind besonders hart und widerstandsfähig.

Nutzung

Alle Heidschnuckenrassen sind extrem widerstandsfähig und anspruchslos. Sie eignen sich vor allem für die Hütehaltung auf kargen, zum Teil feuchten Böden. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Heidekraut, Moorgräsern und Birkenaufwuchs. Auch die Nachweide abgeernteter Kartoffel- oder Rübenäcker kann mit diesen Schafen betrieben werden. Zu reichhaltiges Futter eignet sich für diese Schafe eher nicht, da dadurch die Klauen weicher und damit anfälliger werden. Auch die Geburts- und Aufzuchtprobleme können bei zu gehaltvollem Futter zunehmen.
Besonders geeignet sind alle Schnuckenrassen für die Landschaftspflege in Heide- und Moorlandschaften. Dank ihrer guten Muttereigenschaften kommt es nur selten zu Geburts- und Aufzuchtprobleme. In der Regel wird ein Lamm geboren, das entspricht einem Ablammergebnis von 100 bis 120 Prozent. Das grobe, mischwollige Vlies eignet sich zur Herstellung grober Gewebe wie zum Beispiel für Teppiche. Von der Grauen Gehörnten Heidschnucke nutzt man auch die Felle. Das Fleisch aller Schnucken hat einen feinen, wildähnlichen Geschmack. Es ist von hervorragender Qualität und gilt als Delikatesse.

Zuchtverein

Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.

Hätten Sie´s gewusst?

Zu den Nordischen Kurzschwänzigen Heideschafen zählen neben den Heidschnucken zum Beispiel auch das Gotlandschaf, das Ouessant, die Skudde und das Soayschaf.
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